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15.03.2010 | 21.54 Uhr

Bundesliga

Gladbach gibt 3:0-Vorsprung aus der Hand

Furioses Remis in Bochum

Erst souverän geführt, dann in Windeseile noch eine kalte Dusche kassiert: In einem ebenso spektakulären wie kuriosen Westklassiker vergab Borussia Mönchengladbach beim Debüt von Trainer Michael Frontzeck mit dem 3:3 (3:0) einen schon sichergeglaubten Sieg bei Angstgegner VfL Bochum.

"Das war ein kurioses Spiel. Es gibt Dinge, die kannst du im Fußball nicht erklären. Zwei solche Tore innerhalb von 48 Sekunden - das hat es wohl äußerst selten gegeben", sagte Frontzeck nach einem Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Die Gäste sahen nach Toren des bis dahin überragenden Neuzugangs Juan Fernando Arango (19.), Roberto Colautti (26.) und Roel Brouwers (40.) wie die klaren Sieger aus, nur um das Polster nach der Pause innerhalb von 13 Minuten zu verspielen.

Dante mit Notbremse gegen Sestak

Mimoun Azaouagh mit zwei sehenswerten Distanzschüssen in den Winkel innerhalb von 48 Sekunden (51., 52.) und Stanislav Sestak (63.) sorgten für den dann verdienten Ausgleich des VfL. Gladbachs Abwehrchef Dante hatte in der 60. Minute nach einer Notbremse gegen Sestak die Rote Karte gesehen. "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, dann vergeben wir die Chance zum 4:0. Am Ende müssen wir mit dem Punkt leben", sagte Frontzeck, dessen Klub nun schon seit 13 Spielen auf einen Sieg gegen Bochum wartet. "Durch zwei Traumtore und die Rote Karte ist das Spiel gekippt", sagte Gladbachs Torhüter Christofer Heimeroth, sein Kumpel Azaouagh erklärte: "Es ist schade, dass es ausgerechnet gegen ihn passieren musste. In der Bundesliga ist mir sowas aber noch nie passiert."

Die überragenden Gladbacher spielten die Gastgeber zunächst förmlich an die Wand und hätten noch das eine oder andere Tor mehr erzielen können.

Bochums unbändiger Kampfgeist

Vor allem die Neuzugänge Arango und Raul Bobadilla rissen die gut 10.000 Gladbacher Fans unter den 29.766 Zuschauern zu Begeisterungsstürmen hin. Die Bochumer Anhänger riefen dagegen schon nach 40 Minuten "Wir haben die Schnauze voll". VfL-Manager Thomas Ernst war restlos bedient: "So eine erste Halbzeit ist unentschuldbar."

Nerven lagen blank

Doch der VfL kam wie verwandelt aus der Kabine und versöhnte die Fans mit unbändigem Kampfgeist. Nach den beiden sehenswerten Azaouagh-Toren lagen bei der zuvor so starken Borussia die Nerven blank. Spätestens nach der Roten Karte gegen Dante spielte Bochum auf ein Tor. Frontzeck stabilisierte mit den Einwechslungen von Marco Reus, Thomas Kleine und Tony Jantschke etwas die Defensive. Beste Gladbacher Spieler waren Arango und Bobadilla, die aber wie all ihre Teamkollegen nach der Pause kaum noch Akzente setzte. Beim VfL ragte neben Doppeltorschütze Azaouagh noch Ex-Nationalspieler Paul Freier heraus, der in der zweiten Halbzeit frischen Wind brachte.

sid | Stand: 09.08.2009, 18:27

 

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