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17.03.2010 | 01.43 Uhr

Schwimmen

Kurzbahn-Weltcup in Berlin

Paukenschläge durch Biedermann und Deibler

Paul Biedermann und Steffen Deibler haben beim Weltcup der Schwimmer in Berlin mit den letztmalig erlaubten High-Tech-Anzügen für Paukenschläge gesorgt. Beide schwammen neue Weltrekorde.

Paul Biedermann; Rechte: AP Verblüfft: Paul Biedermann

Biedermann zeigte sich nach 3:32,77 Minuten über 400 Meter Freistil verblüfft. "Ich dachte, heute wird es richtig schlecht, heute geht gar nichts. Ich bin dicker geworden durch meine Pause, habe eine Dreiviertelstunde gebraucht, um in den Anzug zu kommen", sagte der 23 Jahre alte Doppel-Weltmeister aus Halle/Saale nach gerade erst überstandenem Muskelfaserriss im Oberschenkel. Biedermann blieb 1,81 Sekunden unter der sieben Jahre alten Zeit des Australiers Grant Hackett.

Der Hamburger Deibler verbesserte seine Bestmarke über 50 Meter Schmetterling beim Kurzbahn-Weltcup um 26/100 auf 21,80 Sekunden. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier als Weltrekordler aus dem Wasser steige", erklärte Deibler. Die Essenerin Daniela Samulski markierte am Samstag (14.11.09) als Zweite über 50 Meter Rücken in 26,21 Sekunden einen Europarekord.

Phelps in Badehose nur Fünfter

Die Rennen in Berlin sind die letzten Rekord-Möglichkeiten im High-Tech-Anzug: Ab dem kommenden Jahr sind sie verboten. Und so hieß das Motto: Klotzen nicht kleckern. Sechs Welt-, zwei Europa- und sechs deutsche Bestmarken waren die beeindruckende Bilanz des ersten Weltcup-Tages. Nur hinterher schwamm US-Star Michael Phelps. Er trug eine Textil-Hose, wie sie künftig vorgeschrieben ist. Da nutzte auch der neue, der Leichtathletik nachempfundene Startblock nichts. Platz fünf über 200 Meter Schmetterling, mehr war nicht drin.

Biedermann dagegen ließ der Konkurrenz nicht die Spur einer Chance. Der Zweitplatzierte Däne Mads Glaesner (3:37,75) konnte ihn nie gefährden. "Ohne den High-Tech-Anzug wird es in Zukunft schwer werden, diesen Rekord zu verbessern", sagte Deutschlands Vorzeige-Schwimmer und stellte mit Blick auf das Duell mit Phelps an diesem Sonntag fest: "Die 200 Meter werden sicherlich ein interessantes Rennen."

Bestzeiten en masse

Der Russe Sergej Fesikow verbesserte über 100 Meter Lagen den Weltrekord des Amerikaners Ryan Lochte schon im Vorlauf um 2/10 auf 50,95 Sekunden. Für Weltbestmarken sorgten auch Cameron van der Burgh (Südafrika) in 25,25 Sekunden über 50 Meter Brust, der Japaner Shiho Sakai in 2:00,18 Minuten über 200 Meter Rücken und die Australierin Leisel Jones in 1:03,00 Minuten über 100 Meter Brust. Europarekord schwamm in 2:02,67 Minuten der Spanier Melquiades über 200 Meter Brust.

Im Sog der Weltstars markierten die deutschen Spitzenschwimmer nationale Bestzeiten en masse. Die Wuppertalerin Sarah Poewe war nach 1:05,12 Minuten über 100 Meter Brust begeistert. "Das ist ein Super-Ergebnis, es hat richtig Spaß gemacht." Der Darmstädter Marco Koch schraubte die elf Jahre alte Bestmarke von Mark Warnecke (Essen) über 50 Meter Brust auf 26,68 Sekunden. "Die 50 Meter sind eigentlich keine Strecke für mich", sagte er, "aber dieser Rekord war einfach fällig". Theresa Michalak (Halle/Saale) holte sich beim Sieg der Chinesin Li Jiaxing über 200 Meter Lagen in 2:07,65 Minuten den Rekord von Teresa Rohmann (Erlangen).

Über 100 Meter Brust fiel die deutsche Bestzeit schon im Vorlauf im Minutentakt. Die Essenerin Caroline Ruhnau legte 1:05,55 Minuten vor, ihre Vereinskameradin Kerstin Vogel schraubte den deutschen Rekord danach auf 1:05,46 Minuten.

dpa | Stand: 14.11.2009, 17:36

 

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