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Pferdesport
Kritik aus Deutschland
Reiter-Verband erlaubt Medikamente
Im internationalen Reitsport sind in Zukunft wieder Behandlungen von Pferden mit bislang unerlaubten Medikationen möglich.
Die Generalversammlung des Weltverbandes FEI verabschiedete in Kopenhagen eine entsprechende Liste, die im Vorfeld vor allem vom deutschen Verband FN kritisiert worden war. "Diese Entscheidung ist für Deutschland und für viele andere europäische Nationen ein Schock", sagte Reiter-Präsident Graf Breido zu Rantzau. Sein Verband hatte in der dänischen Hauptstadt noch alles daran gesetzt, ein anderes Abstimmungsergebnis zu erwirken - ohne Erfolg. "Die neue Liste verstößt in Deutschland gegen die Auflagen des Tierschutzgesetzes und widerspricht unseren ethischen Werten im tiefsten Inneren unserer Überzeugung", so zu Rantzau.
Allein die Akzeptanz von Phenylbutazon durch den Verband führe zu großen Problemen. Bis in den 90er-Jahren war es erlaubt, Pferde mit zwei Mikrogramm des Schmerz- und Entzündungshemmers zu behandeln, ehe das Mittel aus dem Verkehr gezogen wurde. Nun sollen plötzlich wieder acht Mikrogramm erlaubt sein. "Damit könnte man lahme Pferde für einen Einsatz im Turnier fit machen. Das kann nicht unser Ziel sein", sagte zu Rantzau.
Auch Lactanase künftig erlaubt
Ebenfalls ermöglicht wird der Einsatz des Stärkungsmittels Lactanase, mit dem das Pferd Cornet Obolenski von Springreiter Marco Kutscher bei Olympia 2008 unerlaubterweise behandelt worden war und einen Schwächeanfall erlitt. Die Liste wurde mit knapper Mehrheit von 53:48 Stimmen der Deligierten angenommen. Angeblich sollen Vertreter aus der Industrie darauf gedrängt haben, die Mittel für Top-Pferde benutzbar zu machen.
Auch der Deutsche Tierschutzbund (DTSchB) kritisierte die Vorgehensweise der FEI. "Nur ein wirklich gesundes Pferd darf und kann in eine Prüfung gehen. Und ein gesundes Pferd braucht keine Medikamente. Daher ist die Null-Lösung für die Anwendung von körperfremden Substanzen die richtige", sagte Bundesgeschäftsführer Thomas Schröder. Eine Umklassifizierung von Medikamenten, die vorher auf der Doping-Liste standen, zu zugelassener Medikation sei nicht der richtige Weg hierzu. Gerade vor den jüngsten Ereignissen im Dressur- und Springsport sollten FEI und die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) keine Kompromisse eingehen.
sid | Stand: 20.11.2009, 09:55
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