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21.11.2009 | 02.53 Uhr

Radsport

Ex-Bahnradsportler Lechner gesteht Doping

Fließender Übergang zum Anabolika

Der frühere Bahnradfahrer Robert Lechner, Olympia-Dritter 1988 in Seoul, hat ein Doping-Geständnis abgelegt und dabei auch den BDR belastet.

"Ich habe unerlaubte Mittel genommen", sagte der 41-Jährige der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Donnerstag (28.02.08). Er begründete seinen Schritt mit seinem Engagement im Antidoping-Kampf: "Wenn ich glaubwürdig Position beziehen und eine vertrauenswürdige Basis schaffen will, dann muss ich die Vergangenheit klären." Lechner beschuldigte in seinem Geständnis auch Verantwortliche des Bundes Deutscher Radfahrer ( BDR) schwer, wenngleich er keine Namen nannte. "Man empfahl mir dringend, die Gesundheit sichernde beziehungsweise leistungsoptimierende Präparate zu nehmen." Der Übergang zur Einnahme verbotener Medikamente wie Anabolika sei fließend gewesen.

An die Einnahme gewöhnt

Lechner habe nach eigenen Aussagen weder darum gebeten, noch Andeutungen gemacht: "Ich bekam es, Punkt." Lechner, der in Seoul Bronze im 1000-Meter-Zeitfahren gewann, habe den Eindruck gehabt, als sei es selbstverständlich, die medizinische Betreuung bis an die Grenzen auszureizen. Lechner stellte in dieser Phase fest, dass die "ohnehin unzureichende Trainingsbetreuung in dem Maße abnahm, wie die medizinische Versorgung zunahm".

Obwohl er wusste, dass es sich um unzulässige Mittel handelte, habe er geschluckt, so Lechner in der " FAZ ". "An die Einnahme von Medikamenten war ich ja gewöhnt. Ich hatte den Eindruck, als sei es selbstverständlich, die medizinische Betreuung bis an die Grenzen auszureizen. Die als gefahrlos bezeichnete Anwendung, die geringe Dosierung, der Hinweis, alles sei innerhalb von zwei Tagen nicht mehr nachweisbar, und die Aussicht auf stärkere Muskeln überwogen schließlich mein schlechtes Gewissen. Es gab da einen Grundsatz: Wenn man nicht positiv getestet wird, dann ist man auch nicht positiv."

Der Athlet notierte in seinem Trainingsbuch alle Daten und Dosierungen. Die Einnahme verbotener Substanzen beendete er nach eigenen Angaben am 8. August 1988. Bei seinem Olympia-Start am 20. September waren die Mittel nicht mehr nachweisbar.

sid/dpa | Stand: 27.02.2008, 16:45

 

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