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20. Etappe: Longjumeau - Paris Champs-Élysées (102,5km)
Cavendish gewinnt in Paris - Contador die Tour
Der Spanier Alberto Contador hat erwartungsgemäß zum dritten Mal die Tour de France gewonnen. Der letzte Etappensieg der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt ging an Mark Cavendish. Der Brite aus dem Team HTC-Columbia setzte sich im Massensprint auf den Pariser Champs-Élysées durch.
Strahlende Gewinner auf den Champs-Elysées: Der Etappensieger Mark Cavendish und der Tourgewinner Alberto Contador
Die letzten Kilometer der Tour waren für Alberto Contador (AST) zum dritten Mal nach 2007 und 2009 eine Tour d’Honneur. Der 27 Jahre alte Spanier konnte es im Finale gemächlich angehen und sich von den vielen Fans am Streckenrand feiern lassen. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass mit Blick auf das Gesamtklassement auf dem Weg durch Frankreichs Hauptstadt keine Attacken mehr unternommen werden.
So ließen sich Contador und auch sein größter Rennrivale Andy Schleck (SAX) den ersten Champagner noch auf dem Fahrrad schmecken. "Ich hatte schwierige Momente bei der Tour. Ich war an manchen Tagen nicht hundertprozentig fit, sowohl körperlich als auch mental", sagte Contador später bei der Siegerehrung im Schatten des Triumphbogens. "Andy wird in den nächsten Jahren mein härtester Rivale sein. Das wird ein spannendes Duell." Andy Schleck verpasste nach seinem erneuten zweiten Platz nach 2009 zwar knapp seinen ersten Tour-Triumph, dennoch konnte sich der Luxemburger zum dritten Mal in Folge über das Weiße Trikot des besten Jungprofis freuen.
Für Spannung sorgte auf den letzten Tourkilometern die Entscheidung um das Grüne Trikot des besten Sprinters und der Kampf um den prestigeträchtigen Etappensieg auf den Champs-Élysées. Den gewann erneut Mark Cavendish aus dem Team HTC-Columbia, der im Sprintfinale zu seinem insgesamt fünften Tagessieg bei dieser Tour raste. "Das hier ist spektakulär. Das ist ein perfektes Ende der Tour für mich", sagte in strahlender Cavendish. Den zweiten Platz erkämpfte sich mit zwei Radlängen Abstand der Italiener Alessandro Petacchi (LAM). Er eroberte zum ersten Mal in seiner Karriere das Grüne Trikot. Cavendish schaffte es nach 2009 bereits zum zweiten Mal auf Rang zwei der Sprintwertung.
Kurze Aufregung gab es auch zu Beginn des Rennens. Da standen noch einmal Lance Armstrong mit seinen Helfern vom Team RadioShack im Mittelpunkt des Geschehens. Die Fahrer des US-Teams waren zum neutralen Start in Longjumeau in Sondertrikots von Armstrongs Krebsstiftung Livestrong erschienen. Erst als die Jury mit einer Disqualifikation drohte, hatten die Fahrer ein Einsehen und wechselten in aller Ruhe ihre Leibchen. Sie hätten sonst den praktisch sicheren Sieg der Mannschaftswertung aus der Hand gegeben. So standen Lance Armstrong, Andreas Klöden, Levi Leipheimer und Co. am Ende doch noch oben auf dem Podium.
Dort bejubelte das Pariser Publikum nach langer Durststrecke endlich wieder einen Franzosen. Anthony Charteau aus dem Team Bbox Bouygues Telecom trug in der Hauptstadt das Gepunktete Trikot des besten Kletterers – das war ihm bereits nach der 17. Etappe nicht mehr zu nehmen.
Charteau folgt damit Richard Virenque. Der war 2004 der letzte Radprofi aus der Grande Nation auf dem Tourpodium. Virenque hatte kurz vor dem Karriereende zum insgesamt siebten Mal die Bergwertung für sich entschieden. Ein Kunststück, das dem 31 Jahre alten Anthony Charteau wohl nicht mehr gelingen wird. Doch die Franzosen haben auch so Grund genug zu feiern. Mit insgesamt sechs französischen Etappensiegen war die Tour de France 2010 für die Radsportnation so erfolgreich wie seit Jahren nicht.
red | Stand: 25.07.2010, 18:21
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