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16.03.2010 | 23.16 Uhr

Formel 1

Abbruch beim Großen Preis von Malaysia

Button triumphiert erneut

Aquaplaning, Abflüge und Abbruch: Im Regenchaos von Sepang hat Auftaktsieger Jenson Button einen deutschen Doppelerfolg verhindert. Der britische Pole-Mann feierte in dem vorzeitig beendeten Großen Preis von Malaysia am Sonntag im neuen BrawnGP seinen zweiten Sieg in Serie.

Jenson Button und Nick Heidfeld (l.); Rechte: AP

Jenson Button und Nick Heidfeld (l.)

Als große Gewinner im dem denkwürdigen Rennen gingen aber Nick Heidfeld im BMW-Sauber und Timo Glock im Toyota hervor, die auf die Plätze zwei und drei rutschten. Während Weltmeister Lewis Hamilton nach seinem Reue-Geständnis wegen der Lügen-Affäre von Australien mit Platz sieben kaum Schadensbegrenzung betreiben konnte, erlebte Ferrari mit dem nächsten Nuller wieder ein Fiasko. "Ein Rennen wie eine Schlacht", meinte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug: "Jeder, der bei diesen Bedingungen sein Auto auf der Straße hielt, ist heute ein Held." Auch Sieger Button war froh, alles überstanden zu haben. "Das war ein verrücktes Rennen. Man konnte die Strecke nicht mal sehen", meinte der Brite, der die ersten Glückwünsche bereits im Wartestand unterm Regenschirm entgegen genommen hatte.

Rosberg mit Riesenpech

Pech hatte Nico Rosberg, der zu Beginn das Feld für einige Runden angeführt hatte und am Ende als Achter gewertet wurde. Sebastian Vettel, wegen einer Zurückversetzung um zehn Ränge von Platz 13 aus gestartet, kam nicht über Rang 15 hinaus. Adrian Sutil wurde im Force India als 17 geführt. Den letzten Rennabbruch wegen Regens hatte es 1991 in Australien gegeben. Damals war bereits nach 14 von 81 Runden Schluss gewesen. Nachdem nun auch der zweite WM-Lauf wegen heftiger Schauer in der Sauna von Sepang und einbrechender Dunkelheit 24 Runden vor Schluss abgebrochen werden musste, bekommen alle Fahrer nur die Hälfte der Punkte.

Die Nacht zog langsam auf

Die Fahrer selbst machten sich dafür stark, dass das um 17.00 Uhr Ortszeit gestartete Rennen nicht fortgesetzt wurde. Nach fast einer Stunde Unterbrechung stimmte die Rennleitung zu und erklärte den Grand Prix für beendet. Die Wertung erfolgte nach dem Stand von 31 Runden. Dabei hatte es aus deutscher Sicht gut begonnen. Rosberg raste von Rang vier bis an die Spitze, Button fiel auf Platz vier zurück und leistete sich immer wieder Überholmanöver mit dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso. Glock büßte vier Positionen ein und war zunächst Achter. Dahinter lagen Heidfeld, der nach seinem Unfall in Australien strafversetzte Vettel und Hamilton.

Deutscher Verkehr in der Boxengasse

Den Boxenstopp-Reigen eröffnete Vettel in der 13. Runde, der früher mit Regen gerechnet hatte, zwei Umläufe später machte Rosberg Halt. Beide kehrten mit Trockenreifen auf den Kurs zurück, auch Button. Nicht so Kimi Räikkönen: Ferrari rüstete dessen Dienstwagen mit Regen-Pneus aus, doch es blieb zunächst trocken. Nach der verzockten Qualifikation von Felipe Massa mit Platz 16 das nächste taktische Ferrari-Fiasko mit Berater Michael Schumacher an der Box. Als das Gewitter 36 Minuten nach Rennstart losging, funkte Räikkönen verzweifelt: "Meine Reifen sind total kaputt."

Toyota mit genialem Schachzug

Hochbetrieb in der Pitlane in der 22. Runde: Die noch nicht mit Regenreifen ausgestatteten Wagen kamen in die Boxengasse. Nur Glock entschied sich für die sogenannten Intermediates - und wurde dadurch nach gut der Hälfte der Renndistanz kurzzeitig an die Spitze gespült. Doch der Regen wurde stärker, das Safety Car musste in der 32. Runde raus. Vettel flog ab, die Elektronik versagte, der Motor ging aus. Andere folgten. Die Rennkommissare entschieden: Unterbrechung. "Das ist wie Sauna mit Aufguss", meinte Haug. "Da geht es jetzt um einen Kampf Abdunkeln gegen Dunkelheit", meinte BMW- Motorsportdirektor Mario Theissen, nachdem das Rennen am späten Nachmittag Ortszeit gestartet worden war. Und dann nicht mehr neu aufgenommen wurde. Erst im Trockenen erfuhr Heidfeld dann, dass er sogar noch vor Glock gelandet war. Auch zur Überraschung seines Chefs, der frühzeitig in der dritten Runde das Aus von Robert Kubica zu beklagen hatte. "Ich habe erst bei der Siegerehrung entdeckt, dass Nick Zweiter ist", meinte Theissen.

dpa | Stand: 05.04.2009, 16:05

 

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