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09.02.2010 | 14.03 Uhr

International

Beckham greift mit Galaxy nach US-Titel

Vom Kellerkind zum Titelfavoriten

Bevor sich David Beckham wieder für ein halbes Jahr zum AC Mailand abseilt, will der Millionen-Import mit seinen LA Galaxy im Finale der Major League Soccer am Sonntag (22.11.09) endlich den ersehnten Titel einfahren.

David Beckham; Rechte: AFP Greift nach dem Titel mit L.A.: David Beckham

Im Endspiel von Seattle soll Beckham den Job erledigen, für den ihn die Galaxy 2007 als teuersten Import der US-Sportgeschichte nach Los Angeles geholt haben: Er soll den ersehnten Titel für die Galaxy gewinnen. Los Angeles ist klarer Favorit gegen den Überraschungsfinalisten Real Salt Lake.

Der Außenseiter aus dem US-Bundesstaat Utah ist so etwas wie Beckhams Lieblingsgegner. In seinem bisher einzigen Spiel gegen Salt Lake erzielte der Engländer am 3. Mai 2008 beim 2:2 beide Treffer. Es war das einzige Mal, dass ihm in seinen 44 Partien ein Doppelpack gelang. Auch sonst spricht vieles für den Glamourclub aus der Nähe von Hollywood. Mit Bruce Arena stellt Galaxy den "Trainer des Jahres". Kapitän und Ex-Bayern München-Profi Landon Donovan wurde am Donnerstag (Ortszeit) zum "wertvollsten Spieler" der Saison gewählt, der frühere Cottbuser Gregg Berhalter ist der herausragende Mann in der besten Abwehr der Liga und der Meisterpokal heißt Philip Anschutz-Trophy, benannt nach dem Besitzer von Galaxy.

Donovan: "Sind noch nicht am Ziel"

David Beckham (li.), Landon Donovan; Rechte: ap Lupe groß

Neue Traumkombination: David Beckham (li.), Landon Donovan

"Wir sind die ganze Sainson über als Team gewachsen, und am Sonntag soll der Höhepunkt folgen", betonte Berhalter. "Wir freuen uns, sind aber noch nicht am Ziel", ergänzte Donovan. Der Kapitän bildet zusammen mit Beckham die Schaltzentrale bei Galaxy. Im Juli herrschte zwischen beiden aber alles andere als Harmonie. In seinem Buch "The Beckham-Experiment" hatte Donovan den Superstar kritisiert und ihm fehlenden Teamgeist vorgeworfen. Es folgten eine Aussprache in der Kabine und bisweilen traumhafte Kombinationen auf dem Rasen.

"Ich liebe Fußball und ich arbeite hart für Verein und Fans. Und ich hoffe, dass das genug für die Leute ist. Aber es ist nicht verkehrt, wenn man im Team mal eine Meinungsverschiedenheit hat - das bringt einen nur näher zusammen", meinte Beckham. Während Donovan bereits dreimal Meister wurde und drei Finaltore schoss, steht "Becks" vor seinem Titeldebüt. In den beiden Vorjahren hatte Galaxy die Playoffs klar verpasst.

Besser ein halber Beckham als gar keiner

Noch im Oktober 2008 war Galaxy das schlechteste Team, das er nordamerikanische Profi-Fußball zu bieten hatte. Die "Metamorphose" vom Kellerkind zum möglichen Meister hat neben Beckhams Besinnung auf das Sportliche auch mit Arena zu tun. Der ehemalige US-Nationalcoach hatte die Mannschaft im Sommer 2008 übernommen und sie vor der Saison mit international erfahrenen Leuten wie den Ex-Bundesliga-Profis Berhalter, Tonny Sanneh (Hertha BSC, Nürnberg) und Jovan Kirovski (Dortmund) verstärkt.

"Ich habe endlich Spieler um mich herum, die keine Angst haben zu zeigen, was sie können, anstatt den Ball nur zu Landon oder zu mir zu spielen", meint Beckham erleichtert. Seine Final-Premiere freut auch die Verantwortlichen der Liga. "Wenn ich sehe, was andere Profi-Ligen erreichen, wenn ihre Top-Teams das Finale erreichen, muss man schon neidisch sein", sagte MLS-Commissioner Don Garber. Dass er Beckham nach dem Finale wieder auf Leihbasis für ein halbes Jahr zum AC Mailand abgibt, sieht Garber gelassen. Es sei immer noch besser für die MLS, einen halben Beckham zu haben, als gar keinen.

dpa | Stand: 20.11.2009, 10:45

 

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