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Nationalmannschaft
Das DFB-Team vor der Partie gegen die Elfenbeinküste
Auf der Suche nach dem Fußball-Alltag
Es soll eine Rückkehr in den Fußballalltag werden, aber das scheint ein beinah unmögliches Unterfangen. Klar ist: Das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch gegen die Elfenbeinküste (18.11.09) wird kein normales Aufeinandertreffen. Es wird ein Abschiedsspiel für Robert Enke.
Rückkehr in den Alltag? Oliver Bierhoff, Joachim Löw, Michael Ballack (v.l.)
"Die Trauer ist natürlich weiter vorhanden, aber wir müssen jetzt auch daran denken, dass es im Leben immer weitergeht. Wir müssen versuchen, wieder Lächeln und Hoffnung zu finden. Der Anstoß gegen die Elfenbeinküste soll für uns auch ein Anstoß zur Rückkehr in den Fußballalltag sein." Das sagte Teammanager Oliver Bierhoff am Sonntagnachmittag, wenige Stunden nach dem bewegenden Abschied vom toten Nationalkeeper.
Direkt von der Trauerfeier im Stadion von Hannover reiste die Nationalelf weiter nach Düsseldorf, wo sich der Vize-Europameister nun auf das letzte Länderspiel des Jahres vorbereitet. Nachdem der Sarg von Enke, der sich am vergangenen Dienstag das Leben genommen hatte, aus dem Stadion getragen worden war, sei die Stimmung der Spieler auf dem Weg nach Düsseldorf noch "sehr gedrückt" gewesen, sagte Bierhoff. Dennoch hofft er, dass die Profis "frohen Mutes" in die Partie gegen WM-Teilnehmer Elfenbeinküste gehen können. Aber: "Es wird mit Sicherheit kein normales Spiel."
Erste Trainingseinheit nach Enkes Tod
Einen ersten Schritt zu vertrauten und gewohnten Abläufen tat die DFB-Elf am Sonntagnachmittag mit einer individuellen Fitness-Einheit. Am Montag wird das Team dann erstmals nach der Selbsttötung von Robert Enke wieder auf dem Rasen üben.
Für Bundestrainer Joachim Löw, der die Abschiedsfeier für den beliebten Enke an der Seite von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann miterlebte, wird das 45. Länderspiel als Bundestrainer die außergewöhnlichste Mission seiner über dreijährigen Amtszeit. Löw wird sich auch wieder mit Personalfragen beschäftigen müssen: Wer steht im Tor? Debütiert der Bremer Aaron Hunt? Bekommt Rückkehrer Stefan Kießling eine neue Chance? Auch wenn die Mannschaft noch "sehr schockiert und betroffen" sei, habe keiner der 20 Akteure bekundet, gegen die Elfenbeinküste nicht auflaufen zu wollen, sagte Bierhoff. Die Partie gegen die Ivorer ist schon der vorletzte Test, bevor Löw seinen Kader für die WM berufen muss.
Deutscher Torhüter spielt nicht mit der Nummer 1
Mit einem Film und einer Schweigeminute wird der DFB beim Spiel gegen die Elfenbeinküste nochmals Enkes gedenken. Die Spieler laufen mit Trauerflor auf. Im Gegensatz zur Einstimmung auf sonstige Länderspiele wird es in der Schalke-Arena auch keine laute Musik vor dem Anpfiff geben. Während der Begegnung wird auf lärmende Tor-Jingles verzichtet. Fest steht auch, dass der deutsche Torhüter nicht mit der Rückennummer 1 spielen wird.
Am Mittwoch wird sich dann zeigen, ob die Zeit des Innehaltens und Trauerns lang genug war für die Nationalspieler. Noch einmal Oliver Bierhoff: "Ich hoffe, dass der Fußball die Kraft hat, uns als Mannschaft wieder einigermaßen in die Realität zu führen."
sid/dpa | Stand: 16.11.2009, 08:00
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