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21.11.2009 | 02.50 Uhr

Bundesliga

Auflösung des Vertrags

Friedhelm Funkel verlässt die Eintracht

Nach monatelangem Spießrutenlauf hat Friedhelm Funkel das Handtuch geworfen und seinen bis 2010 gültigen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt zum Saisonende aufgelöst. "Ich habe am Montag mit Heribert Bruchhagen gesprochen und ihn gebeten, mein Vertragsverhältnis zum 30. Juni zu beenden", sagte der 55-Jährige am Donnerstag (21.05.09). Ein Nachfolger für Funkel, der das Amt vor fünf Jahren übernommen und die Eintracht auf Anhieb in die Bundesliga zurückgeführt hat, steht laut Vorstandschef Bruchhagen noch nicht fest. Michael Skibbe und Mirko Slomka gelten als Kandidaten.

Friedhelm Funkel; Rechte: AP Lupe groß

Friedhelm Funkel kein Eintracht-Trainer mehr

Die Trennung von Funkel hatte sich seit Wochen angedeutet, denn der Druck von den Fans, aber vor allem aus dem Aufsichtsrat, war zuletzt immer größer geworden. Dem musste sich am Ende auch Bruchhagen beugen. "Es ist uns nicht gelungen, die Eigendynamik der Enttäuschung durch Argumente zu entkräften", räumte er ein. Dass der Aufsichtsrat letztlich die Trennung durchgesetzt habe, dementierte Bruchhagen: "Der Vorstand hat am Dienstag die Entscheidung gefällt, der Bitte von Herrn Funkel nachzukommen. Am Mittwoch wurde der Aufsichtsrat darüber informiert."

In den kommenden Tagen werde ein Anforderungsprofil für den neuen Trainer erstellt, um dann zügig Gespräche mit Kandidaten aufzunehmen. "Die Entscheidung wird nicht in einer Woche fallen, aber wir werden auch keine Findungskommission gründen, die dann drei Monate lang berät", sagte Bruchhagen. Namen von potenziellen Nachfolgern nannte der Eintracht-Boss nicht. Als Kandidaten werden unter anderen der im Februar bei Galatasaray Istanbul entlassene Michael Skibbe sowie der ehemalige Schalke-Coach Mirko Slomka gehandelt.

Zum Abschied ein Rekord

Funkel ist nach Jos Luhukay (Borussia Mönchengladbach), Armin Veh (VfB Stuttgart), Fred Rutten (FC Schalke 04), Jürgen Klinsmann (FC Bayern München) und Michael Frontzeck (Arminia Bielefeld) der sechste Bundesliga-Trainer, der in dieser Saison seinen Stuhl räumen muss. "Ich habe nicht ein Prozent bereut, bei der Eintracht gewesen zu sein. Es war eine tolle, eine fantastische, die beste Zeit überhaupt in meiner Trainer-Karriere. Die Eintracht wird immer in meinem Herzen bleiben", sagte Funkel. Er habe bereits "vor einiger Zeit mit Heribert Bruchhagen darüber gesprochen, ob eine weitere Zusammenarbeit Sinn ergibt. Ich habe in den vergangen Wochen gespürt, dass die Mannschaft Schwierigkeiten hatte, mit der Situation umzugehen", erklärte der scheidende Trainer.

Laut Bruchhagen hätte die Sorge, dass "die Mannschaft sich bei der permanenten Kritik nicht weiterentwickeln kann", den Ausschlag gegeben. Dem Trainer sei nichts vorzuwerfen, denn Funkel habe mit seinem Können und Wissen "die Grundlagen gelegt, dass Eintracht Frankfurt auch in Zukunft seinem Ziel gerecht werden kann, sich in der Bundesliga zu etablieren". Am Samstag gegen den Hamburger SV wird Funkel nach eigener Aussage noch einmal auf der Bank sitzen. "Danach fahre ich erst einmal in den Urlaub, wo ich mir Gedanken über meine Zukunft machen werde." Kontakte mit anderen Vereinen bestünden derzeit nicht.

Die Partie gegen Hamburg wird so oder so eine ganz besondere für ihn: Es wird Funkels 170. Liga-Spiel als Trainer der Eintracht sein. Damit stellt er Erick Ribbecks Rekord ein - überholen wird er ihn nun nicht mehr können.

dpa | Stand: 21.05.2009, 14:16

Kommentare 1 bis 5 von 83

  • Pianoevchen schrieb am 23.05.2009 23.12 Uhr: Was hab ich mich in letzter Zeit manchmal über ihn aufgeregt. Gesagt er ist nicht mehr tragbar, er muss weg. Obwohl ich nicht der Meinung bin, dass häufige Trainerwechsel sinnvoll sind, bzw. der Trainer das Spiel macht. Das machen ja nach wie vor die Spieler. Aber ab einem gewissen Punkt, hab ich gesagt, reichts. Geschimpft hab ich oft... Aber jetzt rückblickend: Er hat uns schon was gebracht der FRiedhelm. Hat die Manschaft soweit stabilisiert und auch ganz gute Teilerfolge (wenn man Aufstieg nur als Teilerfolg bezeichenn will) erziehlt. Ich hoffe sie sind durch ihn gut genug vorbereitet worden um jetzt endlich wieder richtig durchzustarten. Da die Spieler nach so langen Jahren sich durch die selbe Person nicht mehr neu, bzw. außerordentlich motivieren lassen ist jetzt wohl genau der rchtige Zeitpunkt ihm im gerade noch Guten Lebewohl zu sagen... War ganz ordentliche Arbeit. Wünsche ihm alles Gute für die Zukunft und wünsche mir jetzt ganz doll einen mindestens fähigen Trainer...

  • Elke schrieb am 23.05.2009 18.13 Uhr: ich bin seit 45 Jahren Fan von der Eintracht und es ist mir unbe- greiflich wie man einen guten Trainer wie Herrn Funkel gehen läßt.Herr Funkel hat die Mann- schaft wieder in die 1. Lige gebracht. Aber wenn man laufent verletzte Spieler zu be- klagen hat wie kann man dann in der Tabelle in der oberen Hälfte stehen. Ich denke Herr Funkel hat eine gute Arbeit geleistet und ich bedauere sehr , daß er gegangen wurde. Hoffentlich haben die Herren im Vorstand mit dem neuen Trainer Glück und auch nicht so viele Verletzte wie Herr Funkel sie ständig zu beklagen hatte. Ich wünsche der Eintracht wieder einen guten Trainer und Herrn Funkel alles Gute für die Zukunft.

  • Georg V. schrieb am 23.05.2009 11.44 Uhr: So, nun hat es auch die Eintracht erwischt. Bleibt der Erfolg aus, geht es dem Trainer an den Kragen. So ist das in der Bundesliga, Werder Bremen ausgenommen. Betrachten wir die zurückliegende Saison, so war das nicht mehr die „Eintracht“ die im Mai 2007 in Bremen 2:1 gewann oder in der Vorrunde 2007/2008 den HSV und Bayer 04 zu Hause besiegte. Mit dem gleichen Personal übrigens, sieht man von Streit und Kyrgiakos ab. Es ist müßig darüber zu spekulieren was im einzelnen passierte, fakt ist: Die Liaison zwischen der SGE und FF ist beendet. FF bat um seine Entlassung und kam damit den Verantwortlichen des Vereins zuvor, ihm zu kündigen. Hoffentlich findet die Eintracht den richtigen neuen. Ich kann mich noch gut an die Zeit vor FF erinnern. Mir als Fan von der SGE bleibt nur eines zu sagen: Vielen Dank Friedhelm für die Arbeit seit 2004 und alles Gute für die Zukunft. An alle Fans, verabschiedet Friedhelm Funkel am Samstag mit dem nötigen Respekt.

  • Harald schrieb am 23.05.2009 10.05 Uhr: Die Klagen aus dem Umfeld der Spieler, Training werde nicht dosiert, daher fehle am Ende der Spiel bereits die Kraft und der Trainer vermittele Taktik nur unvollstaendig, waren unueberhoerbar! Alle, ausser dem treuen Bruchhagen wussten, dass Funkel bei der Mehrzahl der Spieler insgeheim als ungeeignet belaechelt worden ist.

  • heinz schrieb am 23.05.2009 00.07 Uhr: einen so erfahrenen trainer raus! -ohne kommentar-aber : die aktion in bielefeld? in einer woche:"spieler kennenlernen,die mannschaft einstellen?blödsinn! vermutlich aus panik,u angst! berger wird(vielleicht)umjubelt, u frontzeck hat die punkte geholt. nichts gegen berger,aber sowas??? viel glück-arminia.

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