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Bundesliga
Bewegende Pressekonferenz in Hannover
Enke litt unter Depressionen
Robert Enke litt unter Depressionen. Enkes Ehefrau Teresa und sein behandelnder Arzt Valentin Markser gaben in einer bewegenden Pressekonferenz Einblicke in das Seelenleben des verstorbenen Nationaltorhüters.
Rund 20 Kameras und die Blicke von mehr als 150 Journalisten waren auf Teresa Enke gerichtet, als sie sich noch nicht einmal 24 Stunden nach dem Selbstmord ihres Mannes der Presse stellte. Sie berichtete vom Geheimnis ihres Mannes, von seinem stillen Leiden, von seiner Depression, von der die Öffentlichkeit nichts wissen sollte. Aus Angst um seine Karriere, aber auch aus Angst um das Sorgerecht für die Adoptivtochter, die das Ehepaar Enke erst im Mai adoptiert hatte.
Die Tränen standen Teresa Enke in den Augen, als sie erzählte, wie sie ihrem Mann zu helfen versucht hatte. Und dabei scheiterte. Neben ihr saßen Hannover-96-Sprecher Andreas Kuhnt und der Psychiater Valentin Markser, bei dem der Torhüter seit 2003 in Behandlung war. Sie habe Robert gesagt, "dass es für alles eine Lösung gibt, wenn man zusammenhält", berichtete Teresa Enke: "Ich wollte ihm einfach helfen." Aber der Fußballprofi wollte oder konnte das nicht annehmen. Am Dienstagabend wählte der achtmalige Nationalspieler den Weg in den Tod, stürzte sich in Eilvese bei Hannover vor eine Bahn.
"Wir dachten, wir schaffen alles"
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"Wir dachten, wir schaffen alles", sagte Teresa Enke - und gab sehr persönliche Einblicke in das Leben der vergangenen Jahre. Doch dann habe sie feststellen müssen: "Man schafft es aber doch nicht." Die junge Frau erklärte weiter: "Wenn er akut depressiv war, dann war das eine schwere Zeit." Ihrem Mann habe der "Antrieb gefehlt und die Hoffnung auf baldige Besserung." Und immer saß die Angst vor dem Bekanntwerden im Nacken.
2006 war die herzkranke Tochter Lara im Alter von zwei Jahren gestorben. "Nach Laras Tod waren wir so zusammengeschweißt, dass wir gedacht haben, mit Liebe geht das", erklärte die mutige Frau. Später habe ihr Mann aber große Sorge gehabt, aufgrund seiner Erkrankung das Sorgerecht für die adoptierte Leila zu verlieren. Sie habe versucht, ihm diese Angst nach Gesprächen mit dem Jugendamt zu nehmen. Vergeblich.
Enke lehnte stationäre Behandlung ab
Eine stationäre Behandlung hatte Robert Enke noch am Tag seines Selbstmordes abgelehnt, berichtete der Kölner Psychiater Valentin Markser, der Enke über mehrere Jahre behandelt hatte. In seinem Abschiedsbrief habe sich Enke bei seiner Familie und seinem Arzt entschuldigt, "für die bewusste Täuschung über seinen seelischen Zustand der letzten Tage, der notwendig war, um seinen Selbstmordplan verwirklichen zu können", erklärte Markser.
Der Psychotherapeut erzählte von Enkes "Versagensangst". Während seiner Zeit beim FC Barcelona, wo der Keeper nach einem schwachen Einstand nur Ersatz war, ließ er sich bei Markser "mehrere Monate täglich behandeln". Der Mediziner berichtete von "Antriebstörungen - was auch zur Länderspielpause führte".
Anfang Oktober habe Enke ihn angerufen. Aber "eine stationäre Behandlung lehnte er ab, ebenso wie ambulante Hilfe" in Hannover. Noch am Tag des Selbstmordes seien sie in Kontakt gewesen, sagte der Psychotherapeut. Eine "Indikation zur Zwangseinweisung bestand nicht". Denn selbst der Fachmann ahnte nichts von den Selbstmord- Gedanken: "Er konnte es gut verbergen."
So wie Robert Enke die ganze Krankheit verborgen hielt. Selbst sein unmittelbares Umfeld ahnte nichts. "Wir haben bis zum Schluss nichts gemerkt", versicherte Martin Kind, der Chef des Fußball- Bundesligisten. Und 96-Sprecher Kuhnt sagte: "Er hat versucht, das vor uns zu verbergen. Wir haben einen Menschen verloren, der uns vertraut war, nahe war - oder auch nur so schien."
96-Profi müssen nicht trainieren
Den Spielern von Hannover 96 wurde freigestellt, ob sie in dieser Woche trainieren wollen. Erst am Montag (16.11.09) soll der reguläre Trainingsbetrieb aufgenommen werden. Der Verein erwägt, künftig einen Psychologen in seinen Betreuerstab aufzunehmen.
dpa/day | Stand: 11.11.2009, 20:12
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| 4. | Hamburger SV | 21 | 36 |
| 5. | Bor. Dortmund | 21 | 36 |
| ... | |||
| 16. | Hannover 96 | 21 | 17 |
| 17. | 1.FC Nürnberg | 21 | 16 |
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