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Hockey
Hockey-EM in Amsterdam (22.-30. August)
Deutsche Herren stehen vor Kraftakt
Von Olaf Jansen
Das deutsche Herren-Hockey-Team steht mitten in einem Umbruch. Die Europameisterschaft in Amsterdam (22.-30.08.09) wirft daher einige Fragen auf. Klarer ist die Situation bei den deutschen Frauen.
Timo Weß hat abgesagt, er wird bei der am Samstag (22.08.09) beginnenden Europameisterschaft in Amsterdam nicht dabei sein. Der Kapitän der deutschen Hockey-Nationalmannschaft kündigte schon nach dem Olympiasieg in Peking an, in der Nationalmannschaft eine Pause einlegen zu wollen. Der Grund: Überlastung.
Studium, Bundesliga, Nationalmannschaft - ein riesiger Aufwand für den BWL-Studenten: "Wir haben in der direkten Vorbereitung auf Olympia, also die letzten acht Monate, zehn- bis zwölfmal die Woche trainiert. Morgens ab 7.30 Uhr bis zu zwei Stunden, danach ging es in die Uni oder die Bibliothek. Abends ging es auf den Hockeyplatz. Und dazu kamen natürlich noch die Bundesligaspiele am Wochenende und die Tage, an denen wir mit der Nationalmannschaft komplett unterwegs waren."
Halbfinale ist Pflicht
Weiß macht deshalb Nationalmannschafts-Pause - erst einmal bis auf weiteres, um seine Diplomarbeit zu schreiben. Und ist damit nicht allein. Auch der 240-malige Nationalspieler Sebastian Biederlack pausiert, um sein Studium zu beenden. Spielmacher Tibor Weißenborn hat sogar ganz seinen Rücktritt aus dem Nationalteam verkündet. Für Bundestrainer Markus Weise, der zuletzt viele neue Spieler ins Team intergrieren musste, kommt die Europameisterschaft denn auch einer Wundertüte gleich: "Dieses neu formierte Team hat sich ja noch nie bei einem großen Turnier beweisen müssen. Es wird spannend sein, ob die Jungs der Drucksituation Stand halten werden."
Druck hat das Team tatsächlich, denn das Turnier in Amsterdam dient gleichzeitig als WM-Qualifikation. Nur die ersten vier von Amsterdam erhalten das Ticket für die Welt-Titelkämpfe nächstes Frühjahr in Indien. "Die WM-Qualifikation ist in Amsterdam sicher unser wichtigstes Ziel. Aber wir sind uns der Schwierigkeit durchaus bewusst. Allein in unserer Gruppe haben drei Teams reelle Chancen auf den Halbfinaleinzug", so der Bundestrainer. In der Tat hat das deutsche Team mit den Vorrundengegnern England, Belgien und Österreich schwere Brocken vor der Nase. England ist auf Augenhöhe, gegen Belgien gab es jüngst in zwei Testspielen je einen Sieg und eine Niederlage.
Bewährtes Personal bei den Frauen
Bei den Frauen sieht die Situation weniger heikel aus, denn Bundestrainer Michael Behrmann kann weitgehend auf bewährtes Personal zurückgreifen. Der komplette 18er-Kader spielte schon bei der Champions Trophy Anfang July in Sydney zusammen und ist gut aufeinander abgestimmt. Allerdings hat es auch die Vorrundengruppe bei den Frauen in sich: Spanien, Irland und Schottland könnten sich allesamt als Stolperstein auf dem Weg ins angestrebte Halbfinale erweisen.
"Die Mannschaft hat sich selbst das Ziel gesetzt, das Finale zu erreichen", berichtet Behrmann. Er ist sich der Schwere der Aufgabe aber bewusst: "Wir haben in diesem Jahr sowohl gegen Schottland, Irland, Spanien als auch England jeweils mindestens einmal auch verloren oder zumindest nicht gewinnen können. Wir werden also ganz sicher keinen EM-Gegner mit halber Kraft schlagen können."
Stand: 20.08.2009, 11:15
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