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Nationalmannschaft
Lahm als DFB-Kapitän gegen die Elfenbeinküste
Nach der Strafe die Beförderung
Die Bayern haben ihn für seine Fundamentalkritik an der Vereinspolitik bestraft, in der Fußball-Nationalmannschaft ist er befördert worden: Philipp Lahm führt die DFB-Elf heute als Kapitän auf das Feld.
Philipp Lahm wird zum zweiten Mal Kapitän der DFB-Elf sein.
Bundestrainer Joachim Löw betraut den 26 Jahre alten Abwehrspieler nach dem Ausfall von Michael Ballack mit der besonderen Aufgabe, obwohl Bastian Schweinsteiger und Arne Friedrich mehr Länderspieleinsätze ausweisen. "Dadurch, dass ich Kapitän der Nationalmannschaft bin, weiß ich um meinen Stellenwert", sagte Lahm, der sich im Quartier der Nationalmannnschaft nicht zu den jüngsten Querelen zwischen ihm und der Münchner Vereinsführung um Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß äußern wollte: "Es ist nicht der richtige Augenblick, über den FC Bayern zu sprechen."
Einen Seitenhieb konnte er sich aber nicht verkneifen: "Hier spüre ich das Vertrauen des Trainers und fühle mich dadurch bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin." Immerhin äußerte sich DFB-Teammanager Bierhoff indirekt zum angespannten Verhältnis zwischen den Bayern und Lahm. "Philipp ist in der Nationalmannschaft ein sehr wichtiger Spieler, auf dessen Meinung wir sehr viel Wert legen." Zudem sei es gründsätzlich richtig, dass Spieler ihre Meinung äußern, auch wenn sie nicht immer mit der der Verantwortlichen konform sei: "Wir wünschen uns ja alle mündige Spieler."
Bayern-Schelte auch Thema beim DFB
Bierhoff, der Lahms Verhalten auf dessen Weg zu einer großen Persönlichkeit im Fußball als "wichtig" bezeichnete, schränkte aber ein, dass auch bei der Nationalelf interne Kritik besser als ein nicht abgesprochener Rundumschlag in der Öffentlichkeit ankommt: "Wenn man etwas auszusetzen hat, sollte man das mit den Verantwortlichen absprechen."
Deshalb habe man auch innerhalb des DFB-Teams über die Aussagen von Lahm, der von der Klubführung wegen eines nicht abgesegneten und sehr kritischen Zeitungsinterviews zu einer Geldstrafe verdonnert worden war, diskutiert. "Wir haben über Philipps Aussagen bei der Nationalmannschaft gesprochen, aber ich kenne nicht die Hintergründe. Letztendlich ist dies auch kein Thema für die Nationalmannschaft, das muss die Vereinsführung klären. Er hat eine Geldstrafe bekommen und wird daraus seine Lehren ziehen", äußerte der frühere DFB-Kapitän.
Kritik am Offensivspiel
Lahm, der mit den kriselnden Bayern bereits am Sonntag (22.11.09) in der Bundesliga gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen die nächste Nagelprobe bestehen muss, hat damit im DFB-Team wohl keine Probleme. "Ich werde hier intern immer meine Meinung sagen, meinen Mannschaftskollegen und auch dem Bundestrainer", sagte der 62-malige Nationalspieler.
Ohne Rücksprache mit Bundestrainer Joachim Löw forderte er anschließend mit Blick auf die WM-Endrunde im kommenden Sommer, dass sich die Nationalmannschaft 2010 noch erheblich steigern müsse. "Wir können zwar mit der souveränen WM-Qualifikation sehr zufrieden sein, aber wir müssen noch an einigen Dingen arbeiten. Vor allem unser Spiel nach vorne gegen defensiv eingestellte Mannschaften ist stark verbesserungswürdig. Bis zum Sechszehnmeterraum ist alles in Ordnung, doch dann fehlt die letzte Konsequenz."
sid/dpa | Stand: 18.11.2009, 13:59
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