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Boxen
Der kleine Abraham bleibt Champion
Wegner-Schützlinge jubeln in Bamberg
Die Anspannung war Trainerfuchs Ulli Wegner bei der Box-Gala in Bamberg ins Gesicht geschrieben. Sechs seiner Schützlinge kletterten in den Ring. Und für einen Stand besonders viel auf dem Spiel: Yoan Pablo Hernandez. Der Exil-Kubaner musste sich gegen den Amerikaner Aaron Williams beweisen. Eine Niederlage hätte vielleicht sogar das Karriere-Aus bedeutet, doch der temperamentvolle 24-Jährige gewann souverän. Zur Freude von Wegner.
"Ich bin unheimlich erleichtert, dass er die taktische Marschroute eingehalten hat", atmete der 67-jährige Wegner auf. Cruisergewichter Hernandez bekam mit Williams einen echten Gratmesser serviert. Der Amerikaner (23), der zahlreiche Nachwuchsgürtel in Amerika eingesammelte, hat genau wie Hernandez erst einen Kampf verloren. Dementsprechend ausgeglichen war der Kampf zu Beginn. Beide bewegten sich gut und landeten hin und wieder Körpertreffer. Mitte des Fights wurde der 24-jährige Hernandez aktiver. Williams zog sich zwar immer wieder geschickt aus der "Schusslinie", investierte aber selbst zu wenig und verlor einstimmig nach Punkten. Nach diesem Kampf bleibt Hernandez im Geschäft um einen Titelkampf.
Alexander Abraham bleibt Champion
Mit einem Gürtel schmückt sich bereits Alexander Abraham. Der kleine Bruder von Weltmeister Artur Abraham ist Osteuropa-Champ im Halbmittelgewicht. In Bamberg verteidigte er diesen Titel erfolgreich gegen No Name Magomed Abdurakhmanov aus Russland. Der Herausforderer war mutig und tapfer, doch das allein reichte nicht.
Gegen die Schlagkraft von Alex Abraham (27) war kein Kraut gewachsen. Schon nach der zweiten Runden hatten seine Betreuer alle Hand zu tun, um die blutenden Stellen im Gesicht zu versorgen. Der 25-Jährige stellte sich aber - bis zur vierten Runde. Dann war nach einem Leberhaken Schluss. Der Ringrichter brach ab.
Für Alex Abraham war es 25 Sieg im 26 Kampf und sicher nur ein Warmmacher auf einen großen Titelkampf. Trainer Ulli Wegner will ihn zum Weltmeistertitel führen. Erst dann würde er aus dem Schatten seines zwei Jahre älteren Bruders heraustreten.
"Zappelphilipp" macht Britsch Sorgen
Ins Rampenlicht wollen auch die Sauerland-"Nachwuchs"-Boxer Alexander Frenkel und Dominik Britsch. Beide werden von Trainerfuchs Wegner betreut und beide hoffen auf den ganz großen Durchbruch. Während Wegner den Cruisergewichter Frenkel herzte, bekam Britsch böse Worte zu hören.
Der 21-jährige Britsch bisher Mister zuverlässig tat sich im Mittelgewicht gegen Evariste Kabongo aus dem Kongo (8 Kämpfe/4 Niederlagen) äußerst schwer. An seinem einstimmigen Punktsieg gab es zwar nichts zu rütteln, Trainer Wegner tobte trotzdem: "Du lässt Dich von dem hier verklapsen. Hast Du heute nichts drauf?" Britsch boxte zu einfallslos. Sein gefürchteter Aufwärtshaken kam nur einmal. "Er war ganz schwer zu treffen. Er hat viel rumgezappelt und dann die langen Arme ...", kommentierte der ungeschlagene Junioren-Weltmeister nach seinem 14 Sieg.
Frenkel feiert K.o.-Sieg
Standing Ovations erntete dagegen Frenkel nach seinem TKO-Sieg gegen den Ungarn Balint Turgonyi. Der Würzburger lieferte sich mit seinem tapferen Herausforderer einen abwechslungsreichen und spannenden Fight. Dabei stürmte Frenkel auf Kosten der Deckung oft wildentschlossen los. Manchmal zu wild. So beendete er den Kampf auch mit einigen Kratzern. Schlimmere Treffer musste aber Turgonyi einstecken, der in der siebten Runde nach einem Schlaghagel K.o. ging.
Helenius fackelt nicht lange
Einen kurzen Auftritt in Bamberg hatte "The Nordic Nightmare" Robert Helenius. Der Schwergewichtler aus Finnland besiegte seinen Gegner Özcan Cetinkaya aus dem hessischen Gudensberg in nur zwei Runden. Gegen den gebürtigen Türken hatte Helenius keine Probleme. Der Knapp-Zwei-Meter-Mann bestimmte den kurzen Kampf mit seiner linken Führhand. Bereits die erste rechte Gerade von Helenius schickte Centikaya zu Boden, nach dem zweiten guten Angriff in der zweiten Runde brach der Ringrichter den Fight ab. Helenius, der am 30. Mai in Helsinki bereits seinen nächsten Auftritt hat, feierte seinen siebten Sieg im siebten Kampf, Centikaya verlor im 16. Fight den vierten Kampf.
Gerbers Bilanz bleibt makellos
Ebenfalls vorzeitig, aber nicht ganz so schnell erledigte Schwergewichtsboxer Edmund Gerber seine Aufgabe gegen Enrico Garmendia. Nach 2:42 Minuten in der dritten Runde ging Garmendia nach mehreren Kopftreffern in die Knie. Am sechsten Sieg von Gerber gab es nichts zu rütteln. Er wirkte gegen seinen mit unzähligen Tattoos "geschmückten" Gegner allerdings etwas zu ungestüm das könnte gegen einen schwereren Gegner schief gehen.
Sonntag feiert am Sonnabend
Mit einem einseitigen Kampf hatte der Kampfabend begonnen. Jung-Profi Sebastian Sonntag (23) aus Schwerin feierte im Halbschwergewicht seinen siebten Sieg im siebten Kampf. Das war aber kein Kunststück. Sein Gegner der Ungar Titusz Szabo ist nicht wirklich eine Größe im Boxsport. 33 Niederlagen in 36 Kämpfen lautet seine gruselige Bilanz. Der Mann scheint wirklich Spaß am Boxen zu haben, ansonsten hätte er sich wohl längst eine andere Sportart ausgesucht. Und immerhin schaffte es diesmal über die gesamte Distanz. Allerdings waren auch nur vier Runden zu überstehen.
Stand: 09.05.2009, 20:30
Samstag, 21.11.2009
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Sonntag, 22.11.2009
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