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23.02.2012 | 02.55 Uhr

Bundesliga

Jansen und Petric schießen HSV zum Auswärtssieg

Hamburg verdirbt Skibbe die Heimpremiere

Hertha BSC schlittert unter dem neuen Trainer Michael Skibbe weiter in die Krise. Die erschreckend schwachen Berliner verloren eine Woche nach dem 0:2 beim 1. FC Nürnberg auch gegen den Hamburger SV mit 1:2 (0:2).

Hamburger Spieler jubeln; Rechte: Reuters Die Hamburger Spieler hatten beim Gastspiel in Berlin Grund zur Freude.

Die Hertha wartet damit nach dem Heimdebüt des im Winter verpflichteten Skibbe seit nunmehr acht Spielen auf einen Bundesliga-Sieg. Bei seiner sechsten Trainerstation verlor Skibbe erstmals die ersten beiden Spiele und war "sehr enttäuscht" von seinem Team: "Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, war weit unter dem Bundesliga-Schnitt", sagte der Nachfolger von Markus Babbel. "Ich erwarte eine deutliche Reaktion."

Die zeigte der HSV sechs Tage nach der 1:5-Pleite gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund und schob sich in der Tabelle an den Berlinern vorbei. In dem im Vorfeld von Boulevard-Medien als "Abstiegs-Gipfel" bezeichneten Spiel trafen Nationalspieler Marcell Jansen (24.) sowie der genesene Stürmer Mladen Petric (45.+1) zum verdienten Sieg der Hamburger, die damit unter Thorsten Fink in der Liga auswärts unbesiegt bleiben. Für die Hertha verkürzte acht Minuten vor dem Ende Pierre-Michel Lasogga.

Ganz schwache Anfangsphase

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"Es war wichtig, dass wir eine solche Reaktion gezeigt haben, das war deine sehr ordentliche Leistung, die zeigt, dass die Mannschaft Charakter und Selbstvertrauen hat", freute sich HSV-Coach Fink, der nach dem 1:5 gegen Dortmund drei Veränderungen vorgenommen hatte: David Jarolim stand erstmals seit über vier Monaten für Gojko Kacar wieder in der Anfangsformation. Petric und Startelf-Debütant Jacopo Sala ersetzten Zhi Gin Andreas Lam und Robert Tesche.

Skibbe veränderte seine Mannschaft auf zwei Positionen: Fabian Lustenberger ersetzte Peter Niemeyer auf der Sechserposition, hinter den Spitzen erhielt der Ex-Hamburger Tunay Torun den Vorzug vor Ronny. Aber auch diese beiden vermochten keine Akzente zu setzen.

Janker erleidet Jochbeinbruch

In der Anfangsphase waren den Teams vor 49.168 Zuschauern im Olympiastadion die Verunsicherung und der Erfolgsdruck anzumerken. Torchancen blieben auf beiden Seiten aus. Berlin musste nach 22 Minuten einen Schock verkraften, als Christoph Janker nach einem Zusammenprall mit HSV-Keeper Jaroslav Drobny mit einem Jochbeinbruch vom Platz musste. Für ihn gab der etatmäßige Kapitän Andre Mijatovic nach auskurierter Sprunggelenkverletzung sein Comeback. Nach seiner fünften Gelben Karte muss er allerdings am kommenden Samstag gegen Hannover 96 schon wieder zuschauen.

Nur zwei Minuten nach der Auswechslung nutzte Jansen die fehlende Zuordnung in Herthas Defensive zur Führung. Zuvor hatte Hamburgs Dennis Diekmeier Lewan Kobiaschwilli an der Torauslinie alt aussehen lassen. Die Berliner, die das Fehlen ihres nach wie vor rotgesperrten Kreativspielers Raffael wieder nicht verkrafteten, wirkten ideenlos und schlecht organisiert. Im Spiel nach vorne wurde zu oft durch die Mitte gespielt. Besser machten es die Gäste, die vor allem über die rechte Seite gefährlich waren. Folgerichtig gab wieder der auffällige Diekmeier die Flanke zu Petrics 2:0, der dabei erneut Abstimmungsprobleme in der völlig indisponierten Hertha-Defensive ausnutzte.

Skibbe von seinem Team enttäuscht

"Wir haben zum richtigen Zeitpunkt das 2:0 gemacht, bis zur 80. Minute habe ich nicht gedacht, dass noch etwas anbrennt", sagte Fink. Denn auch nach dem Seitenwechsel blieben die Hamburger zunächst die bestimmende Mannschaft. Skibbe, der fast über die gesamte Spielzeit weitgehend regungslos an der Seitenlinie stand, sah viele Abspielfehler und unkontrollierte Offensivaktionen seiner Elf. Die Gastgeber blieben zwar bemüht, allerdings fehlte im Abschluss bis zu Lasoggas Kopfballtreffer die letzte Entschlossenheit.

Vier Minuten später hatte Lasogga sogar die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Drobny. "Der Unterschied war: Uns hat der letzte Killerinstinkt vor dem Tor gefehlt", analysierte Lustenberger. "Wir müssen es mal schaffen, 90 Minuten mit Konstanz zu spielen." Von den Fans gab es nach dem Abpfiff ein gellendes Pfeifkonzert.

"Wenn wir so spielen, wird es sehr, sehr schwer für uns. Ohne Mumm, ohne Selbstbewusstsein und so ängstlich zu Hause - das geht gar nicht", sagte Kapitän Mijatovic. "Jetzt sollte auch dem Letzten bewusst sein, dass wir bis zum Schluss kämpfen müssen", stellte Andreas Ottl fest und prophezeite einen kraftraubenden Abstiegskampf.

sid/dpa | Stand: 28.01.2012, 17:21

 

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