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Turnen
Rang sechs für Matthias Fahrig am Boden
Tanzend die Herzen erobert
Medaille verpasst, neue Fans gewonnen: Matthias Fahrig hat bei der Turn-WM in London eine starke Übung gezeigt, auch wenn es am Samstag (17.10.09) nur zu Rang sechs im Finale am Boden reichte. Die 8000 Zuschauer zog er anschließend mit einer Tanzeinlage auf seine Seite.
Matthias Fahrig: Hochzufrieden mit Platz sechs
Trotz einer nahezu fehlerfreien Übung reichte es für den 23-jährigen Hallenser zum Auftakt der Gerätefinales bei den Titelkämpfen in London am Boden mit 15,400 Punkten nur zum sechsten Platz. Der Sieg im hochklassigen Endkampf, bei dem sich alle Finalisten keine groben Patzer leisteten, ging an den 28-jährigen Marian Dragulescu, der mit seinem insgesamt siebten WM-Titel sein erfolgreiches Comeback in diesem Jahr krönte. Mit 15,700 Punkten setzte sich der routinierte Rumäne vor Olympiasieger Zou Kai (China/15,675) und Alexander Shatilov (Israel/15,575) durch.
Fahrig verließ mit einer Tanzeinlage die Matte. "Das Tänzchen musste sein: Ich war so glücklich, dass ich die Übung so gut hingesetzt habe", sagte Fahrig. "Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mir noch eine höhere Note erhofft, doch die Kampfrichter haben jeden kleinen Standfehler heute hart bestraft - aber es war eine faire Konkurrenz", sagte der Sprung-Spezialist. "Ich bin der Sechstbeste der Welt - das ist doch eine Riesen-Ehre."
Sprung-Finale das neue Ziel
Jetzt wolle er am Sonntag (18.10.09) im Sprung-Finale noch einmal "Vollgas geben, die Kraft in die Beine pumpen und alles in das Sprungbrett reintreten, um glücklich aus der Halle zu gehen", sagte Fahrig. "Mein Ziel ist es jetzt, besser zu sein als Platz sechs", setzte er sich eine neue Messlatte für die Flug-Konkurrenz zum WM-Abschluss. Sein Teamgefährte Fabian Hambüchen ließ es sich nicht nehmen, sofort seine Glückwünsche zu überbringen. "Das Finale war der Wahnsinn. Alle Finalisten brachten ihre so hohen Ausgangswerte um 6,6 Punkte. Der Matze hat seine Übung so super hingeknallt, ich freue mich riesig für ihn", sagte der verletzte Mehrkampf-Europameister aus Wetzlar, der nach seinem Außenbandriss im Training die WM absagen und sich auf Krücken fortbewegen musste.
Auch Cheftrainer Andreas Hirsch war überaus angetan von der Leistung des einzigen deutschen Finalisten in London. "Die winzigen Standfehler waren entscheidend. Nur wenn heute alles bis ins Letzte geklappt hätte, wäre Bronze drin gewesen", meinte der Berliner. "Bei diesen zugespitzten Entscheidungen müssen wir froh sein, überhaupt einen Mann ins Finale gebracht zu haben. Er hat sich sehr gut verkauft und in einem ganz starken Finale alles gegeben", lobte Hirsch.
dpa | Stand: 17.10.2009, 14:17
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