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12.03.2010 | 22.20 Uhr

Bundesliga

VfL Wolfsburg gewinnt 2:1 bei 1899 Hoffenheim

Grafites imposante Rückkehr

Nachdem Kurz-Urlauber Grafite seine Torflaute beendet und den Deutschen Meister wieder in die Spitzengruppe der 1. Fußball-Bundesliga geschossen hatte, wollte der Starstürmer nur noch nach Hause telefonieren. "Ich werde gleich bei meiner Frau und meinen Kinder anrufen. Sie sind sicher sehr glücklich", sagte der Brasilianer im Anschluss an das 2:1 (0:1) des VfL Wolfsburg bei 1899 Hoffenheim. Doch vor allem war er es - Grafite traf in der 57. Minute zum entscheidenden 2:1, nachdem er zuletzt nach einer Roten Karte in der Champions League und Formschwäche in einen einwöchigen Heimaturlaub geschickt worden war.

Grafite; Rechte: ddp Streicheleinheiten für den Torschützen: Grafite

Dank Grafites Tor bleiben die "Wölfe" im siebten Punktspiel in Folge ohne Niederlage. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison, der erstmals seit dem 12. September wieder getroffen hatte, dachte nach seinem Tor aber nicht nur an seine Familie. Grafite dankte auch artig Armin Veh. "Mein Dank gilt dem Trainer. Ich hatte Zweifel, ob ich spiele. Aber er hat mir vertraut und mich in die Startelf gestellt, obwohl die Mannschaft beim 3:0 in der Champions League bei Besiktas Istanbul super gespielt hat", sagte der Torjäger: "Ich wollte sein Vertrauen und das Vertrauen der Mannschaft, die mich auch in schwierigen Zeiten immer motiviert hat, zurückzahlen."

Neben Grafite konnte sich auch Veh darüber freuen, dass der Heimaturlaub für den Brasilianer offensichtlich die richtige Entscheidung war. "Er war viel frischer als vorher. Deshalb hatte ich ihn ja nach Hause geschickt. Er macht sich einfach zu viel Druck, er will zur Nationalmannschaft. Das Tor tut ihm sicher gut", sagte der Trainer, der Grafite aber keinen Freifahrtschein für die Zukunft ausstellen wollte: "Wir haben drei starke Stürmer. Keiner kann sich sicher sein, dass er spielt."

Hoffenheim zunächst klar überlegen

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In der ersten Hälfte waren allerdings die Hoffenheimer vor 29.400 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena klar überlegen. Die Gastgeber versäumten es, nach der Führung durch das fünfte Saisontor des bosnischen Nationalstürmers Vedad Ibisevic (23.), die Führung auszubauen. Deshalb reichte den Niedersachsen eine Steigerung in der zweiten Hälfte zum Sieg durch die Treffer von Ibisevics Landsmann Zvjezdan Misimovic (52.) und Grafite.

"Der Sieg war ungeheuer wichtig, weil wir schon einige Punkte unnötigerweise liegen gelassen haben. Durch den Erfolg sind wir drangeblieben", erläuterte Veh, dessen Mannschaft fünf Punkte hinter Spitzenreiter Bayer Leverkusen liegt. Misimovic sah es ähnlich wie sein Trainer: "Die drei Punkte waren ganz wichtig, um sich oben festzubeißen."

Rangnick: "Eine starke Halbzeit reicht nicht"

Dieses Ziel hatten auch die Hoffenheimer. Entsprechend bedient waren die Verantwortlichen nach der Niederlage. "Wir hatten die ganz große Chance, uns oben festzusetzen. Jetzt laufen wir der Musik wieder hinterher. Das ist ärgerlich, weil wir das Potenzial haben", sagte Manager Jan Schindelmeiser.

Auch Trainer Ralf Rangnick, dessen Schützlinge sechs Zähler hinter Leverkusen liegen, war spürbar angefressen. "Es reicht eben nicht, nur eine gute Halbzeit zu spielen. Deshalb sind wir nach jetzigem Stand noch keine Spitzenmannschaft", erklärte der Coach und nahm seine Profis ins Visier: "Man darf sich so ein Spiel einfach nicht mehr nehmen lassen. Das hat auch etwas mit dem nötigen Willen zu tun."

sid | Stand: 07.11.2009, 17:30

 

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