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Champions League
0:2 gegen Girondins Bordeaux
Bayern dicht vor dem Aus
Das ist ein ganz schwerer Schlag für den FC Bayern: Nach der 0:2-Heimniederlage gegen Girondins Bordeaux stehen die Münchener dicht vor dem Aus in der Champions League. Die Franzosen sind schon im Achtelfinale.
Bayern obenauf? Auf diesem Bild schon. Aber schaut Luca Toni glücklich drein.
Beim verzweifelten Aufbäumen nach der Pause verpasste der lange Zeit desaströs aufspielende deutsche Fußball-Rekordmeister wenigstens den noch mehrfach möglichen Ausgleichstreffer. Bayern-Trainer Louis van Gaal wirkte nach dem Schlusspfiff relativ gefasst: "Wir hatten diesmal kein Glück. Im Strafraum gab es ein Handspiel von Bordeaux, das hätte einen Elfmeter geben müssen. Das sind Kleinigkeiten, die ein Spiel entscheiden. Wir waren nicht glücklich, aber auch nicht gut genug. Das war nicht unser bestes Spiel. Wir sind aber noch nicht raus, wir haben noch eine kleine Chance."
Yoann Gourcuff hatte vor 66.000 restlos enttäuschten Zuschauern in der ausverkauften Münchener Arena in der 37. Spielminute per Kopf das Tor zur Halbzeitführung für den destruktiv spielenden französischen Meister erzielt. Das Debakel für die Bayern machte Marouane Charmakh (89.) nach einem Fehler von Holger Badstuber und dem herausstürmenden Torwart Hans-Jörg Butt perfekt.
Zwei Siege sind Pflicht
Nach vier Punkten aus vier Spielen benötigen die Münchener zwei Siege aus den letzten beiden Partien gegen Haifa und bei Juventus Turin, um doch noch als zweites Team neben den Franzosen ins Achtelfinale einzuziehen. Unter dem zunehmend in Erklärungsnot geratenen van Gaal wäre es erst das zweite Mal nach 2002, dass die Münchener schon nach der Vorrunde ausscheiden würden.
Die Bayern agierten erschreckend schwach. Ohne den verletzten Franck Ribery, ohne den zunächst auf der Bank belassenden Arjen Robben, ohne den angeschlagenen Ivica Olic und ohne den gesperrten Thomas Müller tat sich ein riesiges kreatives Vakuum auf. Die Gastgeber zeigten Schlafwagen-Fußball. Sie ließen jeden Esprit, jede Entschlossenheit, jedes Konzept vermissen - und das gegen einen defensiv eingestellten Gegner, der erst einmal auf das Halten des 0:0 aus war.
Gefahr nur bei Standardsituationen
Dabei hatte Edson Braafheid (3.) mit seiner Flanke, die Girondins-Torwart Cedric Carrasso an die Latte lenkte, schon früh das Startsignal zu mehr Angriffselan der Bayern gesetzt. Gefahr kam aber nur bei ruhenden Bällen auf: Braafheid (19.) verfehlte das Tor jedoch.
In der 32. Minute parierte Carrasso einen Freistoß von Bastian Schweinsteiger aus 20 Metern prächtig. Im Anschluss hatte Miroslav Klose Pech: Seinen Schuss aus kurzer Entfernung wehrte Michael Ciani kurz vor der Linie mit der Hand ab. Doch der Pfiff von Schiedsrichter Pedro Proença blieb aus. Das Lebenszeichen der Münchener war nur kurz. Für sie kam es fünf Minuten später ganz schlimm. Mit ihrer einzigen gefährlichen Aktion gingen die Franzosen in Führung: Ein Freistoß des Brasilianers Wendel kurz hinter der Mittellinie segelte in den Bayern-Strafraum, Gourcuff stahl sich hinter Münchens Kapitän Mark van Bommel weg und köpfte ein. Torwart Hans-Jörg Butt sah dabei ebenfalls unglücklich aus.
Van Bommel war selbstkritisch: "Ich muss mitlaufen beim ersten Gegentor, das geht auf meine Kappe. Außerdem müssen wir in Führung gehen."
Gellendes Pfeifkonzert schon zur Pause
Die Quittung für die Gastgeber zur Pause: Ein gellendes Pfeifkonzert der Zuschauern. Trainer van Gaal reagierte. Robben kam zur zweiten Halbzeit für den harmlosen Klose und mit ihm mehr Schwung und Tempo. Endlich bäumte sich der Rekordmeister auf, während Girondins nur noch auf Ergebnisverwaltung aus war.
So erspielten sich die Münchener mehr und mehr Chancen: Nach Pass des munter werdenden Schweinsteigers vergab der einstige 100-Prozent-Knipser Luca Toni (47.) freistehend die Möglichkeit zum Ausgleich. Kurze Zeit später wurde van Bommel (53.) nach Pass von Robben im letzten Moment von Ciani geblockt. Robben (62.) selbst und der kurz zuvor eingewechselte Nationalstürmer Mario Gomez vergaben innerhalb von einer Minute beste Gelegenheiten. Doch es blieb nur ein Strohfeuer. Den Bayern fiel nichts mehr ein, Bordeaux hatte kaum noch Mühe, den Sieg nach Hause zu bringen. Charmakh machte den Abend für die Münchener ganz bitter.
Stand: 03.11.2009, 22:40
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