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Ermittelt Spaniens Justiz?
Manipulationsverdacht bei Bayern-Spiel
Der spanische Nationale Gerichtshof hat am Donnerstag (02.10.08) in einer neuen Stellungnahme offengelassen, ob er wegen eines möglichen Bestechungsverdachts beim UEFA-Pokal-Halbfinale FC Bayern München gegen Zenit St. Petersburg ermittelt. Das Gericht habe entsprechende spanische Zeitungsberichte nicht bestätigt, stellte eine Sprecherin des Gerichts in Madrid klar.
Auch Luca Toni traf nicht gegen Zenit.
Das Gericht habe lediglich bestätigt, dass der Untersuchungsrichter Baltasar Garzón gegen eine Gruppe von mutmaßlichen russischen Mafia-Chefs ermittele, die im Juni in Spanien festgenommen worden waren. Ob der Richter im Rahmen dieses Komplexes auch wegen des UEFA- Pokalspiels ermittele, könne sie nicht sagen, betonte die Sprecherin.
Einen Tag zuvor hatte eine Sprecherin des Nationalen Gerichtshofs noch die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bestätigt. Der deutsche Fußball-Meister reagierte am Mittwoch in einer schriftlichen Stellungnahme abwartend. "Dem FC Bayern München ist dieser Verdacht ebenso wenig bekannt wie der Münchner Staatsanwaltschaft. Wir werden versuchen, jegliche etwaige Information zu diesem Vorgang zu erhalten", übermittelte der Club.
Die Madrider Zeitungen "El País" und "ABC " hatten berichtet, dass sich der Manipulationsverdacht der spanischen Justiz auf abgehörte Telefongespräche von russischen Mafia-Bossen in Spanien stützt. Der in Spanien festgenommene Gennadi Petrow, der als Chef einer der einflussreichsten Mafia-Clans in Russland gilt, soll nach Madrider Presseberichten in einem abgehörten Telefongespräch damit geprahlt haben, für das Weiterkommen der Zenit-Fußballer gesorgt zu haben. Im Mai war der FC Bayern gegen den russischen Spitzenclub durch ein 1:1 im Hin- und ein 0:4 im Rückspiel, der höchsten Münchner Niederlage im Europapokal seit 31 Jahren, ausgeschieden.
"50 Millionen ausgegeben"
Er habe für den Erfolg des Außenseiters Zenit "50 Millionen" ausgegeben, sagte Petrow nach Angaben der Zeitungen. Die Währung habe er nicht genannt.
Der im Frühjahr auf Mallorca festgenommene Petrow steht im Verdacht, der Chef des mächtigen russischen Mafia-Clans "Tambowskaja" in St. Petersburg zu sein. Nach den Zeitungsberichten sollen Petrow und seine Gehilfen in drei abgehörten Telefonaten davon gesprochen haben, das Halbfinale manipuliert zu haben. Der ebenfalls inhaftierte Leonid Christoforow, der als die "rechte Hand" Petrows gilt, soll sogar getönt haben, das Resultat des Rückspiels (4:0 für Zenit) im Voraus gekannt zu haben.
St. Petersburg stritt die Vorwürfe unterdessen ab. "Die Vorstellung in den Spielen gegen die Rangers und gegen Bayern sind der beste Beweis, dass die Siege ehrlich errungen wurden", teilte der russische Klub auf seiner Internetseite mit.
Der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón, der die Ermittlungen gegen die russischen Mafia-Größen leitet, unterrichtete laut "El País " die deutsche Staatsanwaltschaft von seinen Untersuchungen. Bei der Münchner Staatsanwaltschaft war davon nichts bekannt.
dpa | Stand: 02.10.2008, 12:17
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