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Champions League
Einseitiger Verlauf des Champions-League-Finales
Barcelona triumphiert über United
Die brillanten Ballkünstler des FC Barcelona haben im Duell der Giganten Titelverteidiger Manchester United entzaubert und mit einer famosen Fiesta in Rot und Blau Europas Fußball-Thron bestiegen.
Ein frühes Tor von Samuel Eto'o (10. Minute) und ein Kopfballtreffer des kleinen Fußball-Riesen Lionel Messi (70.) bescherten den Katalanen im Champions-League -Finale gegen den englischen Rekordmeister einen hochverdienten 2:0 (1:0)-Erfolg und den dritten Gewinn der wichtigsten Trophäe im Klub-Fußball nach 1992 und 2006. "Wir hatten in den ersten zehn Minuten große Probleme, das frühe Tor hat uns sehr geholfen. Wir haben Messi etwas mehr in die Mitte gezogen und auf mehr Ballbesitz spekuliert. Das hat uns geholfen. Messi kann einfach alles, er ist einfach der Beste", jubelte der junge Meistertrainer Josip Guardiola nach dem Abpfiff. Und sein Stürmer Thierry Henry fügte hinzu: "Endlich habe ich den Titel geholt - ich musste so lange warten. Die letzten Minuten waren die längsten meines Lebens."
Vor 67.000 Zuschauer im ausverkauften Stadio Olimpico von Rom setzte sich für Manchester am Mittwochabend (27.05.09) der Fluch der Titelverteidiger fort. Wie seine 15 Vorgänger konnte United den Vorjahreserfolg nicht wiederholen und verlor nach 25 ungeschlagenen Champions-League-Auftritten zudem auch erstmals ein Europapokalfinale.
Guardiola gelingt Kunststück
Barcelonas atemberaubendes Starensemble, das auf dem Weg ins Endspiel den FC Bayern im Viertelfinale gedemütigt und den FC Chelsea im Halbfinale mit Glück niedergerungen hatte, schaffte mit dem Triumph in der Ewigen Stadt als erster spanischer Verein das Triple aus nationaler Meisterschaft, Pokalgewinn und Europapokal-Krone. Barça-Coach Josep Guardiola gelang zudem als erstem Trainer das Kunststück, gleich in seiner Premieren-Saison den begehrten Pokal mit den Henkelohren zu gewinnen. Manchester Uniteds Trainer-Heroe Sir Alex Ferguson blieb hingegen der dritte Gewinn der Champions -Trophäe ebenso versagt wie seinem Klub der vierte Sieg im Edel-Wettbewerb. "Barcelona war die bessere Mannschaft. Sie konnten den Ball den ganzen Abend in ihren Reihen halten und haben es schwer für uns gemacht. Wir müssen akzeptieren, heute gegen die bessere Elf verloren zu haben", sagte Ferguson.
Ronaldo bleibt blass
Das Duell, bei dem wie erhofft sofort blendende Ballästhetik statt biederer Blutgrätsche Programm war, begann mit einem Freistoßkracher von Cristiano Ronaldo, der nach nur 87 Sekunden Barça-Schlussmann Victor Valdes vor erhebliche Probleme stellte. Noch zweimal versuchte sich der Portugiese mit gefährlichen Schüssen, dann beendete Eto'o kurz - und für ManU schmerzhaft - die sich anbahnende Ronaldo-Show. Nach einem Pass von Andres Iniesta ließ er Nemanja Vidic stehen und überlistete auch United-Schlussmann Edwin van der Sar.
Im Privatduell mit Cristiano Ronaldo um die Rolle des besten Fußballers der Welt wollte nun Barcas Messi (19.) nicht mehr zurückstehen und setzte mit einem Schuss wie ein Strich vom Strafraumrand ein Ausrufezeichen. Manchester war beeindruckt, reagierte nur noch, statt wie vom FC Chelsea im Halbfinale demonstriert, aggressiv gegen Barças gefürchtete Ballzirkulation dagegenzuhalten. Barça hatte zu viel Raum und - etwas überraschend - sogar körperliche Vorteile.
ManU zeigt zu wenig
United zeigte zu wenig, um die wegen Sperren und Verletzungen gleich auf drei Positionen veränderte Barça-Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Außer Cristiano Ronaldo war bis zum Halbzeitpfiff kein "Red Devil" auf heißer Finaltemperatur. Barcelona war bis zu diesem Zeitpunkt lediglich vorzuwerfen, nicht energisch genug auf das zweite Tor zu drängen. Der Champagner -Fußball der Anfangsphase hatte nun ein wenig sein Prickeln verloren. Erst kurz vor der Pause brachte Messi (44.) nach einem Dribbling van der Sar nochmals in Verlegenheit.
Von einem schnellen Aufbäumen Manchesters war auch zu Beginn der zweiten Halbzeit nichts zu sehen. Im Gegenteil: Barca machte richtig Druck. Thierry Henry (48.) tanzte die Abwehr aus, scheiterte aber zu lässig an van der Sar. Beim Freistoß des starken Xavi (53.) verhinderte der Pfosten einen zweiten Barça-Treffer.
Ausgerechnet als Manchester doch noch mehr Druck entfachte und klammheimlich Erinnerungen an die dramatische Wende im legendären Finale von Barcelona gegen den FC Bayern (2:1) 1999 aufkamen, schlug der nur 1,70 Meter große Messi zu - und das mit einem vorbildlichen Kopfballtor. Das neunte Tor in der Champions-League-Saison machte den Argentinier nicht nur zum jüngsten Champions-League-Torschützenkönig, sondern auch zum Topfavoriten für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres.
dpa | Stand: 27.05.2009, 23:44
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