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21.11.2009 | 00.35 Uhr

Nationalmannschaft

Spieler entschuldigt sich für sein Verhalten

Löw wirft Kuranyi aus Nationalteam

Nationalspieler Kevin Kuranyi von Bundesligist Schalke 04 ist von Bundestrainer Joachim Löw aus der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes geworfen worden.

Kevin Kuranyi und Michael Ballack (rechts); Rechte: dpa

Kevin Kuranyi und Michael Ballack (r.) - nie mehr in einem Team?

"So wie Kevin reagiert hat, kann ich das nicht akzeptieren und werde ihn deshalb in Zukunft nicht für die Nationalelf nominieren", sagte der 48-jährige Löw und vollzog den Rauswurf des Ex-Stuttgarters, nachdem dieser das DFB-Team am Samstagabend (11.10.08) nach dem WM-Qualifikationsspiel gegen Russland (2:1) in Dortmund ohne Abmeldung verlassen hatte.

Der Stürmer, der für die Begegnung in Dortmund von Löw nicht in den 18er-Kader berufen worden war und wie sein Klubkollege Jermaine Jones das Spiel auf der Tribüne verfolgen musste, war nicht zur Rückfahrt am Mannschaftsbus erschienen und hatte bis zum Sonntagmorgen keinen Kontakt mehr zur Mannschaftsführung aufgenommen.

Kuranyi entschuldigt sich bei Löw

Erst nach seiner offiziellen Ausbootung aus dem Nationalteam meldete sich Kuranyi telefonisch bei Löw. Schalke-Manager Andreas Müller bestätigte, dass Kuranyi "sich für sein Verhalten entschuldigt habe." Das ändere aber nichts an seiner Entscheidung, aus der Nationalmannschaft zurückzutreten.

Kuranyi hatte in seiner Karriere bereits die Nichtnominierung durch den damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann für die WM 2006 verkraften müssen. Erst Löw hatte ihn wieder in den DFB-Kader integriert.

"Der Mensch spielt auch eine Rolle"

Kuranyis Berater Roger Wittmann bestätigte die gezielte Aktion des Schalker Angreifers. "Er hat entschieden, was er für sich selbst als richtig empfindet, zu sagen, ich gehe nach Hause", erklärte Wittmann. Man hätte es zwar besser machen können, räumte der Berater ein. "Aber der Mensch Kevin Kuranyi spielt auch eine Rolle - und der hat so entschieden."

Zwanziger unterstützt Löw

Theo Zwanziger stellte sich ausdrücklich hinter Joachim Löws Entscheidung: "Wir haben telefoniert und ich habe ihm gesagt, dass ich seine Entscheidung hundertprozentig mittrage", betonte der DFB-Präsident. "Es gab keine andere Lösung. Ich bin über das Verhalten von Kuranyi sehr enttäuscht, weil ich ihn als einen Spieler kennengelernt habe, der eigentlich weiß, dass man im Fußball alleine nichts ist, sondern nur mit der Mannschaft erfolgreich sein kann. Der Bundestrainer hatte gar keine andere Wahl."

Stand: 12.10.2008, 14:03

 

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