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09.02.2010 | 16.55 Uhr

Champions League

Dank Kuzmanovic noch Chancen auf das Achtelfinale

Stuttgart vergibt die Chance zum Sieg

Der VfB Stuttgart kann weiter auf das Achtelfinale in der Champions League hoffen.

Nach einer enormen Leistungsexplosion erkämpften sich die Schwaben beim haushohen Favoriten FC Sevilla ein hochverdientes 1:1 (0:1)-Unentschieden. Zdravko Kuzmanovic (79.) mit einem fulminanten Schuss erlöste den Bundesligisten, der sogar den durchaus möglichen Sieg vergab. Dabei hatte der spanische Spitzenclub dem VfB im ersten Durchgang noch eine Lehrstunde erteilt. Kapitän Jesus Navas erzielte das Führungstor für Sevilla bereits in der 14. Minute. Dadurch buchten die Andalusier bereits nach dem vierten Spieltag ihren Platz in der Runde der letzten 16.

Nach der Pause dominierte dann der Bundesligist, nachdem Teamchef Markus Babbel durch frühe Wechsel für mehr Stabilität gesorgt hatte. Der Trainer hatte Sebastian Rudy für Roberto Hilbert und Stefano Celozzi für Kahlid Boulahrouz gebracht. Die komplette rechte Seite, die in den ersten 45 Minuten ganz schwach agiert hatte, war ausgetauscht.

Rudy und Schieber vergeben

Die Wende gelang - und es wäre sogar noch mehr drin gewesen. Rudy (53.) zielte mit der Fußspitze übers Tor. Dann kam Pech hinzu, als der Russe Pawel Pogrebnyak eine Minute einen Abpraller an die Latte köpfte. Besser machte es dann Kuzmanovic, der den Ball unter die Latte zum umjubelten Ausgleich knallte. In der 83. Minute vergab dann der für den ebenfalls schwachen Thomas Hitzlsperger gekommen Julian Schieber die ganz große Chance aus fünf Metern.

Nach zwei mageren Unentschieden und der 1:3-Heimpleite gegen Sevilla würden nach dem hochverdienten Unentschieden gegen den Tabellendritten der Primera División zwei Siege bei den Glasgow Rangers und gegen Unirea Urziceni den Stuttgartern zum begehrten Platz im Achtelfinale verhelfen.
Seit dem 26. April ist Sevilla im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan ungeschlagen. Die stark ersatzgeschwächten Gäste wären in der Lage gewesen, diese stolze Serie zu beenden. Noch ohne große Gegenwehr der Schwaben fiel das Führungstor. Mit dem Rücken zum Tor stand Luis Fabiano an der Strafraumgrenze, wurde angespielt und passte mustergültig zu Navas weiter. In aller Ruhe zielte Sevillas Kapitän und ließ dem guten Lehmann keine Chance.

Pass vom Schiedsrichter

Schon vor knapp einem Jahr hatten die Stuttgarter im UEFA-Cup in der Gruppenphase in Sevilla mit 0:2 verloren - diesmal wollten sie es besser machen. "Nur hinten drin zu stehen, und hoffen, dass etwas passiert, wäre das Falsche", sagte Babbel. Doch erst nach der Pause geizten die Schwaben nicht mit ihren Offensivbemühungen und wurden belohnt. Was wäre gewesen, wenn der VfB von Beginn an so agiert hätte. Dabei hatten die Stuttgarter schon nach drei Minuten die ganz große Chance - Schiedsrichter Martin Atkinson hatte die Vorlage gegeben. Vom Bein des Engländer kam der Ball zum VfB, der deshalb mit Fünf gegen Zwei angreifen konnte. Doch Hitzlsperger verlor das Leder leichtfertig.

Laute Halbzeitansprache

Markus Babbel war nach dem Abpfiff hin- und hergerissen: "Wir haben das Weiterkommen noch selber in der Hand. Aber dazu ist eine Leistung nötig wie in der zweiten Halbzeit. Am Anfang waren wir viel zu ängstlich, das war nicht nachzuvollziehen. Das war eine Katastrophe - da musste ich in der Halbzeit richtig laut werden. Das sind doch alles Nationalspieler, die müssen den VfB Stuttgart ganz anders vertreten. Danach lief es besser, aber wir haben trotzdem wieder zu viele Torchancen vergeben."

Zdravko Kuzmanovic kommentierte sein Tor so: "Ich hatte viel Platz, habe abgedrückt aus 20 Metern - und der Ball ging rein." Die Gesamtleistung sah er eher positiv: "In der ersten Halbzeit haben wir sehr schlecht gespielt, dann aber im zweiten Durchgang eine Reaktion gezeigt. Wir können mit dem Unentschieden zufrieden sein, schließlich haben wir in Sevilla gespielt." Sein Torhüter Jens Lehmann sah das ganz anders: "Es ist eine Enttäuschung. Wir hatten die große Chance, hier zu gewinnen, vor allem am Ende in Überzahl." Manager Horst Heldt pflichtete ihm bei: "Es wäre mehr drin gewesen, wenn wir uns ein bisschen geschickter angestellt hätten. Leider haben wir aber in der ersten Halbzeit Angsthasen-Fußball gespielt."

sid | Stand: 04.11.2009, 22:57

 

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