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Turnen
Nach 29 Jahren wieder Turner "Sportler des Jahres"
Hambüchens historischer Sieg
Fabian Hambüchen wandelt auf den Spuren von Eberhard Gienger: Zum ersten Mal seit 29 Jahren ist wieder ein Turner zu Deutschlands "Sportler des Jahres" gekürt worden.
Jubel beim Wettkampf: Fabian Hambüchen.
Der sympathische Abiturient sorgte in Stuttgart am Reck für den ersten Weltmeistertitel deutscher Turner seit zehn Jahren, gewann EM-Gold in Amsterdam und wurde bei EM und WM jeweils Zweiter im Mehrkampf. Zudem führte der Wetzlarer die deutsche Riege mit Bronze zur ersten WM- Medaille seit 1991 und bewältigte die Hürde Olympia-Qualifikation mit Bravour.
Im Gegensatz zu Gienger, der 1974 nach dem Gewinn der Reck-WM sowie 1978 zum deutschen Top-Athleten gekürt wurde, und Andreas Wecker, der 1989 letzter "Sportler des Jahres" in der DDR war, wird Hambüchen seine Turn-Erfolge auch kräftig in klingende Münze umwandeln können. Mit Preisgeldern und Werbe-Einnahmen von geschätzten fast 900 000 Euro kratzte der 20-jährige Hesse schon im zurückliegenden Jahr an der Millionen-Grenze.
"Freies Wochenende wäre schön"
"So einen Hype habe ich noch nie erlebt. In Stuttgart ist ein neuer Sportstar geboren worden und diesmal nicht in einer Geld-Sportart wie Formel 1 oder Tennis", meint sein Manager Klaus Kärcher, der den 1,63 Meter großen "Turn-Floh" seit dessen 7. Platz bei den Olympischen Spielen in Athen vermarktet. Das Geld fließt, aber ansonsten hat sich Kärchers Prognose "sein Leben wird sich verändern" bisher jedoch nicht bestätigt.
"Ich wohne immer noch bei meinen Eltern und trainiere weiter in Wetzlar. Neu ist eigentlich nur, dass ich an den Wochenenden meist verplant bin", meinte Hambüchen und fügt hinzu: "Da wechseln sich Fernsehshows mit Sponsorentreffen und Fotoshootings mit Pressekonferenzen ab. Manchmal denke ich, ein freies Wochenende wäre auch mal ganz schön", bekannte der Turn-Star.
Ein eigenes Element am Reck?
Der Turner träumt vom eigenen Element am Reck - dem "Hambüchen".
Die überwiegende Zeit verbringt Hambüchen natürlich mit Trainer-Vater Wolfgang nach wie vor in der Trainingshalle, wo das Gold-Reck von Stuttgart mittlerweile zum Inventar gehört. Nur wenig Zeit bleibt für Freundin Viktoria, die aber viel Verständnis für seinen Sport aufbringt.
Für das neue Jahr hat der "Sportler des Jahres" nur einen Wunsch: "Vom Olympiasieg habe ich nicht nur einmal geträumt." Und noch etwas schwirrt ihm im Kopf herum. Endlich möchte er den "Hambüchen" kreieren - ein Element am Reck, das seinen Namen unsterblich machen würde. "Ob ich es in Peking zeige, kann ich noch nicht versprechen. Aber es ist in Arbeit", verriet er.
dpa | Stand: 23.12.2007, 12:23
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