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18.03.2010 | 03.10 Uhr

Formel 1

Weltmeister Button und Vorgänger Hamilton bei McLaren vereint

Kampfansage gleich am ersten Tag

Sein silberner Dienstwagen verzückte Formel-1- Weltmeister Jenson Button auf den ersten Blick, doch schon jetzt spürt der McLaren-Neuzugang die Bürde des Titelverteidigers.

Der MP4-25 von McLaren; Rechte: dpa Noch aufgebockt, ab März im Rennen zu bestaunen: Der neue MP4-25 von McLaren

"Die Nummer 1 auf dem Auto ist etwas ganz Besonderes. Aber ich darf nicht mehr daran denken und muss mich auf die Zukunft konzentrieren", sagte der Brite am Freitag (29.01.10) in Newbury, nachdem er gemeinsam mit Teamkollege Lewis Hamilton den neuen MP4-25 enthüllt hatte. Gleich am ersten gemeinsamen Arbeitstag des vermeintlichen "Dream Teams" sagte Hamilton seinem Landsmann offen den Kampf an. "Natürlich will ich die Fahrer-WM gewinnen, das ist doch wohl klar", ließ er Button wissen.

Zum ersten Mal in der Formel-1-Geschichte sind die Weltmeister der beiden Vorjahre in einem Team vereint. Auf der Bühne demonstrierten Button und Hamilton zwar Eintracht, aber hinter den Kulissen hat das Gerangel um die Führungsrolle wohl längst begonnen. "Das Team ist großartig. Ich fühle mich schon wie zu Hause", schmeichelte Button seiner neuen Mannschaft. "Es ist wichtig, dass wir als Team funktionieren, sonst gibt es keinen britischen Weltmeister", warnte der 30-Jährige und meinte damit wohl vor allem Hamilton.

Gerangel um die Führungsrolle

Jenson Button (links) und Lewis Hamilton; Rechte: dpa Lupe groß

Jenson Button (l.) und Lewis Hamilton Seite an Seite - gilt das auch für ihre Zusammenarbeit?

Nach der abgelaufenen Saison und der Übernahme seines Brawn-Teams durch Mercedes hatte Button sich etwas überraschend zum Wechsel entschieden und damit erst das Cockpit für Rekord-Weltmeister Michael Schumacher freigemacht. Die Nummer 1 nahm Button mit, die Hausmacht bei McLaren hat allerdings Hamilton. "Ich bin überzeugt, Jenson und Lewis fühlen sich verpflichtet zusammenzuarbeiten und so die Erfolgschancen des Teams zu erhöhen", mahnte Teamchef Martin Whitmarsh. Doch auch er weiß, dass es schwer wird, seine Fahrer im Sinne des Teams zu bremsen. "Beide Piloten sind Siegertypen und wollen in diesem Jahr gewinnen."

"Enorm harte Saison"

Im Kampf um den Titel erwartet Whitmarsh "eine enorm harte Saison". Mercedes hat für sein Werksteam das Sensations-Comeback von Superstar Schumacher organisiert. Ferrari setzt auf den zweimaligen Champion Fernando Alonso. Red Bull hat mit Sebastian Vettel schon im Vorjahr Button Paroli geboten. "Das wird ein großartiges Formel-1-Jahr - einfach brillant", schwärmte Hamilton. "Hoffentlich treiben wir das Team zu beiden Titeln." Button bekannte: "Ich war noch nie so aufgeregt vor einer Saison."

Angetrieben wird der neue McLaren wieder von einem Mercedes-Motor, obwohl der schwäbische Autobauer künftig mit einem eigenen Werksteam startet. "Mercedes war 16 Jahre lang ein großartiger Partner und wird es hoffentlich noch lange bleiben", erklärte Whitmarsh. Bis 2011 erhält McLaren die Mercedes-Aggregate noch kostenlos, auch die Autos bleiben vorerst silbern. Daimlers 40-Prozent-Anteil kauft McLaren aber in den kommenden zwei Jahren zurück.

Radikale Änderungen am Auto

Die Jungfernfahrt des revolutionär gestalteten MP4-25 darf Ersatzpilot Gary Paffett am Montag (01.02.10) bei den Tests in Valencia absolvieren. "Wir haben uns umfassender vorbereitet als je zuvor", meinte Whitmarsh. Im Vorjahr war das Team erst in der zweiten Saisonhälfte auf Touren gekommen und hatte seine Titelchancen bereits früh verspielt. Deshalb veränderte McLaren sein Auto radikal, vor allem im Bereich der Aerodynamik. "Wir hoffen, dass wir diesmal von Beginn an konkurrenzfähig sind", sagte Whitmarsh.

Stand: 29.01.2010, 15:42

 

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