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14.03.2010 | 16.00 Uhr

Olympia 2010

Reaktionen deutscher Sportler auf den DOSB-Beschluss

Menschenrechte als Maßstab?

Mit Erleichterung haben deutsche Athleten auf die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), einen Olympia-Boykott für Peking auszuschließen, reagiert. Sie zeigten aber gleichzeitig Bereitschaft zum stillen Protest.

Degenfechterin Imke Duplitzer: "Ich fahre mit gemischten Gefühlen hin und finde es nicht klasse. Bei meinen vierten Spielen könnte ich zum ersten Mal zur Eröffnungsfeier, aber ich werde da wohl nicht hingehen, um zu zeigen, ich bin hier, weilich hier sein muss. Nach meinem Wettkampf werde ich China wohl sofort verlassen und nicht bis zum Ende der Spiele bleiben. Es ist die Verpflichtung des IOC, die Spiele nur an Länder zu vergeben, die der Olympischen Idee würdig sind."

Schwimmerin Antje Buschschulte: "Wenn man die Menschenrechte als Maßstab nimmt, dann hätte man die Spiele erst gar nicht nach China vergeben dürfen. Bei vielen anderen Kriegen interessiert es auch nicht, ob Olympische Spiele stattfinden. Leider hält sich die Welt nicht mehr an den Grundsatz aus der Antike, wonach während der Olympischen Spiele kein Krieg geführt werden darf."

Dietzsch: "Boykott ist kein Mittel"

Diskuswerferin Franka Dietzsch: "Ich stimme der DOSB-Entscheidung zu. Ein Boykott ist kein Mittel, solche Probleme zulösen. Der Sport soll Brücken bauen und zur Verständigung beitragen. Ich gehe davon aus, dass die Teilnahme einer deutschen Mannschaft gut überlegt ist und sehe es als Verpflichtung für mich, dann auch dabei zu sein."

Hammerwerfer Markus Esser: "Olympische Spiele sind für jeden Athleten das Größte. Deshalb war es für mich ein Schlag ins Gesicht, als unsere Teilnahme infrage gestellt und über einen Boykott diskutiert wurde. Die Probleme mit China gibt es nicht erst seit heute, sondern waren schon vor sieben Jahren bekannt, als die Spiele nach Peking vergeben wurden."

Ecker will stillen Protest

Danny Ecker; Rechte: dpa

Stabhochspringer Danny Ecker

Stabhochspringer Danny Ecker: "Es ist traurig, was in China passiert, ein Boykott würde daran aber nichts ändern. Sinnvoller wäre es, wenn die Athleten mit stillem Protest ihr Gesicht zeigen und bei den Spielen beispielsweise Armbänder gegen die Unruhen tragen. Da bin ich dabei."

Radprofi Linus Gerdemann: "Ich kann die Tibeter verstehen, die auf der Olympia-Plattform auf die mangelnden Menschenrechte in China hinweisen. Aber ich bin nicht der Meinung, dass der Sport durch einen Boykott Druck ausüben sollte."

Triathlet Jan Frodeno: "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Olympia-Boykotts nicht die erhoffte Wirkung erzielt haben. Ich würde es für wirkungsvoller halten, wenn sich Olympia-Sponsoren und die dort involvierte Wirtschaft entsprechend verhalten würden. Der französische Innenminister hat vorgeschlagen, die Eröffnungsfeier zu boykottieren. Damit könnte ich mich anfreunden."

dpa | Stand: 25.03.2008, 15:14

 

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