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Champions League
Schwaben chancenlos beim 0:4 in Barcelona
Lehrstunde für den VfB Stuttgart
Das "Wunder von Camp Nou" blieb aus, für den VfB Stuttgart war die derzeit beste Mannschaft der Welt mehr als eine Nummer zu groß.
Bekanntes Bild: Barcelonas Messi jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.
Gegen Titelverteidiger FC Barcelona scheiterte der Fußball-Bundesligist fast schon erwartungsgemäß im Achtelfinale der Champions League. Die Schwaben unterlagen im größten Stadion Europas im Rückspiel mit 0:4 (0:2), und waren im Gegensatz zum respektablen 1:1 im Hinspiel zwei Wochen zuvor ohne Chance gegen das dominierende Starensemble der Katalanen. "Nach dem frühen Tor wurde es sehr schwierig. Das war ein sehr bitterer Europacupabend für uns. Die Klasse von Barcelona hat sich durchgesetzt", sagte Sami Khedira, während Sportdirektor Horst Heldt anfügte: "Das war enttäuschend. Wir haben sehr schlecht agiert. So wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind, hatten wir keine Chance." Trainer Christian Gross erkannte den Sieg des Gegners neidlos an: "Barcelona war klar besser. Der Wille war da, aber es wurden schonungslos Grenzen für uns aufgezeigt."
Das Ende der vorsichtig gehegten Viertelfinalträume des VfB Stuttgart zeichnete sich schon in der 13. Minute ab: Da erzielte Weltfußballer Lionel Messi auf unwiderstehliche Art und Weise das 1:0. Keine zehn Minuten später erhöhte Angreifer Pedro Rodriges vor 88.500 Zuschauern auf 2:0 (22.). In der 60. Minute war es erneut der überragende Messi, der die Abwehr der Stuttgarter narrte und dem guten Torhüter Jens Lehmann, der eine höhere Niederlage verhinderte, in seinem vermutlich letzten internationalen Spiel keine Chance ließ. Für den Endstand sorgte Bojan Krkic Sekunden nach seiner Einwechselung (89.).
Tasci fiel kurzfristig aus
Mit dem kurzfristigen Ausfall von Serdar Tasci hatten die geringen Hoffnungen der Schwaben auf ein Weiterkommen zuvor einen weiteren Dämpfer erhalten. Der Nationalspieler musste wegen Adduktorenproblemen passen. Für den 22-Jährigen rückte Georg Niedermeier neben Matthieu Delpierre in die Innenverteidigung.
Dem VfB stehen nun schwierige Wochen bevor. Eine erneute Teilnahme an einem Europapokal-Wettbewerb ist derzeit in weite Ferne gerückt. Die Champions League ist praktisch unerreichbar. Und von Rang sechs, der diesmal für eine Teilnahme an der Europa League reichen könnte, trennen den Tabellenneunten der Bundesliga acht Spieltage vor dem Saisonende immerhin sieben Punkte. Die Ungewissheit dürfte auch die anstehenden zahlreichen Vertragsverhandlungen erschweren.
Messi sorgte schnell für die Führung
"Wir müssen noch kompakter stehen als im Hinspiel", hatte Stuttgarts Trainer Christian Gross vor dem Spiel betont - doch der derzeit wohl beste Fußballer der Welt durchkreuzte das Vorhaben in Windeseile. Nach ersten gefährlichen Angriffen der Gastgeber, die kurzfristig auf ihren verletzten Mittelfeldstrategen Xavi verzichten mussten, bekam Messi den Ball in halbrechter Position zugespielt, lief am zögerlichen Zdravko Kuzmanovic vorbei quer zum Strafraum und traf mit einem fulminanten Linksschuss zur Führung.
Barcelona schaltete und waltete nach Belieben
Der VfB wollte sich nicht verstecken, wagte sich anfangs auch mutig in die Spielhälfte des Titelverteidigers, doch nach dem Rückstand fehlte es erkennbar erneut an der Kompaktheit in der Defensive. Beim zweiten Treffer glänzte Torschütze Messi als Vorbereiter. Seine Flanke in den Stuttgarter Strafraum leitete Xavi-Ersatz Yaya Toure umgehend in die Mitte, dort staubte Rodriguez ab - Delpierre kam zu spät.
Nach Wiederbeginn war der VfB um Schadensbegrenzung bemüht. Doch es gelang weiterhin nicht, die Kreise von Messi einzuengen, der nach Belieben schalten und walten konnte. Als der Argentinier in der 60. Minute an der Strafraumgrenze angespielt wurde, konnten ihn gleich drei Stuttgarter Spieler nicht am erfolgreichen Abschluss hindern. Mit Glanzparaden gegen Messi (68.) und Iniesta (80.) verhinderte Lehmann weitere Gegentreffer. Doch dann überwand ihn Krkic doch zum vierten Mal. Victor Valdes im Tor des spanischen Meisters wurde dagegen nicht einmal ernsthaft geprüft.
sid/dpa | Stand: 17.03.2010, 22:51
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