Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Weitere ARD Online-Angebote.
Standort.

12.03.2010 | 15.36 Uhr

WM 2010

Preise schrecken europäische Fans ab

Aufschlag "von bis zu 1000 Prozent"

Von Marcus Bark

Der Ticketverkauf für die Fußball-WM hat in der dritten Phase deutlich angezogen. Doch die Europäer halten sich weiter zurück. Grund sind die horrenden Preissteigerungen in Südafrika.

Das Spiel der Schweiz gegen Togo in Dortmund, die Ukraine gegen Saudi-Arabien in Hamburg und Tunesien gegen die Saudis in München – das waren die besonderen Partien der WM 2006. Für diese Spiele der Vorrunde konnte sich jeder, der wollte, Eintrittskarten kaufen. So schlugen all jene zu, die im Losverfahren um die attraktiven Begegnungen leer ausgegangen waren. Die negativen Bescheide waren vor vier Jahren die Regel.

Jetzt sieht das anders aus. In seinem Internet-Blog schreibt ein englischer Fußballfan, dass er und seine drei Freunde jeweils vier Karten für sieben Spiele in Südafrika über das Internet geordert hätten. Kurioserweise bekam nach Abschluss der Verkaufsphase jeder erfreuliche Post vom Weltfußballverband FIFA. Jeder Ticketwunsch wurde erfüllt. Bei früheren großen Turnieren hätten sich die vier Engländer mit dem Weiterverkauf der 21 nicht benötigten Eintrittskarten locker den Trip zu EM oder WM finanzieren können. Aktuell aber stecken sie im Dilemma. Denn niemand will die Karten haben.

"Völlig falsche Vorstellungen"

Daniela Wurbs ist Koordinatorin der "Football Supporters' Europe", die etwa zwei Millionen Fans vertreten. Sie erhielt kürzlich elektronische Post aus England, in der von einem ungeheuren Vorgang die Rede war. Ein Radiosender habe gemeldet, dass für die englischen Fans noch 6.000 von 29.000 zugeteilten WM-Tickets zu kaufen wären. "Das hat es in England noch nie gegeben", sagt Wurbs im Gespräch mit sportschau.de.

Die "Times" bestätigt die Zahlen in ihrer Ausgabe am Mittwoch (27.01.10). Die seriöse Zeitung schreibt, dass ein Trip nach Südafrika wohl doch viel teurer sei, als viele Fans gedacht hätten. Dass die deutschen und viele andere europäische Fans noch viel zurückhaltender mit dem Kauf von Eintrittskarten als die Engländer sind, führt Wurbs ebenfalls auf die Preise zurück. Zwar spielten bei manchem Anhänger auch die häufig geäußerten Sicherheitsbedenken eine Rolle, aber: "Es sind exorbitant hohe Kosten. Der Markt in Südafrika ist explodiert. Die haben nicht 100 oder 200 Prozent draufgeschlagen, sondern bis zu 1000." Unter 150 Euro pro Nacht für ein Appartement mit Selbstversorgung sei nichts zu machen, so Wurbs. Selbst ein Platz im Sieben-Mann-Zelt "am Strand mit Pinguinen" koste gut 70 Euro. "Ich glaube, die Südafrikaner haben völlig falsche Vorstellungen von dem, was sich europäische Fans leisten können", sagt Wurbs.

3000 Euro für das günstigste Paket

Der Wucher müsste Dennis Schreiner eigentlich in die Karten spielen. Er ist Geschäftsführer eines auf Südafrika spezialisierten Reiseveranstalters. Die Fans, so Schreiner, würden bei ihren Kalkulationen merken, dass sie bei Pauschalangeboten günstiger wegkämen als bei (zudem noch schwierigen) Individualplanungen. Dennoch hört sich der Geschäftsführer nicht glücklich an, wenn er sagt, dass "wir ein kleines bisschen hinter den Erwartungen zurück sind". Er habe mit 1000 WM-Reisenden geplant, wie viele Buchungen schon eingegangen seien, will er nicht verraten.

Schreiner sagt, dass sieben von zehn Interessierten sich mit der Entscheidung noch Zeit ließen, weil es aufgrund des Angebots keinen Druck gebe. Aber entscheidet der Deutsche so spät über seinen Sommerurlaub, der ihn in den südafrikanischen Winter führt? Zumal das günstigste Paket inklusive eines deutschen Vorrundenspiels etwa 3.000 Euro im Doppelzimmer kostet. Wer die deutsche Nationalmannschaft bei allen drei Gruppenspielen sehen will, muss mit etwa 5.000 Euro rechnen.

FIFA meldet mehr als 1,2 Millionen neue Anträge

Der Weltfußball-Verband FIFA zog nach Ablauf der dritten Ticket-Verkaufsphase eine positive Zwischenbilanz. In dem am 22. Januar beendeten Bestellzeitraum seien rund 1,2 Millionen Anträge aus 192 Ländern für das Turnier eingegangen, teilte FIFA-Generalsekretär Jérome Valcke am Mittwoch (27.01.10) in Johannesburg mit. "Das ist ein erfreulicher Anstieg des Interesses", sagte Valcke. Ein Großteil der Bestellungen kommt aus dem Gastgeberland mit rund 950.000 Anfragen. Ausschließlich Südafrikaner haben die Mäöglichkeit, an Karten der vierten Kategorie zu kommen, die wesentlich günstiger sind als die anderen. "Alle Spiele der südafrikanischen Mannschaft werden ausverkauft sein", sagte Jordaan. Damit sind gut vier Monate vor dem Turnierstart etwa zwei der drei Millionen Eintrittskarten für die 64 Spiele verkauft. Aus Deutschland wurden laut FIFA-Berater Horst R. Schmidt in der dritten Verkaufsphase 14.647 Kartenwünsche registriert.

Stand: 27.01.2010, 13:11

 

Lesezeichen setzen:

  • Logo: Yigg
  • Logo: del.icio.us
  • Logo: Mr. Wong
  • Logo: Linkarena
  • Logo: Webnews
  • empfehlen Seite empfehlen
Die ARD ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

Sport im Ersten
  • Heute
  • Morgen
  • So
  • Mo
  • Di
  • Mi
  • Do

Samstag, 13.03.2010

  • 18:00 Uhr bis 18:30 Uhr Sportschau

    3. Liga

  • 18:30 Uhr bis 18:54 Uhr Sportschau
  • 18:55 Uhr bis 19:57 Uhr Sportschau
  • 23:00 Uhr bis 01:00 Uhr Sportschau live - Boxen im Ersten

Sonntag, 14.03.2010

  • 18:00 Uhr bis 18:30 Uhr Sportschau

    Der Sport vom Wochenende

Donnerstag, 18.03.2010

  • 00:35 Uhr bis 01:45 Uhr Sportschau live

    Paralympics Vancouver 2010

  • 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr Sportschau live
  • 14:05 Uhr bis 16:00 Uhr Sportschau live




Kolumne "Woza 2010"

Südafrika vor der WM

Claus Staecker; Rechte: ard

ARD-Korrespondent Claus Stäcker berichtet über Südafrika vor der WM 2010. [mehr]




 Standort:

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, Deutschlandradio, DW