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14.03.2010 | 15.46 Uhr

Formel 1

Großer Preis der Formel 1 in der Türkei

Vettel beraubt sich aller Siegchancen

Ein fataler Fahrfehler hat Sebastian Vettel nach wenigen Metern alle Siegchancen geraubt und Formel-1-Dominator Jenson Button am Bosporus den Weg zum erneuten Triumph freigemacht.

Beim Großen Preis der Türkei geriet die deutsche WM-Hoffnung in der tückischen Kurve 10 aufs Gras und musste nach einem Klasse-Start von der Pole Position aus den BrawnGP-Piloten an sich vorbeiziehen lassen. Eine Dreistopp-Strategie kostete Vettel dann auch noch Rang zwei: So feierte der Brite Button im siebten Saisonlauf seinen sechsten Sieg vor Vettels Teamkollege Mark Webber und machte fast im Schongang vor beinahe leeren Rängen im türkischen Niemandsland den nächsten Schritt auf den WM-Thron.

Auto von einer anderen Welt

"Was soll ich sagen, Jungs, was soll ich sagen Jungs. Danke, danke", sagte Button via Boxen-Funk. "Das Auto war von einer anderen Welt", meinte er kurz vor der Siegerehrung. Vettel musste sich dagegen auch noch dem Australier Webber im zweiten Red Bull geschlagen geben.

Im Kampf um die Krone der "Königsklasse" büßte Vettel (29) weitere vier Punkte gegenüber Button (61) ein. Fünfter wurde in Istanbul der Wiesbadener Williams-Mann Nico Rosberg. Timo Glock aus Wersau rettete im Toyota noch einen Punkt als Achter, der Mönchengladbacher Nick Heidfeld konnte seinen Miseren-Kurs im BMW-Sauber mit Rang elf nicht verlassen. Adrian Sutil kam im Force India mit Mercedes-Motor nicht über Platz 17 hinaus.

McLaren und Ferrari nur Statisten

Weltmeister Lewis Hamilton dürfte es im McLaren-Mercedes Rang 13 die Laune noch mehr verhagelt haben, die Ferraris mit Ex-Champion Kimi Räikkönen und Felipe Massa spielten im sonnigen Istanbul ebenfalls nur eine Statistenrolle mit den Rängen sechs und neun.
In der WM-Wertung führt Button mit 61 Punkten vor Teamkollege Rubens Barrichello (35), der nach völlig verpatztem Start sein Auto zehn Runden vor Schluss in der Garage abstellen musste. In der Teamwertung holte das Red-Bull-Duo dagegen etwas auf: Brawn führt dennoch mit 96 Zählern immer noch klar vor Vettel und Webber (56,5 Punkte).

Schwierige Windverhältnisse

Nicht ganz zufrieden. Sebastian Vettel; Rechte: dpa Lupe groß

Nicht ganz zufrieden. Sebastian Vettel

Die Freude über seinen Top-Start währte bei Vettel nur kurz. Den ersten Angriff des voll auf Attacke gepolten Button, der sein Auto ungewöhnlicherweise schräg in seiner Start-Box postiert hatte, wehrte der Heppenheimer ab. Doch bei der Anfahrt auf die Schikane passierte ihm der Faux-Pas: Vettel lenkte seinen Boliden übers Gras, konnte den Red Bull zwar noch abfangen, doch Button zog mit seinem weißen Brawn- Mercedes am "Roten Bullen" vorbei. "Ich habe das Auto fast verloren, der Wind kam plötzlich von hinten und hat das Auto sehr instabil gemacht." Vettel gab aber auch zu: "Wir hätten heute dennoch keine Chance auf den Sieg gehabt, Jenson Button war viel schneller als gedacht."

Barrichello verpatzt Start

Auf die Hilfe Barrichellos konnte Button nicht hoffen: Der Brasilianer blieb am Start fast stehen und wurde nach Runde eins auf Rang zwölf registriert. Rosberg, der neben Vettel zu den begehrtesten Fahrern auf dem Markt gehört, betrieb weitere Werbung in eigener Sache und raste mit seinem Williams-Toyota vom neunten Startrang erstmal auf Platz fünf vor.

Als erster zum Nachtanken an die Box kam Vettel in der 15. Runde - nicht überraschend, sein Auto war nach dem Qualifying am Samstag das zweitleichteste. Button kam einen Umlauf danach zum Pitstop. Vettels Strategie, sich mit einem erneut leichteren Auto an den "Brawnie" ranzupirschen, ging erstmal auf. Nach 24 Runden saß Vettel Button im Nacken. Nur kam der Hesse an dem 29-Jährigen einfach nicht vorbei, im 28. Durchgang musste er dann die Verfolgungsjagd wieder aufgeben und erneut an die Box zum Tanken.

Vor seinem finalen Stopp musste sich Vettel wieder einen Vosprung gegenüber Webber herausfahren. Während Button ungefährdet seinem Sieg in 1:26:24,848 Stunden über die Gesamtdistanz von 309,396 Kilometern entgegenfuhr, kam Vettel nach seinem dritten Halt hinter Webber zurück auf die Strecke. "Sebastian, schon dein Auto", so die Anweisung fünf Runden vor Schluss über den Funk an Vettel, "Mark ist schneller". Im Ziel war aber auch der Australier um über sechs Sekunden langsamer als "Boost"-Button.

dpa | Stand: 07.06.2009, 15:55

 

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