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Fechten
Hauchdünne Niederlage im WM-Finale
Silberfluch für Florettfechter hält an
Der Silberfluch für die deutschen Florettfechter hält an. Bei der WM in Antalya scheiterte die Auswahl des Deutschen Fechterbundes (DFeB) auch im vierten Anlauf nacheinander im Finale.
Peter Joppich (li.) im Kampf gegen Andrea Baldini
Das deutsche Quartett mit Olympiasieger Benjamin Kleibrink, dem WM-Dritten Peter Joppich, Sebastian Bachmann und Dominik Behr verlor wie im Vorjahr gegen Italien in einem dramatischen Finale hauchdünn 41:45.
"Man hat gemerkt, dass uns einige harte Kämpfe in den Beinen steckten. Es ist schade für die Jungs, aber Vize-Weltmeister - das nehmen wir gerne mit. Wir starten einen neuen Anlauf", sagte Uli Schreck, und auch die Enttäuschung bei Sportdirektor Manfred Kaspar hielt sich in Grenzen: "Super, dass es wieder für das Finale gereicht hat. Unser Medaillensatz ist komplett. Nur schade, dass es wieder kein Gold wurde."
Für den Deutschen Fechter-Bund (DFeB) war es nach dem WM-Titel für Säbelfechter Nicolas Limbach und Bronze für Joppich im Einzel schon die dritte Medaille. Die Säbeldamen landeten am ersten Tag der Mannschaftswettbewerbe auf Rang acht.
Italien einen Hauch stärker
Die italienischen Weltklassefechter um Weltmeister Andrea Baldini erwiesen sich als einen Hauch stärker als die deutsche Equipe. Im zweiten Gefecht zog Baldini gegen Bachmann auf 9:3 davon, aber Kleibrink punktete mit 10:6 gegen den dritten Mann Simone Vanni. Mit einem 10:3 gegen Vanni stellte Joppich dann auf 25:23 und sogar zwischenzeitlich die Zeichen auf Sieg, ehe sich doch die Klasse der Italiener durchsetzte und Baldini gegen Joppich die entscheidenden Treffer setzte.
Bereits das Halbfinale hatte jede Menge Nervenkitzel geboten. Ein überragender Joppich übernahm gegen den EM-Zweiten Russland beim Stand von 30:35 von Kleibrink und legte im letzten Gefecht mit einem 12:4 eine großartige Aufholjagd zum Endstand von 42:40 hin.
Es lief plötzlich wie geschmiert, dabei hatten Kleibrink (Tauberbischofsheim), Joppich (Koblenz), Bachmann (Bonn) und Behr (Tauberbischofsheim) am frühen Morgen einen Stotterstart erwischt. Gegen Österreich quälte sich das Quartett von Trainer Schreck, selbst Mannschafts-Olympiasieger von 1992, gewann aber 45:39. Gegen Polen im Viertelfinale kam Kleibrink endlich richtig in Schwung, er verwandelte mit ruhiger Hand und der Wut nach seiner Einzelpleite im Bauch gleich zweimal Rückstände in Führungen. Am Ende stand ein 43:37, das durch Joppich besiegelt wurde.
Leichter Aufschwung bei den Säbeldamen
Die Säbeldamen sorgten für einen Lichtblick, mehr war aber nicht drin. Alexandra Bujdoso (Koblenz), Stefanie Kubissa, Anna Limbach (beide Dormagen) und Sibylle Klemm (Tauberbischofsheim) mussten im Viertelfinale dem Olympia-Vierten Russland mit 36:45 den Sprung in de Medaillenrunde überlassen. Niederlagen gegen den Olympia-Dritten USA (33:45) und Polen (28:45) folgten.
Es stand aber immerhin am Ende ein viel besseres Ergebnis zu Buche als beim WM-Debakel von 2007 in St. Petersburg (16.). "Platz acht spiegelt unser derzeitiges Leistungsvermögen wider", sagte ein zufriedener Disziplin-Bundestrainer Eero Lehmann. Am Mittwoch (07.10.09) wollen die Degenherren um den im Einzel früh gescheiterten Sven Schmid eine weitere Medaille holen. Zudem steht die Damenflorett-Konkurrenz auf dem Programm.
sid | Stand: 06.10.2009, 20:45
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