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21.11.2009 | 02.53 Uhr

Nationalmannschaft

Erste WM-Medaille seit zehn Jahren

Happy-End für deutsche Handballerinnen

Dank einer famosen Aufholjagd haben Deutschlands Handballerinnen ihre Rückkehr in die Weltspitze bei der WM in Frankreich mit der Bronzemedaille gekrönt. Durch ein 36:35 (32:32, 11:18) n.V. im Spiel um Platz drei gegen Rumänien sicherte sich das Team um die überragende Grit Jurack das erste Edelmetall seit zehn Jahren.

Der zuvor angekündigte Party-Marathon begann schon
auf dem Parkett des Pariser Palais Omnisports. Nach dem Abpfiff des Verlängerungskrimis, in dem die Deutschen neun Minuten vor Ende der regulären Spielzeit noch mit sieben Toren zurückgelegen hatten, flossen die Freudentränen. "Jetzt haben wir endlich diese Medaille, die wir uns echt verdient haben. Wir haben immer an uns geglaubt", jubelte die in der Verlängerung grandios haltende Keeperin Clara Woltering (Bayer Leverkusen)

Zurück in der Weltspitze

Den bitteren Tränen über die unglückliche 30:33 (16:19)-Niederlage im Halbfinale gegen Europameister Norwegen folgte einen Tag später der große Jubel über den Sprung zurück unter die drei weltbesten Teams. "Diese Mannschaft ist der Wahnsinn, sie lebt den Teamgeist. Ich bin stolz auf alle", erklärte Bundestrainer Armin Emrich, während auch DHB-Vizepräsident Reiner Witte ein durchweg positives Fazit zog: "In den vergangenen Jahren waren wir an der Weltspitze dran, jetzt sind wir mittendrin."

Torkönigin Jurack

Vor 14.000 Zuschauern im ausverkauften Palais Omnisports besiegelten Jurack (12 Tore/Viborg HK) in ihrem 250. Länderspiel und Maren Baumbach (9/FC Kopenhagen) im "kleinen Finale" die Revanche für die Hauptrundenpleite gegen Rumänien (24:32). Jurack schraubte ihr WM-Torekonto auf 85 Treffer und wurde damit Torschützenkönigin des Turniers.

In der ersten Halbzeit offenbarte die Sieben von Emrich ungewohnte Wurfschwächen und fand ihre Meisterin in der rumänischen Torhüterin Luminita Dinu. In der Abwehr taten sich große Lücken auf, die besonders Adina Mairosu (12) nutzte. Den zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand konnte der WM-Sechste von 2005 zwar dank eines konzentrierten Beginns nach dem Wechsel egalisieren (19:19/42.), doch Rumänien zog erneut davon (28:21/51.). Allerdings bewiesen die Deutschen ihr großes Kämpferherz und glichen quasi mit dem Schlusspfiff zum 32:32 durch Baumbach aus. In der Verlängerung behielt die DHB-Formation dann kühlen Kopf.

Rosige Perspektiven

Nach dem vierten Platz bei der EM im vergangenen Jahr und Rang sechs bei der WM 2005 bestätigte das Abschneiden in Frankreich den kontinuierlichen Aufschwung unter Emrich, der sich jetzt neue Impulse für die Basis verspricht. "Der entscheidende Schritt ist immer der Erfolg der Nationalmannschaft. Und das Erreichen des Halbfinals war ein solcher", sagte der 56-jährige Emrich und betonte nach dem besten WM-Ergebnis seit dem Gewinn von Bronze 1997: "Der Handball hat in Deutschland gewaltig zugelegt, der Frauenhandball zuletzt auch."

Und die Perspektiven sind rosig: Nach zwölfjähriger Durststrecke winkt der DHB-Auswahl die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Durch den Halbfinal-Einzug erspielte sie sich das Heimrecht für eines der drei olympischen Qualiturniere im März 2008. Als Austragungsort ist Leipzig vorgesehen. Das Emrich-Team will in der aktuellen Konstellation zusammenbleiben. Zudem kehrt die bei der WM wegen einer Schulterverletzung fehlenden Anja Althaus (Viborg HK) als abwehrstarke Leistungsträgerin zurück.

IHF bestätigt Doping-Fall

Der Weltverband IHF machte am Sonntag (16.12.07) einen Doping-Fall publik. Um welche Spielerin es sich handelt oder aus welchem Land sie stammt, wollte Hans Holdhaus, Leiter der Anti-.Doping-Gruppe beim IHF, unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht preisgeben. Dem Vernehmen nach soll es sich um eine Spielerin aus Paraguay handeln. Bei der entdeckten verbotenen Substanz handelt es sich um ein Kortison-Präparat. Der betroffene Verband hat 14 Tage Zeit, sich zu äußern oder die Öffnung einer B-Probe zu verlangen.

sid | Stand: 16.12.2007, 17:00

 

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