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EM 2010
Deutschland unterliegt Spanien bei der EM mit 20:25
Minimalziel verpasst
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft kann bei der EM in Österreich das Spiel um Platz fünf nicht mehr erreichen und hat damit ihr Minimalziel verpasst. In ihrem vorletzten Hauptrundenspiel unterlag die Mannschaft von Trainer Heiner Brand Spanien klar mit 20:25 (9:14) und belegt damit weiter den letzten Platz ihrer Hauptrundengruppe. "Ich habe vielleicht auch gedacht, dass die Mannschaft einen Schritt weiter wäre", sagte Brand.
Kein Durchkommen für Holger Glandorf (Mitte)
Die deutschen Handballer müssen damit erstmals seit zehn Jahren vorzeitig von einer EM abreisen. Es ist die schlechteste EM-Platzierung für Deutschland seit dem neunten Platz im Jahr 2000. Mit einem Sieg am Donnerstag (28.01.10/16.30 Uhr) kann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) maximal noch Platz vier in ihrer Hauptrundengruppe erreichen. Die Spanier wahrten durch den Erfolg dagegen ihre Chance auf den Halbfinaleinzug. Heiner Brand nahm seine unerfahrene Mannschaft in Schutz. "Sie wollte schon, aber es war ein körperliches Problem", sagte er: "Ich habe mich auch sehr geärgert, aber mit ein bisschen Abstand habe ich für einiges Verständnis, weil ich weiß, dass die Mannschaft alles gibt."
Vor nur rund 5000 Zuschauern bot die deutsche Mannschaft eine ernüchternde Leistung und blieb über weite Strecklen chancenlos. Sie agierte vor allem im Angriff unbeholfen und planlos. Im Gegensatz zu den leidenschaftlichen Auftritten bisher ließen die DHB-Akteure jegliches Aufbäumen vermissen. Vor allem im Angriff bot die deutsche Mannschaft eine enttäuschende Leistung. Bei einer insgesamt indiskutablen Torausbeute war Uwe Gensheimer mit fünf Treffern noch der beste Werfer. Die Trefferquote lag in der ersten Spielhälfte gerade einmal bei 43 Prozent. "Der Körper hat bei einigen nicht mehr mitgespielt. Wenn man nicht voll bei Kräften ist, treten Mängel noch verstärkt auf. Bei einigen fehlte der letzte Kick, weil sie einfach müde waren", sagte Heiner Brand und schob nach: "Die wollten schon. Die Bereitschaft zu gewinnen war auch heute da."
Ideenlosigkeit bei der deutschen Mannschaft
Wie angekündigt verzichtete Heiner Brand trotz des verpassten Halbfinals auch im zweiten Spiel der Hauptrunde zunächst auf Experimente. "Ich werde versuchen die stärkste Mannschaft aufzustellen. Wir haben eine Verantwortung gegenüber dem Handball und müssen uns entsprechend präsentieren", hatte der Bundestrainer vor dem Spiel gesagt. Allerdings setzten seine Spieler diese Forderung zunächst mehr schlecht als recht um. Technische Fehler und schwache Torabschlüsse sorgten wie in den vorangegangenen Partien für Ballverluste. Nach sieben Minuten lag die deutsche Mannschaft bereits mit 1:3 zurück.
Die Ideenlosigkeit gegen die robuste und zupackende Abwehr der Spanier verhinderte ein flüssiges Kombinationsspiel. Immer wieder rannten sich die Mannen um Kapitän Michael Kraus in Einzelaktionen im spanischen Deckungsblock fest. "Wir haben uns in den ersten Minuten von der Härte der Spanier den Schneid abkaufen lassen", sagte Kraus. Die Spanier seien hochmotiviert gewesen, "bei denen ging es um alles, wir hatten theoretisch noch die Chance auf Platz fünf". Allerdings boten auch die Iberer im Duell der Weltmeister von 2005 und 2007 keine Glanzleistung. So hielt die DHB-Auswahl den Rückstand bis zum 6:8 (19.) in Grenzen.
Eine Lektion in Sachen Effektivität
Doch eine Chance auf den angestrebten Ausgleich erspielten sich die deutschen Akteure nicht. Stattdessen hatten die deutschen Spieler nun auch noch Wurfpech und trafen mehrmals Latte und Pfosten. Die Spanier hingegen machten es besser. Die DHB-Auswahl geriet so Tor um Tor weiter uns Hintertreffen, lag beim 7:12 (24.) erstmals mit fünf Treffern zurück und konnte dies bis zum 9:14-Pausenstand nicht mehr wettmachen. Zur zweiten Halbzeit wechselte Brand durch und gab den Spielern mit zuletzt wenigen Einsätzen eine Chance. Im Tor ersetzte der Berliner Silvio Heinevetter den Hamburger Johannes Bitter, im linken Rückraum kam Sven-Sören Christophersen (Wetzlar) für Lars Kaufmann (Göppingen) und am Kreis agierte Göppingens Manuel Späth für den Magdeburger Christoph Theuerkauf. In dieser Besetzung kassierte die DHB-Auswahl einen 10:17-Rückstand (34.).
In erster Linie bekam die deutsche Mannschaft eine Lektion in Sachen Effektivität erteilt. Nach weit weniger als 50 Prozent getroffener Torwürfe in der ersten Halbzeit steigerte sich die Quote auch in den zweiten 30 Minuten nicht. Die Spanier hingegen blieben konsequent beim Nutzen ihrer Torchancen und setzten sich vorentscheidend auf 23:16 (53.) ab.
dpa/sid | Stand: 26.01.2010, 19:48
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