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18.03.2010 | 13.21 Uhr

Bundesliga

Hamburger SV verspielt Zwei-Tore-Vorsprung

Chihis Last-Minute-Treffer lässt Köln jubeln

Als Hamburgs neuer Stürmer-Star Ruud van Nistelrooy sein Kurz-Debüt in der Bundesliga feierte, schlich Mladen Petric stocksauer vom Platz. Der HSV-Torjäger konnte es nicht fassen, dass eine 3:1-Führung beim 1. FC Köln nicht zum Sieg reichte.

Petric (Hamburger SV) im Zweikampf mit Geromel (FC Köln); Rechte: dpa Augen zu und durch: Mladen Petric im Zweikampf mit Kölns Geromel.

"Wir sind selbst schuld, und es ist doppelt bitter, dass wir wieder nur einen Punkt geholt haben", schimpfte Petric. Marcell Jansen (2. Minute) und Petric mit einem "Doppelpack" (36./50.-Handelfmeter) ließen die Hanseaten vor 50.000 Zuschauern trotz des zwischenzeitlichen 1:1 durch Youssef Mohamad (31.) wie sichere Sieger aussehen. Doch Milivoje Novakovic (75.) und Adil Chihi (88.) drehten mit ihren Toren zum 3:3 (1:2) noch das Spiel und sorgten für grenzenlosen Jubel der FC-Anhänger im ausverkauften Kölner Stadion. "Wir sind enttäuscht", stellte HSV-Trainer Bruno Labbadia zurecht fest. Denn leichtfertiger als der HSV beim 3:3 in Müngersdorf kann man mit Chancen kaum umgehen.

Lob und Kritik von Soldo

"Wir haben es versäumt, das 4:1 und das 5:1 nachzulegen", trauerte Labbadia der Möglichkeit nach, die Durststrecke zu beenden und Anschluss an die Top-Plätze herzustellen. Zufrieden war dagegen FC-Chefcoach Zvonimir Soldo: "Wir haben gezeigt, dass wir gegen Spitzenmannschaften mithalten können", sagte er, kritisierte jedoch auch das Abwehrverhalten seiner Mannschaft. "Aber wir bekommen zu einfache Gegentreffer." Es war ein turbulent-hochklassiges Spiel, in dem Jansen die Gastgeber mit seinem frühen Tor sichtlich schockte. Mohamad glich per Kopf aus, Petric machte mit einem herrlichen Heber und einem verwandelten Handelfmeter fast schon alles klar. Für die Kölner war das 3:3 nach den Siegen in Wolfsburg und Frankfurt erneut ein Erfolgserlebnis, weil das Soldo-Team nie aufgab und verdient den Lohn für einen aufopferungsvollen und engagierten Auftritt erntete.

Köln gleich zu Beginn kalt erwischt

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Van Nistelrooy gehörte am Samstag vorsorglich erstmals zum HSV-Kader, weil die Angreifer Petric und Tunay Torun zuvor leicht angeschlagen waren. Petric stand dann in der Startelf, van Nistelrooy saß auf der Ersatzbank. Der Niederländer kam kurz vor dem Ende als Petric-Ersatz zu seinem Debüt. Labbadia musste auf Jerome Boateng verzichten, der wegen einer Knöchelverletzung ausfiel. Beim FC fehlte zum dritten Mal nacheinander der verletzte Lukas Podolski. Spielmacher Maniche stand wegen eines Trauerfalls nicht zur Verfügung. Novakovic kehrte in die Anfangsformation zurück, ManU-Neuzugang Zoran Tosic feierte seine Heimpremiere.

Die Kölner, denen letztmals am 9. September 2001 ein Heimsieg gegen den HSV gelungen war, wurden kalt erwischt, als Jansen nach Fehlern von Pierre Womé und Keeper Faryd Mondragon zu seinem fünften Saisontreffer traf. Nach Marcus Bergs Großchance zum 2:0 wachten die Gastgeber auf. Novakovic (9.) und Sebastian Freis (17.) hatten beste Möglichkeiten, ehe Mohamad nach einem weiten Freistoß von Petit das 1:1 köpfte. Doch nur fünf Minuten danach düpierte Petric nach einer Jansen-Vorlage Mondragon zum 1:2.

Novakovic und Chihi drehen das Spiel

Wie schon in den ersten 45 Minuten gab es auch zu Wiederbeginn den Schock für den FC, als Schiedsrichter Michael Weiner nach einer unglücklichen Aktion von Pedro Geromel auf Handelfmeter entschied, den Petric souverän zu seinem sechsten Saisontor verwertete.
Nach dem 3:1 schien alles klar, ehe der HSV "das Fußballspielen einstellte" (Labbadia) und den FC wieder stark machte. Die Kölner gaben trotz des klaren Rückstands nie auf. So blieb die Begegnung bis zum Schluss spannend, zumal Novakovic eine Viertelstunde vor dem Abpfiff mit einem wunderschönen Freistoß noch einmal verkürzte. Als Chihi dann zwei Minute vor dem Ende mit einem abgefälschten Schuss auch noch das 3:3 gelang, kannte der Jubel beim Kölner Anhang keine Grenzen mehr.

dpa | Stand: 06.02.2010, 17:25

 

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