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14.03.2010 | 15.09 Uhr

Formel 1

Großer Preis der Formel 1 von Abu Dhabi

Vettel feiert glamourösen Saisonabschluss

Sebastian Vettel hat sich unter dem Nachthimmel von Abu Dhabi zum Wüstenkönig der Formel 1 gekrönt und mit seinem vierten Saisonsieg beim WM-Finale 2009 die Vize-Weltmeisterschaft perfekt gemacht.

Sebastian Vettel (r.) und Mark Webber; Rechte: AFP Sebastian Vettel (r.) und Mark Webber

Der Red-Bull-Pilot stellte in einem Rennen vor märchenhafter Kulisse alle Rivalen in den Schatten und gewann letztlich mit 17,8 Sekunden Vorsprung vor seinem australischen Teamkollegen Mark Webber. "Danke, Jungs, für dieses fantastische Auto. Es war ein großes Vergnügen, diesen Wagen heute fahren zu dürfen", brüllte Vettel nach der Zieldurchfahrt in den Boxenfunk. "Am Ende konnte ich mich sogar ein bisschen zurücklehnen", meinte er später: "Eigentlich schade, dass die Saison jetzt schon zu Ende geht. Anscheinend werden wir immer besser. Aber es war ein perfekter Tag, um diese Saison abzuschließen."

Der seit Sao Paulo als Weltmeister feststehende Jenson Button schaffte als Dritter den Sprung aufs Podest. Sein Teamkollege Rubens Barrichello wurde im letzten Rennen für Brawn Vierter und konnte Vettel damit nicht mehr vom zweiten Gesamtrang verdrängen. Button beendete die Saison mit 95 Punkten vor Vettel (84) und Barrichello (77).

Heidfeld mit versöhnlichem Abschluss

Einen versöhnlichen Saisonabschluss gab es für Nick Heidfeld, der im letzten Rennen seines Arbeitsgebers BMW einen beachtlichen fünften Platz belegte und dem Team damit noch Platz sechs bei den Konstrukteuren sicherte. Damit betrieb der Mönchengladbacher auch erfolgreiche Eigenwerbung. "Der fünfte Platz war sehr schön. Es ist schade, dass BMW sich verabschiedet, aber es ist zumindest schön, wenn man das mit einem guten Ergebnis macht", sagte Heidfeld, der nun sogar bei McLaren-Mercedes im Gespräch ist.

Nico Rosberg ging zum Abschied von Williams als Neunter leer aus. Der 24-Jährige wird 2010 aller Voraussicht nach mit Barrichello das Cockpit tauschen und für Brawn starten. Adrian Sutil verabschiedete sich bei drückenden 30 Grad Celsius mit dem 18. und letzten Platz im Force India in die Winterpause.

Vettel ließ Hamilton nicht ziehen

Die Mercedes-Silberpfeile waren in der Wüste vom Pech verfolgt. Der entthronte Weltmeister Lewis Hamilton, der sich die letzte Pole Position des Jahres gesichert hatte, schied früh mit Bremsproblemen aus. Sein wahrscheinlich scheidender Teamkollege Heikki Kovalainen enttäuschte auf Rang elf.

Hamilton gab sich zunächst beim Start keine Blöße und blieb vor Vettel. Der Red-Bull-Pilot ließ sich aber nicht abschütteln, auch nach zehn Runden lag Hamilton nur die Winzigkeit von 0,8 Sekunden vor dem Deutschen. Dahinter folgte Webber im zweiten Red Bull vor Button, der an seinem Teamkollegen Barrichello vorbei auf Rang vier gefahren war.

Probleme nach dem Stopp

Als erster der Top-Piloten legte Hamilton in Runde 18 seinen Stopp ein. Kaum war der Brite aber zurück auf der Strecke, bahnte sich Unheil an. Probleme an der Bremse am linken Hinterrad wurden vom Team ausgemacht. Noch aber fuhr der Champion von 2008 weiter. Vettel blieb zwei Runden länger auf der Strecke und übernahm nach seinem ersten Halt die Führung vor Hamilton.

Eine Runde später kam für den McLaren-Mercedes-Piloten das Aus. "Sorry, Lewis, Du kannst nicht mehr weiterfahren", teilte ihm sein Team über den Boxenfunk mit. Hamilton fuhr zurück an die Box und stellte den Silberpfeil enttäuscht in der Garage ab. Die Probleme begannen laut Teamaussage bereits in Runde vier. Das sei auch der Grund gewesen, warum sich Hamilton nicht entscheidend von Vettel absetzen konnte.

Nach Hamiltons Ausfall war für Vettel der Weg zum insgesamt fünften Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere frei. Fehlerfrei drehte er seine Runden und baute den Vorsprung locker aus. Als auch der zweite Boxenstopp perfekt klappte, war ihm der Sieg schließlich nicht mehr zu nehmen.

Träne im Auge

Mit einer Träne im Auge verabschiedete sich BMW. Nach zehn Jahren fuhren die Münchner am Sonntag ihr letztes Rennen in der Formel 1. "Es war eine fantastische Zeit - intensiv, lehrreich, spannend, herausfordernd und insgesamt doch sehr erfolgreich", sagt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen vor dem WM-Finale.

Theissens Fazit fällt durchweg positiv aus. Während der Zeit mit Partner Williams habe man zehn Rennen gewonnen und 2003 bis zum Ende um den WM-Titel gekämpft. Mit dem eigenen Team BMW-Sauber sei es die ersten drei Jahre steil und stetig bergauf gegangen. "Mit Ausnahme unserer vierten und leider letzten Saison bin ich mit dem, was wir seit 2006 erreicht haben, mehr als zufrieden. In den ersten drei Jahren haben wir unsere selbst gesteckten Ziele allesamt erreicht und sogar übertroffen", sagt der BMW-Motorsportdirektor.

sid | Stand: 01.11.2009, 18:37

 

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