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21.11.2009 | 02.54 Uhr

Bundesliga

SG Flensburg Handwitt trifft auf den THW Kiel

Das ewig junge Derby

Von Mathias Deppisch

Das Gastspiel des THW Kiel bei der SG Flensburg-Handewitt ist mehr als nur das Duell zwischen dem Tabellenführer und seinem Verfolger in der Handball-Bundesliga.

Lars Christiansen; Rechte: dpa

Flensburgs Publikumsliebling: Lars Christiansen

Rein geographisch betrachtet liegen Flensburg und Kiel sehr nahe beieinander. Autobahn A7, knapp 90 Kilometer ein Katzensprung. Wenn es aber um Handball geht, trennen die beiden Städte in Deutschlands nördlichstem Bundesland Welten.

"Wie das Aufeinandertreffen zweier Religionen" seien die Spiele zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt, urteilt Lars Christiansen. Der Flensburger Publikumsliebling muss es wissen - seit nunmehr elf Jahren hält der dänische Linksaußen seinem Verein die Treue und hat schon so manches Derby hinter sich. Am Samstag (22.09.2007) fordert Flensburg als Tabellenzweiter den Meister und derzeitigen Primus aus Kiel heraus. Bei einem Sieg winkt die Tabellenführung - und sicher auch eine große Genugtuung.

Wer die Rivalität der beiden Klubs nachvollziehen will, möge einen Vergleich zum Fußball ziehen. Schalke und Dortmund, 1860 und Bayern - die Anhänger dieser Vereine sind sich ebenfalls spinnefeind. Doch die jüngste, atemberaubende Erfolgsgeschichte des THW und der SG macht dann eben doch einen Unterschied: Seit 1993 wanderten elf Meisterschaften (zehn für Kiel/ eine für Flensburg) und je sieben Pokalsiege (4/3) und Europapokalgewinne (4/3) an die schleswig-holsteinische Küste. "Eine einzigartige Bilanz", findet Kiels Manager Uwe Schwenker.

Spannung, Dramatik, Emotion

Schwenker war es, der 1993 Zvonimr "Noka" Sedarusic nach Kiel holte und seitdem ein kongeniales Duo mit ihm bildet. Wenige Monate zuvor war Sedarusic ausgerechnet beim Nachbarn in Flensburg geschasst worden. Ein Umstand, den der knorrige Kroate offensichtlich nie ganz verdaut hat. "Noka war vor den Derbys immer extrem angespannt und hat uns Niederlagen über Wochen nicht verziehen", sagt Olaf Mast, der 1996 zwar Deutscher Meister mit dem THW wurde, aber seinerzeit in der Liga gegen Flensburg nicht gewinnen konnte.

In der letzten Saison duellierten sich die beiden Kontrahenten gleich mehrmals - und alle fünf Spielen überboten sich regelrecht an Spannung, Dramatik und Emotion. Wenn es aber darauf ankam, hatten die Kieler die Nase stets vorn. Unvergesslich die beiden Finalspiele um Europas Krone. Der THW siegte mit einer Rumpftruppe und erreichte so das Triple - den Dreifachtriumph aus Pokalsieg, Gewinn der Champions League und Meisterschaft. In allen drei Wettbewerben war für die Flensburger kein Vorbeikommen am THW. Eine schmerzliche Erkenntnis.

Kiel hat aufgerüstet

Für die aktuelle Spielzeit hat Kiel personell noch mal kräftig nachgelegt und mit Borge Lund (HSG Nordhorn) und Filip Jicha (TBW Lemgo) zwei exzellente Rückraumspieler verpflichtet. Klarer Favorit für das Derby sind sie deswegen freilich noch lang nicht. "Wir wollen Kiel unbedingt besiegen. Ich erwarte ein großes Handballfest, eine Sehenswürdigkeit für Schleswig-Holstein", fiebert SG-Sportdirektor Anders Dahl-Nielsen dem "Spiel des Jahres" entgegen. Einen Titel wollen die Flensburger in diesem Jahr holen - mindestens.

Der letzte THW-Erfolg in Flensburg liegt indes schon über fünf Jahre zurück. Damals siegten die Kieler 26:24 - und sicherten sich am letzten Spieltag den Meistertitel. Damals wie heuer dabei: Kapitän Stefan Lövgren. Der Schwede weiß, um was es geht: "Es ist jedes Mal auf ein Neues ein besonderes Spiel. Da musst du noch mal 10 Prozent mehr rausholen."

Stand: 21.09.2007, 08:30

 

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