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EM 2010
Deutschland - Tschechien 26:26
Schlechtestes Ergebnis der EM-Geschichte
Es sollte nicht sein: Auch das letzte Spiel bei der EM in Österreich hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft nicht gewinnen können. Das Team von Trainer Heiner Brand kam zum Abschluss der Hauptrunde in Innsbruck nur zu einem 26:26 (16:14) gegen Tschechien.
Damit schafften die deutschen Handballer bei dem für sie enttäuschend verlaufenden EM-Turnier nur einen Sieg und und beklagten mit Platz zehn noch hinterGastgeber Österreich ihr schlechtestes Abschneiden in der
Turniergeschichte. Drei Jahre nach dem WM-Titel von Köln und zwei nach dem vierten EM-Platz in Norwegen muss der DHB mit seiner jungen Mannschaft zudem einen gehörigen Imageschaden hinnehmen. Gegen den insgesamt harmlosen EM-14. aus Tschechien war Lars Kaufmann (7) noch bester deutscher Werfer.
Kämpferische Einstellung stimmte
"Wir waren heute nicht in der Lage, über 60 Minuten gut zu spielen. Die erste Halbzeit war in Ordnung, aber in der zweiten Hälfte war uns die Müdigkeit anzusehen. Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten", sagte Heiner Brand, der das taktische Verhalten in den letzten Sekunden harsch kritisierte. Dabei hatten seine Schützlinge die Möglichkeit zum Siegtreffer vergeben. Auch Torwart Johannes Bitter (HSV Hamburg), der wieder mal
zu den besten Akteuren im Team gehörte, konnte seine Enttäuschung
nicht verbergen: "Der Ausgang dieses Spiels hätte nicht passender
sein können. Wir schaffen es nicht, den möglichen Sieg über die
Zeit zu bringen. Das ist typisch."
Zwei Tage nach der schlechtesten Turnierleistung und dem 20:25 gegen Spanien stimmte zunächst zumindest die kämpferische Einstellung noch einmal. In der letzten Viertelstunde häuften sich dann aber vor allem im Angriff wieder die Unkonzentriertheiten und Fehler - und die Deutschen brachten den Gegner wieder selbst ins Spiel. Anderthalb Minuten vor dem Ende gingen die Tschechen beim 25:26 erstmals nach neun Minuten wieder in Führung, die Christoph Theuerkauf aber noch ausglich.
Kraus bleibt erneut blass
Erneut blass blieb der viel kritisierte Kapitän Michael Kraus (Lemgo) auf der Mittelposition. Vor dem Spiel hatte er einen Sieg gefordert, um die "nächsten Herausforderungen" mit einem positiven Gefühl im Rücken angehen zu können. Eine allzu große Hilfe war er dann auf dem Feld aber nicht. Gar nur Tribünenzuschauer war Rückraumspieler Holger Glandorf nach seiner Knieverletzung aus den Spanien-Spiel. Für ihn spielte Michael Müller von den Rhein-Neckar Löwen.
Erfolgreich war lange auch die Maßnahme von Heiner Brand, den bislang besten Torschützen des Turniers, den Kieler Rückraumstar Filip Jicha, durch Kreisläufer Theuerkauf in kurze Deckung nehmen zu lassen. Ohne seinen überragenden Mann fiel dem EM-14. von 2008, für den das Erreichen der EM-Hauptrunde schon ein Erfolg war, nicht viel ein. In der Olympiahalle erwischte die deutsche Mannschaft wie fast in jedem EM-Spiel einen Fehlstart und lag nach sieben Minuten mit 0:3 zurück. Nach dem ersten Treffer durch Lars Kaufmann kam dann aber der deutsche Rückraum ins Spiel und hatte beim 13:10 (25.) ebenfalls zum ersten Mal einen Drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen.
Doch auch wenn das DHB-Team im Anschluss das Spiel im Griff hatte - weiter absetzen konnte es sich nicht. Erneut lief zu wenig über die Außenpositionen und wieder leisteten sich die Deutschen einige Unkonzentrierten im Angriff. Auch machten sich die Belastungen bemerkbar, immerhin war es das sechste Spiel in zehn Tagen. So glichen die Tschechen nach 47 Minuten erstmals wieder aus (20:20) bescherten den Deutschen ein erneutes Auf und Ab in den letzten Minten.
Halbfinale komplett
Frankreich und Island sowie Kroatien und Polen bestreiten bei der Handball-EM in Österreich die Halbfinals. Olympiasieger und Weltmeister Frankreich gewann in Innsbruck das entscheidende Spiel um den Sieg in der deutschen Hauptrundengruppe II gegen Polen mit 29:24. Polen war bereits vor dem letzten Spiel qualifiziert. Erster in der Hauptrunden-Gruppe I wurde der WM-Zweite Kroatien, der sich in Wien in der Neuauflage des EM-Finale von 2008 mit 27:23 gegen Dänemark durchsetzte und damit den Titelverteidiger ausschaltete. Der Olympia-Zweite Island sicherte sich den Einzug ins Halbfinale gegen Polen durch einen 35:34 (18:16)-Zittersieg gegen Norwegen. Spanien hatte überhaupt keine Mühe und deklassierte Schweden mit 40:32. Gastgeber Österreich feierte einen 31:30-Erfolg über Russland. Damit zog der Turnierneuling mit Rang neun in der Endabrechnung noch an den Deutschen vorbei.
sid/dpa | Stand: 28.01.2010, 22:00
Samstag, 13.03.2010
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Der deutsche Kader
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