Tour de France, 8. Etappe - Samstag, 8. Juli

Tour - Calmejane siegt trotz Krämpfen

Ein beherzter Antritt 18 Kilometer vor dem Ziel war entscheidend: Der Franzose Lilian Calmejane hat sich den Sieg auf der 8. Tour-Etappe gesichert. Auf dem harten Tagesabschnitt von Dole nach Station des Rousses verteidigte Chris Froome locker sein Gelbes Trikot.

In seinem erst zweiten Profi-Jahr triumphierte Calmejane (Direct Energie) am Samstag (08.07.2017) nach 187,5 Kilometern auf dieser enorm anspruchsvollen Etappe - obwohl er fünf Kilometer vor der Zielflagge mit Krämpfen zu tun hatte und kurzzeitig kaum noch treten konnte. Er stieg aus dem Sattel, dehnte sich - fand dann aber wieder relativ schnell seinen Rhythmus, um den Abstand auf seinen Verfolger Robert Gesink (TLJ) zu halten.

Fahrerfeld extrem zerfasert

Das Feld war an diesem achten Tag der Frankreich-Rundfahrt zerfasert wie bisher noch in keiner Etappe. Vorne hatte sich nach rund 70 Kilometern eine 30-köpfige Spitzengruppe vom Feld gelöst, die aber ständig an Mitstreitern verlor.

So fand sich zwischen Hauptfeld und Kopf des Feldes auch noch eine gut bestückte Verfolgergruppe - zu der unter anderem auch die Deutschen Emanuel Buchmann (Bora), Marcus Burghardt (Bora) und Jasha Sütterlin (Movistar) gehörten. Buchmann hatte zwischenzeitlich vom Gelben Trikot träumen dürfen und meinte nach der Zielankunft im Hauptfeld: "Ein bisschen habe ich schon darüber nachgedacht, dass es heute hätte klappen können. Aber ich bin trotzdem mit dem Tag zufrieden, es war extrem hart."

Attacke von Calmejane

Dieser Tross wurde vom dominanten Sky-Team rund 25 Kilometer vor dem Ziel wieder eingesammelt, die Spitzengruppe um Gesink und Serge Pauwels (DDD) schmolz in dieser Phase von sechs auf vier Fahrer zusammen, dann versuchte es Calmejane 18 Kilometer vor Schluss auf eigene Faust.

Lilian Calmejane | Bildquelle: dpa

Nicolas Roche (BMC) versuchte vergeblich, an Calmejane dran zu bleiben, Gesink war dann der einzige, der noch halbwegs auf Tuchfühlung blieb. Den Cote de la Combe de Lasisia-Les Molunes auf 1.202 Metern Höhe aus der ersten Kategorie erreichte Calmejane aber gut 20 Sekunden vor Gesink und anderthalb Minuten vor dem Peloton mit Chris Froome.

Harter Tag für Démare

Deutlich hinter dem Hauptfeld machten sich die an den Tagen zuvor extrem beanspruchten Sprinter und ihre Helfer einen eher stressfreien Tag. Ganz am Ende hatte Arnaud Démare allerdings Mühe und konnte mit seinen Mitstreitern um das Grüne Trikot, wie Marcel Kittel oder André Greipel, nicht mithalten.

Die neunte Etappe am Sonntag (09.07.2017) wird nicht nur für die Sprinter noch einmal deutlich härter. Auf den 181,5 Kilometern von Nantua nach Chambery sind 4.600 Höhenmeter zu überwinden. Auch wenn die Berge keinen mythischen Ruf haben wie etwa die Kletterpartie nach Alpe d'Huez, sie sind knüppelhart.

Drei Berge der Sonderkategorie

Sieben kategorisierte Anstiege stellen sich den Radprofis in den Weg, darunter drei der Sonderkategorie. Nach dem Col de la Biche und dem Grand Colombier mit einer Maximalsteigung von 22 Prozent geht es am Ende zum Mont du Chat: 8,7 Kilometer mit im Schnitt über zehn Prozent Steigung. Danach folgt eine rasende und äußerst anspruchsvolle Abfahrt über teils enge Straßen nach Chambery am Fuß der Savoyer Alpen. Für Emanuel Buchmann ist klar: "Wer nach diesem Tag Gelb hat, gewinnt die Tour."