Tour de France, 4. Etappe - Dienstag, 4. Juli

Démare-Sieg von schwerem Sturz überschattet

Der Franzose Arnaud Démare hat sich den Tageserfolg auf der 4. Tour-Etappe gesichert. Der Slowake Peter Sagan löste auf der Zielgeraden einen schweren Sturz aus, in den auch der Deutsche John Degenkolb verwickelt war. Sagan wurde für seine Aktion bestraft.

Peter Sagan hatte dem Anschein nach Mark Cavendish auf der Zielgeraden mit einem Ellbogencheck bei über Tempo 60 in die Absperrgitter gedrückt, Degenkolb konnte dem Briten nicht mehr ausweichen.

Arnaud Démare | Bildquelle: dpa

Im Etappenfinale in Vittel war Marcel Kittel frühzeitig geschlagen, André Greipel kam auf Platz drei. Das Gelbe Trikot verteidigte der Brite Geraint Thomas (Sky) erfolgreich, der Norweger Alexander Kristoff fuhr auf Rang zwei.

Sagan von der Rundfahrt ausgeschlossen

"Bei der ansteigenden Zielgeraden und dem Gegenwind musste ich natürlich Pokern", sagte Greipel beim Ausfahren am Sportschau-Mikrofon. "Aber da fährt einer im Weltmeister-Trikot herum, der meint, er kann sich alles erlauben", sagte Greipel im Hinblick auf Sagans Aktion im Zielsprint.

Die Sportkommissare belegten Sagan eine gute halbe Stunde nach dem Zieleinlauf zunächst mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe und distanzierten den zunächst Zweitplatzierten auf den letzten Platz der Etappe, ehe sie ihn wenig später komplett von der Rundfahrt ausschlossen.

"Ich habe Mark Cavendish gar nicht gesehen", erklärte Sagan, der sich nach der Zieldurchfahrt sofort bei Cavendishs Team Dimension Data entschuldigt haben soll.

Degenkolb kreidebleich

Degenkolb stand noch Minuten nach seiner Zieldurchfahrt kreidebleich am Teambus. Er erlitt wie Cavendish Verletzungen an der rechten Schulter. "Es geht mir den Umständen entsprechend. Ich bin schlimm gestürzt. Ich habe nur noch gesehen, wie Cav am Boden lag und wollte noch drüber springen. Fast hätte es geklappt", sagte Degenkolb, der nach der Etappe sicherheitshalber zum Röntgen fuhr. Anschließend gab Degenkolb Entwarnung. "Es ist zum Glück nichts gebrochen", sagte er der Sportschau. "Aber es werden harte Tage."

4. Etappe - die letzten drei Kilometer | Sportschau | 04.07.2017 | 03:20 Min. | Verfügbar bis 04.07.2018 | Das Erste

Die fünfte Etappe am Mittwoch (04.07.2017), die mit einer Bergankunft an der Planche des Belles Filles in den Vogesen endet, wird zum ersten großen Prüfstein für die Klassementfahrer.

Fahrer erwarten ersten großen Test

"Das ist der erste große Test", sagte Thomas, der weiter keinen Zweifel an seiner untergeordneten Rolle im Team lässt: "Was auch immer das Team entscheidet, ich werde es mittragen. Ich stehe voll an der Seite von Froome und will mit ihm die Tour gewinnen."

Kittel, auf den erst am Donnerstag die nächste Sprintchance wartet, bestritt seinen zweiten Renntag im Grünen Trikot zunächst bester Laune, er hatte bei gemächlicher Fahrt reichlich Zeit zum Plausch mit den Kollegen. "Es ist sehr motivierend, sich auf einen zweiten Sprint vorzubereiten, wenn man schon einen Sieg in der Tasche hat", sagte der 29-Jährige vor dem Start - auf das folgende Chaos war er nicht vorbereitet.

Alleinfahrt über 190 km

Die erste Rennhälfte prägte am Dienstag (04.07.2017) der belgische Tour-Debütant Guillaume Van Keirsbulck vom Team Wanty-Groupe Goubert. Der Enkel des früheren Straßen-Weltmeisters Benoni Beheyt trat unmittelbar nach dem scharfen Start an, und da niemand folgte, fuhr der 26-Jährige eben in Eigenregie mehr als 13 Minuten Vorsprung heraus. Erst nach 190 Kilometern war eine der längsten Alleinfahrten der Tour-Geschichte beendet, danach übernahmen die Sprintteams das Kommando.