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10.03.2010 | 12.58 Uhr

Bundesliga

Neuer Trainer beim VfB Stuttgart

Gross folgt auf Babbel

Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat sich von Trainer Markus Babbel getrennt. Nur eine Stunde nach der offiziellen Trennung präsentierten die Schwaben mit Christian Gross bereits einen Nachfolger.

Markus Babbel/Christian Groos; Rechte: ddp Markus Babbel (l.) muss gehen. Christian Gross kommt.

"Ich freue mich, hier zu sein und will mit der Mannschaft auf die Siegerstraße zurück", sagte Gross bei seiner Vorstellung. Der Schweizer leitete noch am Sonntagabend (06.12.09) sein erstes Training. "Ich wünsche dem neuen Trainerteam alles Gute. Ich hoffe, dass sie den Knopf finden und drücken, damit die Mannschaft wieder funktioniert. Ich habe ihn nicht gefunden", sagte Babbel auf seiner letzten Pressekonferenz in Stuttgart, kurz bevor der Verein Gross als Nachfolger präsentierte. Der Schweizer, der in der Bundesliga schon häufiger im Gespräch war, war bis Juni beim FC Basel engagiert. Er muss seine erste Bewährungsprobe gleich am kommenden Mittwoch (09.12.09)bestehen, wenn der Tabellen-Sechzehnte der Fußball-Bundesliga in der Champions League gegen Unirea Urziceni ums Weiterkommen kämpft.

"Samstag hat uns den Rest gegeben"

Die Trennung von Babbel habe sich nach mehreren Gesprächen mit dem Trainerteam ergeben, teilten die Stuttgarter mit. Neben Babbel müssen auch die beiden Co-Trainer Rainer Widmayer und Alexander Zorniger gehen. Am frühen Sonntagabend verabschiedete sich das Trio von der Mannschaft. "Wir haben alles dafür getan, dass es dem VfB gut geht. Aber es geht jetzt nicht um Einzelschicksale, sondern um den VfB", zeigte Babbel Verständnis für die Entscheidung.

Am Sonntagmorgen war das Training des Bundesligisten abgesagt worden. Bereits nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den VfL Bochum am Samstag (05.12.09), als der VfB erneut den ersehnten Befreiungsschlag verpasste, hatte Babbel selber erklärt, er müsse das Ergebnis jetzt erst mal sacken lassen. Der Samstag hat uns den Rest gegeben", begründete Manager Horst Heldt den Wechsel. "Wir haben schon wieder mit ansehen müssen, dass die Mannschaft ihr Potenzial nicht abruft." Der 55 Jahre alte Gross soll das nun ändern. "Ich kenne die meisten Spieler sehr gut", sagte er. "Meine Hauptaufgabe bis Weihnachten wird sein, alles aus ihnen herauszuholen und die Fans happy zu machen. Ich bin überzeugt, dass wir aus dieser schlechten Situation herauskommen."

Babbel entsetzt über Fans

Während der Partie gegen den VfL Bochum hatten zahlreiche Fans dem Verein deutlich die Unterstützung verweigert; zuvor hatten einige Chaoten die Anfahrt des Mannschaftsbusses ins Station blockiert. Nach dem Schlusspfiff war es zu Ausschreitungen gekommen. Babbel zeigte sich am Sonntag entsetzt von den Szenen, die sich am Abend zuvor rund um das Stadion abgespielt hatten. Unter Bezug auf den Selbstmord von Robert Enke vor wenigen Wochen sagte Babbel, dass einige offenbar "aber auch gleich gar nichts kapiert" hätten. "Selbst sogenannte Fußball-Millionäre haben es nicht verdient, dass man ihnen Mordgesten und Hass entgegenbringt", sagte Babbel. "So etwas wie am Samstag habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt."

Babbel hatte den schwäbischen Verein am 23. November 2008 als Nachfolger von Meistertrainer Armin Veh übernommen und die Stuttgarter von Platz zehn noch in die Champions League geführt. "Es war ein bewegendes Jahr für mich. Wir haben Unglaubliches erreicht, wir sind von einem aussichtslosen Platz noch in die Champions League gekommen. Wir haben sogar nach wie vor die Chance auf das Achtelfinale", zog Babbel eine Bilanz seiner Tätigkeit. Zuletzt blieb der sportliche Erfolg allerdings aus. Babbel war mit der Mannschaft seit acht Meisterschaftsspielen ohne Sieg geblieben.

Babbel kann sich nun ganz auf den Trainerlehrgang an der Sporthochschule Köln konzentrieren, den er seit Sommer absolviert. Wegen der sportlichen Misere beim VfB hatte er den Lehrgang zuletzt aber immer wieder unterbrechen müssen.

dpa/sid/most | Stand: 06.12.2009, 18:00

 

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