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23.02.2012 | 03.04 Uhr

Handball EM 2012

EM in Serbien, 3. Spieltag Hauptrunde

DHB-Auswahl verpasst Halbfinale und Olympia

Nicht nur der Traum vom EM-Halbfinale ist für die deutschen Handballer geplatzt, auch die Olympischen Spiele finden in diesem Jahr erstmals ohne deutsche Handballer statt.

Carsten Lichtlein; Rechte: dpa Enttäuschte Handballer

Pascal Hens stampfte stocksauer aus der Halle. "Zwei Tore", raunzte der Kapitän schmallippig auf die Frage, was den deutschen Handballern zum Sieg gefehlt habe. Nach der 32:33 (17:18)-Niederlage am Mittwoch (25.01.2012) in Belgrad gegen Polen und dem Verpassen des zuvor fest eingeplanten Halbfinals herrschte im Team Sprachlosigkeit.

Im letzten Hauptrundenspiel der EM hatte die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger auch die zweite Chance auf den großen Wurf vergeben: die Medaillenrunde, einen Platz in der Olympia-Ausscheidung und auch die Qualifikation für die WM 2013. Am Tagesende kam es dann ganz bitter: Ein Remis zwischen Ungarn und Kroatien in Novi Sad besiegelte das Olympia-Aus.

Trio kämpft um zwei Plätze

Nach Abschluss der Hauptrunde sind Gastgeber Serbien, Mazedonien und Slowenien vor dem deutschen Team und kämpfen um zwei vakante Plätze in einem Olympia-Qualifikationsturnier. Ein Sieg der Ungarn gegen Kroatien hätte Slowenien auf Platz vier der Gruppe II verdrängt und ein Entscheidungsspiel zwischen Deutschland und den Slowenien erzwungen. In London finden damit erstmals Olympische Spiele ohne deutsche Handballer statt.

Klein und Sprenger mit sieben Toren

In der Neuauflage des WM-Finales von 2007 versagten den deutschen Spielern die Nerven. Vor rund 2000 Zuschauern in der Arena Belgrad warfen Dominik Klein und Christian Sprenger (je 7) die meisten Tore für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). "Das haben die Jungs nicht verdient, die aufopferungsvoll gekämpft haben. Für diesen Kampf hätten wir mit einem Punkt belohnt werden müssen", sagte Heuberger nach packenden 60 Minuten, in denen seine Mannschaft beim 30:29 in der Schlussphase erstmals in Führung gegangen war, diesen Vorsprung aber nicht halten konnte.

Vier Monate Pause für Haas

Haas; Rechte: dpa Lupe groß

Michael Haas gegen Polen vor seiner Verletzung

Besonders hart: Am Ende verlor die DHB-Auswahl Spielmacher Michael Haaß mit einer schweren Beinverletzung. "Er hat sich das Sprunggelenk luxiert. Der Arzt hat es wieder eingerenkt", erklärte der Bundestrainer nach der Begegnung. Haaß wurde zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde der Bruch des rechten Sprunggelenks diagnostiziert. Haaß soll an diesem Donnerstag nach Hause reisen und dort operiert werden. Er muss mit einer Pause von vier Monaten rechnen.

Auch die deutschen Spieler ließen frustriert die Köpfe hängen. "Es ist schwer, Worte zu finden", sagte der bitter enttäuschte Holger Glandorf. "Wir haben ein Ziel verpasst, das wir vor Augen hatten. Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine Analyse. Ich bin ganz schön verärgert", sagte Klein, der zwei Minuten vor dem Ende wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah. Zwei Tage nach dem verpassten vorzeitigen Halbfinal-Einzug durch das 26:28 gegen den WM-Zweiten Dänemark wollten die deutschen Handballer ihre zweite Chance auf die Medaillenrunde unbedingt nutzen.

Erstaunlich emotionslos

In dem Spiel um alles oder nichts agierten die deutschen Spieler auf dem Feld erstaunlich emotionslos. Von dem am Vortag demonstrativ zur Schau gestellte Selbstbewusstsein war kaum zu sehen. Daher tat sich das Team um Spielmacher Haaß auch reichlich schwer gegen die Polen, die mit sieben aktuellen oder ehemaligen Bundesliga-Akteuren aufliefen. Nach einem 2:4 (6.) geriet die DHB-Auswahl erst mit 7:10 (15.) und später mit 10:14 (21.) ins Hintertreffen.

In der zweiten Halbzeit wurde es nicht besser. Zögerlich und ängstlich traten die deutschen Spieler auf und produzierten dadurch Fehlwürfe und leichte Ballverluste. Immer, wenn die Chance zum Ausgleich bestand, versagten die Nerven. Die Polen nutzten dies konsequent. Beim 24:28 (45.) war der Rückstand wieder auf vier Tore angewachsen. Danach entdeckten die deutschen Spieler aber ihr Kämpferherz und drehten die Partie fast noch.

sid | Stand: 26.01.2012, 09:07

 

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