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18.03.2010 | 19.36 Uhr

Boxen

Boxevent in Bielefeld

Käpt'n Huck zermürbt den Champion

Marco Huck hat die Europameisterschaft im Cruisergewicht gewonnen. Der 23-jährige Bielefelder schlug Titelträger Jean Marc Monrose aus Frankreich am Samstag (20.09.2008) in seiner Heimatstadt in der zwölften Runde K.o.! Grund zum Jubeln hatte auch Karo Murat, der seinen EM-Titel im Supermittelgewicht erfolgreich verteidigte.

Marco Huck hat sich mit dem Sieg gegen Monrose zurück in die Weltspitze katapultiert und strahlte vor Glück. "Es ist fantastisch", jubelte der Schützling von Ulli Wegner, der nun auf eine neue WM-Chance. Seinen ersten Kampf um die Weltmeisterschaft hatte er im Dezember 2007 gegen Steve Cunningham verloren. Wenn es tatsächlich mit einem neuem WM-Kampf klappt, muss Huck aber noch eine Schippe drauflegen. Gegen Monrose trat er trotz klarer Überlegenheit nicht immer souverän auf und boxte phasenweise sehr undiszipliniert. Das brachte Wegner auf die Palme: "Reiß dich zusammen - was haust du zehnmal in die Luft", fluchte der Coach.

Viele Schläge - wenige Treffer

In der dritten Runde zeigte Huck erstmals seine Qualitäten und traf Monrose mit einer schönen Links-Rechts-Kombination. Dem Höllentempo musste der Herausforderer aber anschließend Tribut zollen. Erst ab der achten Runde war wieder mehr Pfeffer drin. Monrose bewies aber Nehmerqualitäten und steckte einige Treffer des aggressiven Huck weg. In der Endphase des Kampfes schwanden bei dem 27-Jährigen Titelträger die Kräfte. Huck setzte immer wieder nach und schaffte schließlich doch noch den vom Publikum geforderten K.o.Sieg. Nach 1:17 Minuten in der letzten Runde war der Kampf aus. Der gezeichnete Monrose taumelte nur noch und gestand nach seiner zweiten Niederlage im 26. Kampf: "Ich habe gegeben, was ich konnte. Ich dachte, ich kann nach Punkten gewinnen. Aber das hat nicht geklappt. Er mich zu gut getroffen."

Murat bleibt Europameister

Einen beschwerlichen Kampf erlebte zuvor Europameister Karo Murat. Bei seiner ersten Titelverteidigung musste der 25-jährige Supermittelgewichtler gegen den Spanier Gabriel Campillo zwölf Runden gehen und gewann schließlich äußerst knapp mit 115:113, 115:113 und 115:115. "Das war ein hartes Stück Arbeit", sagte Murat nach dem Kampf. Sorgen habe er sich aber nicht gemacht, den Gürtel zu verlieren. Trainer Ulli Wegner lobte den Kampfgeist von Murat, der sich immer wieder überwunden habe.

Campillo ein starker Herausforderer

Campillo war eher überraschend zu diesem EM-Kampf gekommen. In der unabhängigen Weltrangliste ist der Spanier nicht einmal unter den besten 100 Boxern geführt. Der 29-Jährige war allerings hervorragend auf den amtierenden Europameister eingestellt worden. Murat, der klaren Reichweitennachteile besaß, boxte wie gewohnt aus einer Doppeldeckung heraus und setzte in den ersten beiden Runden in der Schlussphase eigene tolle Aktionen. Campillo selbst schlug da zwar mehr, seine rechte Führhand landete aber fast immer in der Deckung. Doch der Spanier, der vom Castillejo-Coach trainiert wurde, fand sich immer besser in den Kampf, während der an der Nase leicht lädierte Murat seine Linie verlor. Wegner war sauer: "Lass die Deckung oben. Du musst jetzt etwas tun." Doch sein Schützling baute in den folgenden Runden weiter ab, während der Spanier den Kampf immer mehr diktierte. Erst in der Schlussphase setzte Murat alles auf eine Karte und holte sich so wohl die entscheidenden Zähler auf den Zetteln der Punktrichter.

Stand: 21.09.2008, 01:00

 

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