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14.03.2010 | 19.08 Uhr

Bundesliga

Souveräner Münchener Sieg, aber van Gaal ist sauer

Bayern-Coach erzürnt über Arroganz

Einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft hat der FC Bayern beim amtierenden Meister VfL Wolfsburg gemacht. Münchens Trainer Louis van Gaal war dennoch nicht zufrieden mit seinem Team - und sagte dies auch deutlich.

Bayerns Trainer Louis van Gaal ist immer für eine Überraschung gut. Eigentlich hätte er nach dem starken Auftritt seiner Mannschaft in Wolfsburg zufrieden sein können. Doch der Niederländer war ziemlich angefressen. "Ich bin sehr böse. Wir haben nicht konzentriert genug gespielt, manchmal sogar arrogant", zürnte der Trainer nach dem 3:1 (2:0) beim VfL Wolfsburg. Die Unzufriedenheit, dies schickte er gleich hinterher, habe aber überhaupt nichts mit dem erneuten Verpassen der Tabellenspitze zu tun.

Robben widerspricht van Gaal

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Die Tabellenspitze interessiere ihn zurzeit noch gar nicht, legte er nach: "Wichtig ist für mich nur, dass jedes Spiel konzentriert zu Ende gespielt wird." Doch in der Verfassung der vergangenen Wochen werden die Münchener schon bald den ersten Platz übernehmen können. "Für mich ist es nur eine Frage der Zeit", meinte Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner, der die scharfen Worte seines Kollegen relativierte: "Die Überlegenheit der Bayern hat meiner Mannschaft sehr weh getan." Dass der völlig ungefährdete Erfolg beim längst entthronten Titelverteidiger Wolfsburg dem knorrigen Fußball-Lehrer immer noch nicht genug war, irritierte sogar seinen Landsmann Arjen Robben. Der hatte mit einem tollen Tor nach nur 116 Sekunden den achten Ligasieg der Münchener in Folge eingeleitet: "Mit dem Begriff 'Arroganz' bin ich nicht einverstanden. Wir haben Konzentrationsfehler gemacht, aber wir sind doch auch nur Menschen. Wer in Wolfsburg 3:1 gewinnt, muss eigentlich eine gute Leistung gezeigt haben."

Ribéry als Joker

Und so war es auch vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Wolfsburger Arena: Die Gäste bestimmten das Spielgeschehen, legten nach Robbens Blitztor durch Daniel van Buyten (26.) im richtigen Moment nach und entwickelten auch durch die Einwechslung von Franck Ribéry in der zweiten Halbzeit so viel Druck, dass Wolfsburgs Abwehrchef Andrea Barzagli (57.) ein Eigentor unterlief. Das Ehrentor der "Wölfe" durch Grafite (90.) fiel viel zu spät, um der Partie noch eine Wende geben zu können.

Kräfteverhältnisse zurecht gerückt

Zehn Monate nach der 1:5-Schlappe der Münchener an gleicher Stelle, der so etwas wie der Ausgangspunkt zum überraschenden Titelgewinn der Niedersachsen in der vergangenen Saison war, rückten die Bayern die Kräfteverhältnisse wieder in ihrem Sinne zurecht. "Wenn man gegen die Bayern so schnell mit 0:2 hinten liegt, fehlt es natürlich an Selbstvertrauen. Dann ist es ganz schwer, ein Spiel noch zu drehen", sagte VfL-Mittelfeldspieler Christian Gentner.

Köstner: Nicht verdient, Erfolg zu haben

Daran und auch an der Stärkung der grundsätzlichen Leistungsbereitschaft will und muss Köstner nach dem verpatzten Heimdebüt nach eigenem Bekunden dringend arbeiten. Es muss seinem beurlaubten Vorgänger Armin Veh mächtig in den Ohren geklungen haben, wie hart der 58-Jährige mit der Mannschaft ins Gericht ging: "Im Moment haben wir es noch nicht verdient, gegen Teams wie die Bayern Erfolge zu feiern."

Grafite vergab Elfmeter

Wie man sich langsam, aber stetig aus einem Tief herauswühlen kann, erläuterte Köstner ausgerechnet am Beispiel des oft gescholtenen Grafite. Der bullige Brasilianer, in der Vorsaison gefeierter Torschützenkönig, scheiterte mit einem Foulelfmeter am Münchner Torhüter Jörg Butt, ließ zwei weitere gute Chancen aus, rackerte aber immer weiter und traf in der Schlussminute. "Er hat in den vergangenen Tagen freiwillig immer mehr trainiert", lobte Köstner: "Ein solches Engagement erwarte ich jetzt auch von den anderen Spielern."

sid/red | Stand: 06.02.2010, 19:52

 

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