Tour de France, 7. Etappe - Freitag, 7. Juli

Kittel gewinnt 7. Tour-Etappe um Haaresbreite

Marcel Kittel hat die 7. Etappe der Tour de France im Massensprint für sich entschieden. Allerdings war die Entscheidung denkbar knapp. Erst das Zielfoto entschied für den Deutschen und gegen den Norweger Edvald Boasson Hagen.

Es war hauchdünn auf der Zielgeraden von Nuits-Saint-Georges. Erst das Zielfoto bewies: Marcel Kittel hat am Freitag (07.07.2017) auch den Sprint der 7. Etappe der Tour de France gewonnen und den Norweger Edvald Boasson Hagen auf den zweiten Platz verwiesen. Der Australier Michael Matthews wurde Dritter.

Damit holte sich der deutsche Top-Sprinter bereits den dritten Tageserfolg bei der diesjährigen Tour. Zudem holte sich Kittel mit dem Sieg nach der 213,5 Kilometer langen Etappe auch das Grüne Trikot des besten Sprinters, das bislang der Franzose Arnaud Démare trug.

Froome bleibt in Gelb

Mit dem Erfolg gelang dem 29-jährigen Kittel sein insgesamt zwölfter Tagessieg bei einer Tour, ebenso viele hatte Erik Zabel in seiner Karriere errungen. Damit liegen beide in der ewigen Wertung nun gleichauf. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden behauptete Titelverteidiger Christopher Froome (Großbritannien/Sky).

"Hatte keine Ahnung"

Erst nach minutenlanger Auswertung des Zielfotos stand sein erneuter Triumph fest. "Ich hatte keine Ahnung, ob ich gewonnen habe. Es war gerade so genug", sagte Kittel, der sich "sehr stolz" zeigte über die Einstellung des Zabel-Rekords. Mit dem bloßen Auge war der Abstand auf den zweitplatzierten Norweger Edvald Boasson Hagen nicht zu erkennen.

Wieder einmal kam Kittel erst ganz spät aus dem Windschatten seiner Konkurrenten, hätte sich allerdings um ein Haar verpokert. Die ersten ganz schweren Bergprüfungen am Wochenende kann der Quick-Step-Profi nun relativ gelassen angehen.

7. Etappe - Kittel genießt jeden Moment der Tour | Sportschau | 07.07.2017 | 01:17 Min. | Verfügbar bis 07.07.2018 | Das Erste

Das starke deutsche Gesamtergebnis rundeten John Degenkolb auf Platz fünf, Rüdiger Selig als Siebter, Andre Greipel auf Rang neun und Rick Zabel am Geburtstagtag seines Vaters als Zwölfter ab.

Wie immer: Ausreißergruppe wird früh fahren gelassen

Im Vorfeld der entscheidenden Etappenphase war es wieder zu jenem Geschehen gekommen, dass bei der diesjährigen Tour de France schon ein gewohntes Bild geworden ist: Gleich nach dem scharfen Start hinter Startort Troyes hatte sich im ersten Versuch eine kleine Ausreißergruppe abgesetzt und wurde vom Feld ohne Gegenwehr bereitwillig davongelassen. Maxime Bouet (Rückstand im Gesamtklassement +5'22), Manuele Mori (+9'10), Yohann Géne (+19'09) und Dylan Van Baarle (+23'09) hatten sich davongemacht.

Und wie in den Tagen zuvor reagierte das Peloton, nachdem sich die Gruppe rund dreieinhalb Minuten Vorsprung erarbeitet hatte. Julien Vermote von Quick Step und Lars Bak von Lotto spannten sich vor das Hauptfeld und hielten den Abstand der Ausreißer konstant bei diesem kontrollierbaren Wert. So konnten sich die Spitzenleute der Gesamtwertung und die Sprinterteams darauf verlassen, dass die Ausreißer kurz vor dem Etappenfinale eingeholt würden. Sechs Kilometer vor dem Ziel war es dann auch planmäßig passiert und das Sprintfinale konnte beginnen.

Nun sind die Bergfahrer gefordert

Am Wochenende treten die Sprinter um Kittel aus dem Rampenlicht. Es wird bergig bei der Großen Schleife, der Abschnitt am Samstag zur Station des Rousses im Jura darf noch als Ouvertüre angesehen werden. Am Sonntag müssen die Favoriten ihre Karten auf den Tisch legen. Das Teilstück zwischen Nantua und Chambery betrachten viele Experten bereits als die Königsetappe der 104. Tour. Sieben kategorisierte Anstiege stellen sich den Radprofis auf 181,5 km in den Weg, darunter drei der Sonderkategorie. Hier werden sich unter Froome und Co. die wahren Kräfteverhältnisse offenbaren.