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06.09.2010 | 04.02 Uhr

Bundesliga

1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach 1:1 (0:0)

Remis im rheinischen Derby

Den Befreiungsschlag haben beide verpasst. Im rheinischen Derby trennten sich die Lokalrivalen aus Köln und Mönchengladbach 1:1 (0:0). Eine Punkteteilung, die Gladbach zwar mehr bringt als dem FC. Trotzdem dürfte sich der Gast ärgern, die Führung nicht ins Ziel gebracht zu haben.

Ausgerechnet der schon als Transferflop abgestempelte Portugiese Maniche bewahrte den 1. FC Köln vor einem Derby-Albtraum. Mit einem Traumtor aus 16 Metern erzielte er im 76. rheinischen Erzrivalen-Duell gegen Borussia Mönchengladbach in der 79. Minute den Ausgleich zum 1:1 (0:0) und rettete damit einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Marco Reus hatte die Gäste in der 56. Minute in Führung gebracht.

"Das war kein hochklassiges Derby", sagte der Gladbacher Torschütze nach dem Schlusspfiff. "Ich denke, beide Mannschaften können mit dem 1:1 gut leben. Wir haben uns nach dem 1:0 zu weit zurückgezogen. Wir hätten mehr nach vorn machen müssen, dann hätten wir das 1:0 über die Zeit gebracht." So sah es auch sein Kölner Pendant Maniche: "Das war ein wichtiges Spiel. Wir haben alles gegeben und können letztlich mit dem Unentschieden leben."

Keine Ausschreitungen vor dem Spiel

Der FC ist nun bereits seit sieben Spielen ohne Sieg und hat 28 Zähler auf dem Konto. Gladbach ist nun seit fünf Spielen ohne Erfolgserlebnis, steht aber mit 31 Punkten besser da.

Das Spiel begann mit zehnminütiger Verspätung, weil die Polizei wegen befürchteter Krawalle rund um das Stadion Fahrzeugkontrollen durchführte und es deshalb zu Staus kam. Erfreulicherweise gab es bis zum Anpfiff keine schwerwiegenden Zwischenfälle.

Beide Trainer warteten mit veränderten Startformationen auf. Zvonimir Soldo brachte beim FC von Beginn an Kevin Pezzoni vor der Abwehr für Youngster Adam Matuschyk, auf der linken Seite spielte wieder Pierre Wome. Michael Frontzeck wechselte den Sturm komplett aus, Roberto Colautti und Raul Bobadilla blieben draußen. Dafür agierte Rob Friend als einzige Spitze und U19-Spieler Patrick Herrmann gab sein Debüt in der Startelf.

Wenig Torgefahr

Die 50.000 Zuschauer, die in der ausverkauften WM-Arena für eine prächtige Stimmung sorgten, bekamen in der ersten Hälfte wenig Aufregendes geboten. Beiden Mannschaften war angesichts der sportlichen Situation eine gewisse Nervosität anzumerken. Köln wirkte aktiver, tat sich aber wie immer schwer im Spielaufbau. Die Gäste waren geradliniger, spielten aber ihre Angriff nicht konsequent aus.

Chancen waren Mangelware. Die erste große Möglichkeit hatte Köln durch Milivoje Novakovic, der nach einem Distanzschuss von Zoran Tosic plötzlich alleine vor dem Gladbacher Tor stand, aber zu überrascht war (13.). Dann leistete sich Lukas Podolski einen katastrophalen Rückpass, den Juan Arango aufnahm. Mit dessen schwachen 16-Meter-Schuss hatte Kölns Keeper Faryd Mondragon aber keine Probleme (14.). Mönchengladbach war bei Kontern über Herrmann oder Marco Reus, der aus 16 m das Tor verfehlte (25.), ab und an gefährlich.

Podolski erneut schwach

Nach zehn langweiligen Minuten im zweiten Durchgang nahm Reus hinter der Mittellinie einen kurzen Pass von Arango auf und war nach einem Alleingang mit einem Flachschuss aus 20 Metern erfolgreich. Die 5000 mitgereisten Gästefans waren aus dem Häuschen. Soldo brachte dann mit Sebastian Freis eine weitere Offensivkraft, aber es änderte kaum etwas. Die FC-Profis, bei denen Podolski einen erneut schwachen Tag erwischte, mussten sich gellende Pfiffe anhören. Besonders Linksverteidiger Wome wurde bei Ballberührung ausgepfiffen und von Soldo gegen Fabrice Ehret ausgetauscht.

"Die Partie war insgesamt ausgeglichen. Wir hatten mehr Ballbesitz, waren aber nicht so torgefährlich", resümierte Soldo die Partie und zeigte sich zumindest mit dem Einsatz seiner Mannschaft zufrieden. "Zum Schluss haben wir mit mehr Risiko gespielt und auch verdient das Tor gemacht. Die Mannschaft hat Moral gezeigt und nach dem Rückstand nicht aufgegeben." Nicht unglücklich mit dem Punkteteilung war am Ende auch der Borussia-Coach. "Wir haben uns sehr gut präsentiert und zu alter Leistungsstärke zurückgefunden. Wir haben in der ersten Halbzeit kompakt gestanden, mit Aktionen nach vorne", sagte Frontzeck. "Da hat nur der letzte Pass gefehlt. Mit ein bisschen Glück hätten wir hier gewonnen."

Bei den Gästen stachen vor allem Reus und Herrmann heraus. In einer schwachen Kölner Mannschaft fiel lediglich Petit durch Fleiß auf.

sid | Stand: 19.03.2010, 22:34

 

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