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Boxen
Boxabend in Ludwigsburg
Stürmischer Huck bleibt Weltmeister
Marco Huck bleibt WBO-Champion im Cruisergewicht. Der 25-Jährige besiegte bei seiner ersten Titelverteidigung den Briten Ola Afolabi in einem extrem spannenden Kampf einstimmig nach Punkten. Der stürmische Huck war der deutlich aktivere Mann, den die Punktrichter beim 115:113, 115:113 und 116:112 verdient vorn sahen.
Marco Huck war der deutlich aktivere Boxer, doch seine Schläge fanden selten das Ziel. Ola Afolabi drehte sich immer wieder geschickt weg.
"Es war sehr schwer gegen einen so starken Boxer. Aber ich habe mich an die Vorgaben meines Trainers gehalten und das hat zum Erfolg geführt. Jetzt bin ich sehr müde", sagte Huck, der nach dem intensiven Kampf völlig ausgelaugt war. Afolabi verlangte dem Wegner-Schützling alles ab. Der Brite, der u.a. mit Vitali Klitschko Sparring gemacht hat, war extrem beweglich und wich den vielen Schlägen aus. Hucks kräftezehrende Angriffe landeten so meist in der Deckung oder in der Luft.
In der vierten Runde kam dann doch ein Auswärtshaken durch. Die Reaktion von Afolabi? Ein höhnisches Lachen! In der fünften Runde startete der Herausforderer zum Angriff und erwischte Huck mit einem Aufwärtshaken schwer. Der Champion wirkte angeschlagen, rettete sich aber in die Rundenpause. Dort wartete ein Donnerwetter seines Trainers. "Du kannst das Ding gewinnen, aber nicht so. Du musst konzentriert bleiben und die Deckung zumachen. Bleib zu. Der ist gefährlich", warnte Trainerfuchs Wegner.
Hart, härter, Huck - aber die Präzision fehlt
So richtig hören wollte Huck aber nicht. Der als "Haudrauf" bekannte Ex-Kickboxer stürmte weiter durch den Ring. Wirkte extrem bissig und willig. Es schien, als wolle er unbedingt den Knockout. Doch egal, wo Hucks Fäuste landeten, Afolabi war meist schon weg. Es fehlte einfach an der Präzision. Auch die Hoffnung, Afolabi würde bei seinem ersten Kampf über zwölf Runden konditionell einbrechen, erfüllte sich nicht. Wegzucken klappte bis zum Schluss. Eigene Treffer landete er in der zweiten Kampfhälfte so gut wie keine mehr. Dennoch war Afolabi, der in den Londoner Afro-Slums aufgewachsen ist, mit dem Urteil unzufrieden. "Ich habe die meisten seiner Schläge abwenden können. Aber das hier ist Deutschland. Ich wusste, dass ich einen Knockout zum Siegen brauche", stichelte der Brite. Für ihn war es die fünfte Niederlage im 19. Kampf. Huck feierte immerhin schon seinen 27. Sieg. Nur einmal ging der "Käpt'n" bisher als Verlierer aus dem Ring.
Lange "Ferien" für Trainerfuchs Wegner
Glücklich und erleichert: Marco Huck und Trainer Ulli Wegner nach der erfolgreichen Titelverteidigung
Während sich der tänzelnde und damit schon ziemlich arrogant und aufreizend wirkende Afolabi nun für neue Aufgaben empfehlen muss, können Huck und Wegner erst einmal verschnaufen. Der Coach sogar länger als geplant. Denn der Kampf im Super-Six-Turnier seines Vorzeige-Athleten Arthur Abraham am 23. Januar 2010 gegen den Amerikaner Andre Dirrell fällt aus. Promotor Wilfried Sauerland erklärte: "Alle geeigneten Hallen waren an diesem Tag schon belegt." Neuer Termin ist der 6. März. Dann soll in Palm Springs (Kalifornien) geboxt werden.
Stand: 06.12.2009, 00:59
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