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Bundesliga
Hoffenheim siegt ohne Mühe, Andreasen klagt Kollegen an
"Alles gegeben? Nicht alle"
Hannover 96 scheint den Begriff "Abstiegskampf" immer noch nicht verinnerlicht zu haben. Beim 1:2 (0:2) in Hoffenheim zeigte sich die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka in einer beängstigend schwachen Verfassung - nicht mal die Minimalforderung vom unbedingten Einsatzwillen wurde erfüllt.
Jubel bei Carlos Eduardo - ihm gelang der wichtige Führungstreffer mit einem herrlichen Volleyschuss.
Slomka machte aus seiner maßlosen Enttäuschung denn auch keinen Hehl, ließ den Kopf sinken, steckte seine Hände in die Hosentaschen und trottete mit hängenden Schultern in die Kabine. Während Hoffenheim nach zuvor vier Niederlagen schon wieder von der Europa League träumt, deutet für die gebeutelten Niedersachsen überhaupt nichts auf baldige Erholung hin. Präsident Martin Kind versuchte sich zwar in schöngefärbten Statements: "Die Mannschaft lebt, kämpft und will. Das hat sie deutlich gezeigt. Sie hat sich gewehrt, und es war ein klarer Aufwärtstrend erkennbar", meinte er. Doch wie viel von den Durchhalteparolen nach zehn Spielen ohne Sieg und der sechsten Pleite in Folge zu halten ist, bewies Leon Andreasen. Ob er gespürt habe, dass alle das Letzte für drei Punkte gegeben hätten, wurde er gefragt. "Nicht alle", war seine knappe, aber deutliche Antwort.
Schmadtke schweigt
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Wie sehr Hannovers Leidenszeit Spuren hinterlassen hat, ließ sich aber nicht nur in Andreasens Kollegenschelte und in der Haltung von Slomka erkennen, der auch das dritte Spiel seit seinem Amtsantritt verlor. Sportdirektor Jörg Schmadtke verließ die Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim entgegen seiner Art sogar ohne jeden Kommentar. Immerhin versuchte Andreasen, der nach langer Verletzungspause sein Saisondebüt gab, noch seine Kollegen wachzurütteln. "Wir müssen zeigen, dass wir Männer sind. Wir können es nur alleine schaffen - es wird keiner kommen und uns helfen", sagte er. Ganz richtig war das nicht. Es ist schon jemand gekommen: Arouna Koné und Elson, die Last-Minute-Zugänge. "An ihnen werden wir noch viel Freude haben", versuchte Kapitän Christian Schulz einen positiven Ansatz zu finden. Angesichts der Leistung von Koné ist diese Einschätzung auch nachzuvollziehen, Elson blieb dagegen vieles schuldig.
Kein Aufbäumen
Immerhin, den Anschlusstreffer nach den Hoffenheimer Toren durch Carlos Eduardo (35.) und Sejad Salihovic (40., Foulelfmeter) bereitete der Ex-Stuttgarter Elson vor. Koné schloss aus vollem Lauf und spitzem Winkel ab (57.) - ein Klassetor. "Die neuen Spieler haben bewiesen, welche Qualitäten sie haben. Das macht uns hoffnungsfroh. Wie Koné die Bälle annimmt, sein Auge für die Mitspieler: Das ist stark. Die anderen müssen nur lernen, mit ihm mitzugehen", sagte Kind - diesmal zurecht. Wie groß die (Personal-)Not darüber hinaus ist, verdeutlichte Slomka, der klagte: "Ich bin enttäuscht über die ein oder andere Position bei uns." Reagieren konnte er nur bedingt, indem er den indisponierten Jan Rosenthal zur Pause rausnahm. "Mit ihm war ich nicht zufrieden", sagte er dazu.
Sorgen und Zuversicht
Ähnlich angespannt war die personelle Lage vor dem Spiel auch bei 1899, Verletzungen von Andreas Beck (Knie) und Chinedu Obasi (Sprunggelenk) verschlimmerten sie noch. Auch Marvin Compper musste mit einer Knöchelblessur ausgewechselt werden. Ob das Trio am Dienstag (09.02.10) im Pokal-Viertelfinale bei Werder Bremen spielen kann, ist sehr fraglich - dass Coach Ralf Rangnick dennoch nicht in Heulen und Zähneklappern verfiel, lag vermutlich alleine am Ergebnis. "Mit diesem Sieg erhöht sich die Chance, dass wir Dienstag und dann auch in Bochum etwas holen. Es kommt jetzt darauf an, eine Serie zu starten", sagte Rangnick stattdessen. Wo die hinführen soll, verriet er auch: "Theoretisch haben wir jetzt Platz sechs im Visier." Der könnte unter Umständen zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigen.
Wie groß das Selbstvertrauen nach nur einem Erfolgserlebnis in Hoffenheim schon wieder ist, verdeutlichte Kapitän Salihovic. "Wir fahren nach Bremen, um da zu gewinnen", kündigte er forsch an. Ein wenig von dieser Überzeugung könnte Vedad Ibisevic gebrauchen, der erneut beste Chancen ausließ und nun seit zehn Stunden und 46 Minuten ohne Tor ist. Doch Rangnick ließ in der Stunde des Erfolgs auch das kalt: "Ich mache mir um ihn keine Sorgen. Er wird wieder treffen."
"Echte Fründe"
Sorgen muss man sich wohl auch nicht mehr um das Verhältnis der beiden Trainer machen. Rangnick und Mirko Slomka widerlegten alle Berichte über ihre angeblich zerrüttete Freundschaft vor dem Anpfiff mit einer herzlichen Umarmung. "Wir waren viereinhalb Jahre lang enge Freunde, das war eine geile Zeit", sagte Rangnick, und Slomka fügte hinzu: "Ich möchte keine Sekunde unserer Freundschaft missen - jetzt sind wir sehr gute Kollegen."
sid/ch | Stand: 06.02.2010, 19:42
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Bundesliga, 26. Spieltag
17:30 Uhr · Fußball
Bundesliga, 26. Spieltag
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Bay. München | 26 | 56 |
| 2. | FC Schalke 04 | 26 | 54 |
| 3. | B. Leverkusen | 25 | 50 |
| 4. | Bor. Dortmund | 26 | 45 |
| 5. | Hamburger SV | 25 | 43 |
| ... | |||
| 16. | Hannover 96 | 26 | 23 |
| 17. | SC Freiburg | 26 | 20 |
| 18. | Hertha BSC | 26 | 15 |

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