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Bundesliga
Nach der Entlassung beim VfL Bochum
Herrlich wehrt sich gegen Vorwürfe
Die Not ist groß, der Zeitpunkt außergewöhnlich. Mit der überraschenden Trennung von Trainer Heiko Herrlich will der VfL Bochum letzte Kräfte im Kampf gegen den Abstieg mobilisieren.
Heiko Herrlich
Nur zwei Spieltage vor Saisonschluss beendete der nach zehn sieglosen Partien auf Rang 16 abgerutschte Bundesligist die Zusammenarbeit mit dem Fußball-Lehrer. Statt Herrlich wird der ehemalige Profi Dariusz Wosz das Team auf die restlichen Saisonspiele beim FC Bayern München und gegen Hannover 96 vorbereiten. "Es geht darum, den Hebel umzulegen und nach dem letzten Strohhalm zu greifen. Wir wollen der Mannschaft ein anderes Gesicht geben", sagte Sportvorstand Thomas Ernst.
In einer rund 60-minütigen Sitzung am Donnerstagmorgen mit Ernst, Vereinschef Werner Altegoer und Finanzvorstand Ansgar Schwenken wurde Herrlich über die Trennung informiert. Einige Profis erfuhren erst zu Beginn des Trainings am Nachmittag von dieser Maßnahme. Damit geht Herrlichs erstes Engagement als Chefcoach im Profifußball nach nur sechs Monaten abrupt zu Ende.
"Herrlich hat viele Dinge angeschoben"
Alle Hoffnungen auf "herrliche" Zeiten in Bochum erwiesen sich als Wunschdenken. Zwar blieb das Team unter der Regie des mit einem Vertrag bis 2012 ausgestatteten früheren DFB-Trainers zwischen dem 17. und 24. Spieltag ohne Niederlage, verspielte aber in den Wochen darauf den komfortablen Neun-Punkte-Abstand auf einen Relegationsplatz. "Heiko Herrlich hat viele positive Dinge angeschoben. Aber am Ende zählt der Erfolg", sagte Ernst.
Vor allem die bedenklichen Angriffsleistungen beim 0:2 in Köln und beim 0:2 gegen Stuttgart gaben zu denken. In beiden Partien erspielte sich der VfL insgesamt nur eine Torchance. Neben der sportlichen Talfahrt trugen die anhaltenden Schlagzeilen von einem zerrütteten Verhältnis zwischen Coach und Profis zur Klimaverschlechterung bei. So hatte sich Offensivkraft Joel Epallé kurz vor der Herrlich- Entlassung öffentlich über die Menschenführung des Trainers beklagt. "Ich habe schon vor Wochen beim Vorstand vorgesprochen, es ist aber nichts passiert. In den letzten Tagen gab es zunehmend Unstimmigkeiten zwischen Mannschaft und Trainerteam", sagte Kapitän Marcel Maltritz dem TV-Sender "Sport1".
Herrlich: "Vorwürfe sind absurd"
Die Vorwürfe der Profis hält Herrlich für absurd. "Dass man mir jetzt plötzlich vorwirft, ich hätte den falschen Umgangston angeschlagen, ist fragwürdig", sagte er in einem Interview auf der Internetseite der "Süddeutschen Zeitung". Zudem habe die Vereinsführung zu wenig hinter ihm gestanden: "Wenn Spieler in Bochum offenbar die Gelegenheit haben, sich bei Leuten aus der Führungsebene zu beklagen, dann hast du als Trainer keine Chance. Das habe ich früher mal in Dortmund erlebt. Dann können die Verantwortlichen hundertmal sagen: Wir halten zum Trainer."
Wosz zum Zweiten
Herrlichs Nachfolger Wosz war in dieser Saison schon einmal als Nothelfer eingesprungen. Nach der Trennung von Marcel Koller versuchte er an der Seite von Interimscoach Frank Heinemann für gut einen Monat, eine Trendwende einzuleiten. Mit dem Amtsantritt von Herrlich am 27. Oktober wandte er sich wieder mehr seiner Arbeit als Junioren-Coach zu. "Ich war überrascht, habe aber keine Sekunde gezögert, Ja zu sagen. Ich will versuchen, die Blockade aus den Köpfen der Spieler zu kriegen", kommentierte der ehemalige VfL-Profi seine Beförderung zum Interimstrainer. Dass Wosz eine Dauerlösung werden könnte, schloss Ernst jedoch aus: "Wir gehen auf jeden Fall mit einem neuen Trainer in die nächste Saison."
dpa | Stand: 29.04.2010, 19:50
Kommentare 1 bis 5 von 90
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günni schrieb am 01.05.2010 22.26 Uhr: herrlich ist und bleit ein jugend trainer dazu noch ein ex do spieler so einen brauchen wir in bo nicht
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bochum fan schrieb am 01.05.2010 22.07 Uhr: ihr seit doch arm der vfl wird nicht absteigen
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knarz schrieb am 01.05.2010 12.32 Uhr: ja, man müsste mal mehr in die Jugendarbeit investieren und auf das kollektive Spiel fördern - statt die egoismen - aufm Platz. Bestes Beispiel ist Fulham gewesen gegen HSV. Kollektiv und alles geben!! Der Trainer muss allerdings auch motivieren können, wie z.B. Klopp in Dortmund, die wären sonst auch nicht da oben!
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Mats schrieb am 01.05.2010 10.00 Uhr: Der Fussball ist Arbeitgeber, Steuerzahler, Lebenselexier für zufriedene Fans, Markenzeichen und Attraktion der Region und kein Ponyhof. Hier gehts nicht um Heikos Klasse, sondern um die elementare Position eines Bundesliga-Trainers. Bestes Beispiel ist Kaiserslautern- ohne sportlichen Erfolg kannst Du nunmal nicht die Leistungsträger und engagierten Helfer im Verein motivieren und halten. Die trennung zwei Tage vor Schluß halte ich dennoch für das falsche Signal! Gute Trainer wollen auch nicht zu einem Club, der einen in wenig plausiblen Momenten, wie zwei Tage vor BL-Ende, den Hut nehmen lässt.
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freestyler schrieb am 01.05.2010 02.33 Uhr: Jetzt steigt Bochum erst recht ab!! Jetzt den Trainer entlassen is totale Dummheit!! In Bielefeld hat man ja gesehn wohin des führt 2 Spieltage vor Schluss!!
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- Freiburg : Stuttgart
- Dortmund : Wolfsburg
- Gladbach : Frankfurt
- Hamburg : Nürnberg
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| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Hoffenheim | 2 | 6 |
| 1. | K'lautern | 2 | 6 |
| 3. | FSV Mainz 05 | 2 | 6 |
| 4. | Hamburger SV | 2 | 6 |
| 5. | Hannover 96 | 2 | 6 |
| ... | |||
| 16. | E. Frankfurt | 2 | 0 |
| 17. | 1. FC Köln | 2 | 0 |
| 18. | VfB Stuttgart | 2 | 0 |
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