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12.03.2010 | 15.35 Uhr

Tennis

Erster Tag bei den US Open: Haas mit Mühe weiter

Greul darf nun gegen Federer spielen

Die deutschen Tennisprofis Philipp Kohlschreiber, Thomas Haas, Simon Greul und Angelique Kerber haben die zweite Runde der US Open erreicht. Björn Phau, Rainer Schüttler und Mischa Zverev sind dagegen schon ausgeschieden, ebenso wie Tatjana Malek und Andrea Petkovic bei den Damen.

Daviscup-Spieler Philipp Kohlschreiber hat bei den US Open in New York als vierter deutscher Profi die zweite Runde erreicht. Der 25-jährige Augsburger besiegte zum Auftakt des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres Andreas Seppi (Italien) klar mit 6:0, 6:4, 6:4. In der nächsten Runde trifft der an Nummer 23 gesetzte Kohlschreiber auf den indischen Qualifikanten Somdev Devvarman, der in der Weltrangliste nur auf Rang 162 geführt wird.

Unerschrocken und mit eisernen Nerven verhinderte Simon Greul ein frühes Aus. Der 28-Jährige aus Reutlingen setzte sich am Montag (31.08.09) in einem Tiebreak-Krimi mit 6:3, 4:6, 3:6, 6:0, 7:6 (11:9) gegen Giovanni Lapentti aus Ecuador durch.

Nach seinem mutigen Auftritt kann sich Greul nun auf einen Zweitrunden-Einsatz auf einem der großen Plätze bei dem mit 21,6 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier freuen. Sein nächster Gegner ist der fünfmalige Serien-Champion Roger Federer. "Die Aufgabe ist schwierig und vielleicht unlösbar, aber ich freue mich schon sehr darauf", sagte Greul.

Thomas Haas wendete eine drohende Blamage mit Mühe ab. Der hoch eingeschätzte Wimbledon-Halbfinalist schaffte nach einer Energieleistung und allerhand Glück einen 7:5, 4:6, 7:6 (9:7), 6:2-Erfolg gegen den überraschend starken Qualifikanten Alejandro Falla. Erst als der Kolumbianer seine Chance witterte und unvorsichtig wurde, konnte sich der 31-Jährige Haas entscheidend durchsetzten. Dabei half ihm allerdings, dass der in der Weltrangliste nur auf Position 160 geführt Falla im letzten Satz von Schmerzen in der linken Wade geplagt wurde.

Selbstbeschimpfungen bei Schüttler

Mit hängendem Kopf und den üblichen Selbstbeschimpfungen quittierte Rainer Schüttler die unnötige Niederlage, die sich zunächst nicht angedeutet hatte. Prächtig war der Wimbledon-Halbfinalist des Vorjahres gegen den Tschechen Jan Hernych aus den Startblöcken gekommen, doch dann zog mehr und mehr der Schlendrian ein. Am Ende verlor er 6:1, 6:7 (5:7), 4:6, 6:2, 3:6.

"Wenn man seinen Vorteil so leichtfertig verspielt, hat man es auch nicht verdient", sagte Schüttler. Das galt auch für Mischa Zverev, der wieder an seinen schwachen Nerven scheiterte. Wie schon in der Zweitrundenpartie in Wimbledon gegen Philipp Petzschner kassierte der 22-jährige Hamburger auch beim 6:2, 5:7, 6:3, 4:6, 0:6 gegen den Spanier Marcel Granollers eine Abreibung im fünften Satz. Die erwartete Niederlage bezog Qualifikant Kindlmann mit 3:6, 4:6, 5:7 gegen den Russen Nikolai Dawidenko.

Qualifikantin Angelique Kerber gewann das deutsche Duell gegen Andrea Petkovic. Die Kielerin setzte sich mit 6:4, 5:7, 6:3 durch. Ausgeschieden ist als zweite der sieben gestarteten deutschen Tennisspielerinnen Tatjana Malek, die Amelie Mauresmo aus Frankreich erwartungsgemäß mit 3:6, 4:6 unterlag.

Lockerer Einstand der Tennis-Eltern

Einen lockeren Einstand feierten derweil die Tennis-Eltern Federer und Kim Clijsters. Mit leichten Siegen räumten sie alle Spekulationen beiseite, ihre kleinen Kinder könnten ihnen die Konzentration rauben. "Ich bin sehr flexibel und die neue Situation ist für mich eine große Herausforderung", sagte der Titelverteidiger aus der Schweiz. Der 28-Jährige, der am 23. Juli Vater der Zwillinge Charlene Riva und Myla Rose geworden war, setzte sich mit 6:1, 6:3, 7:5 gegen Debütant Devin Briton aus den USA durch.

Auch Kim Clijsters hatte bei ihrem Grand-Slam-Comeback keine Mühe. Die mit einer Wildcard ausgestattete Belgierin besiegte auf dem Center Court Viktoria Kutusowa aus der Ukraine mit 6:1, 6:1. "Ein bisschen nervöser als sonst war ich schon", gestand die US-Open-Siegerin von 2005. Ihre nächste Gegnerin wird die an Nummer 14 gesetzte Französin Marion Bartoli sein. Die mit dem US-Basketballer Brian Lynch verheiratete 26 Jahre alte Clijsters war im Mai 2007 zurückgetreten und hatte im Februar 2008 Tochter Jada Ellie zur Welt gebracht. Erst im August war sie in Cincinnati auf die WTA-Tour zurückgekehrt.

sid/dpa | Stand: 01.09.2009, 08:50

 

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