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16.03.2010 | 03.18 Uhr

Fechten

Fecht-WM in Antalya

Jubel und Streit

Die Florettdamen jubelten über die Bronzemedaille, die Degenherren verpassten diese dagegen um Haaresbreite: Nur das deutsche Florett-Quartett nahm an einem sportlich guten vorletzten Tag der Fecht-WM Edelmetall mit ins Hotel.

Anja Schache, Katja Wächter, Carolin Golubytskyi und Maria Bartkowski brachen den Bann und gewannen in Antalya durch ein 42:30 gegen Rumänien die erste WM-Medaille mit dem Florett seit dem Titel 1999 in Seoul.

Während die Damen ausgelassen über die Planche tanzten und Jubelschreie abgaben, schlichen Sven Schmid, Jörg Fiedler, Martin Schmitt und Christoph Kneip geknickt von dannen. Sie kehrten nach den Pleiten des Vorjahres zwar als Vierte in die Weltspitze zurück, Bronze aber verpasste das Team haarscharf im Sudden Death: Ein 22: 23 gegen Polen bedeutete das Ende aller Träume. Den Titel holte erneut Olympiasieger Frankreich.

Florett: "Endlich ist der Fluch besiegt"

Die Bronzemedaille der Damen-Mannschaft sorgte beim Sportdirektor für Entzückung. "Endlich ist der Fluch besiegt. Eine tolle Leistung, super", sagte Delegationsleiter Manfred Kaspar, der aber auch Mitleid mit den niedergeschlagenen Degenfechtern empfand. "Das ist jammerschade, gerade nach dieser so tollen Leistung gegen Italien", sagte Kaspar nach dem Thriller gegen den Olympiazweiten Polen: "Wenn man so nah dran ist, ist das bitter."

Beim WM-Finale am Donnerstag wollen Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann und der Säbel-Weltmeister Nicolas Limbach ihre Teamkollegen zu weiteren Erfolgen führen. Vor dem letzten Tag der Wettbewerbe stehen einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze in der deutschen WM-Bilanz.

Rehabilitation der Degen-Mannschaft

Die Degen-Mannschaft rehabilitierte sich immerhin für die Pleite von 2008 mit Platz neun bei der EM in Plowdiw sowie dem verpassten Olympia-Ticket. "Medaille verpasst, aber Selbstvertrauen getankt", analysierte Disziplin-Bundestrainer Didier Ollagnon. Jörg Fiedler bescheinigte sich und seinen Teamkollegen eine "ordentliche Leistung ohne Happy End".

Für die Florett-Equipe wäre sogar "mehr drin" gewesen, wie Bundestrainer Lajos Somodi feststellte. Olympiasieger Russland war im Halbfinale nur einen Hauch stärker. Die deutschen Damen setzten nach ihren dreifachen Achtelfinal-Aus im Einzelwettbewerb zu einem Siegeszug an und verpassten das Finale beim 35:36 um einen Treffer. Singapur beim 45:20 zum Auftakt und die Ukraine (35:23) waren gegen das deutsche Quartett ohne Chance. Den Titel sicherte sich Italien mit der fünfmaligen Olympiasiegerin Valentina Vezzali.

Zoff in der Bude

Die Degenfechter hatten im Einzel noch enttäuscht, unter anderem war Schmid in der zweiten Runde ausgeschieden. Doch als Mannschaft marschierten sie nach einem mühevollen 33:29-Auftaktsieg gegen Israel durch das Tableau. Zunächst mussten sich die Russen mit 35:45, im Viertelfinale die starken Italiener um ihren Olympiasieger Matteo Tagliariol 39:45 geschlagen geben.

Der Traum vom Gold platzte im Halbfinale gegen den Europameister Ungarn. Eine heftige Auseinandersetzung zwischen Schmid und Bundestrainer Didier Ollagnon ("Wenn du auf mich nicht hörst, können wir gleich aufhören") brachte das Team ein wenig aus dem Tritt. Schmid verbat sich auch noch die Einmischung von Manfred Kaspar: "Lass mich in Ruhe!" Dann kassierte er die letzten Treffer zum 38:45.

sid | Stand: 07.10.2009, 18:37

 

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