DSV-Adler holen im Team Silber
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Nordische Ski-WM in Val di Fiemme
DSV-Adler holen im Team Silber
Die deutschen Skispringer haben in ihrem letzten Wettbewerb bei der Nordischen Ski-WM in Val di Fiemme eine Medaille gewonnen. Im Teamwettbewerb von der Großschanze in Predazzo belegten Andreas Wank (Oberhof), Severin Freund (Rastbüchl), Michael Neumayer (Berchtesgaden) und Richard Freitag (Aue) den zweiten Platz hinter Österreich. Bronze ging an Polen, das von einer Ergebniskorrektur zu ungunsten der Norweger profitierte.
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Ein nervenstarker Richard Freitag und eine nachträgliche Jury-Entscheidung haben der deutschen Mannschaft eine Silbermedaille im Teamspringen beschert. Zunächst hielt Schlussspringer Freitag mit einem Sprung auf 129,5 Meter das polnische Team auf Distanz, bei dem Einzelweltmeister Kamil Stoch einen sensationellen Sprung mit deutlich verkürztem Anlauf auf 130 Meter vorgelegt und Polen damit gefährlich nah an die deutsche Mannschaft herangebracht hatte. Freitag rettete knappe 0,8 Punkte. Zu diesem Zeitpunkt glaubten beide Teams noch, es gehe um die Bronzemedaille. Nach dem Wettkampf wurden jedoch die zweitplatzierten Norweger zurückgestuft. Anders Bardal war im ersten Durchgang aus einer höheren Luke gesprungen als die Punktrichter annahmen. Nach der Korrektur rutschte Norwegen knapp hinter Polen auf den vierten Platz. Am Sieg der Österreicher gab es jedoch nichts zu deuteln. Der Titelverteidiger kam mit Wolfgang Loitzl, Manuel Fettner, Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer auf 1135,9 Punkte und lag damit 14,1 Punkte vor Deutschland.
Schuster: Bin froh, dass wir eine Medaille haben
Bundestrainer Werner Schuster meinte nach dem Nervenkimi: "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schwer Rechnen ist. Ich bin froh, dass wir die Medaille gewonnen haben. Wir wollten Gold, da haben wir noch etwas zu tun. Freund und Neumayer haben in der zweiten Runde den Anschluss an Österreich verloren. Aber wir haben einen guten Wettkampf gemacht und speziell Richard hat heute seine Reifeprüfung abgelegt." Freitag ergänzte: "Ich freue mich, dass mir zwei so gute Sprünge gelungen sind. Für Norwegen ist es ziemlich ärgerlich, wenn man sich schon freut und dann noch vom Treppchen rutscht. Aber so sind die Regeln. Wir sind umso glücklicher."
DSV-Team solide - aber ohne Ausreißer nach oben
Die deutschen Skispringer holten damit in beiden Teamwettbewerben jeweils eine Medaille. Zu einem Sieg fehlte dem ausgeglichen besetzten und alles in allem solide springenden Team jedoch auch mal ein Ausreißer nach oben, wie es die Polen in Kamil Stoch hatten, der die inoffizielle Einzelwertung klar für sich entschieden hatte oder aber die Österreicher in Manuel Fettner, dem nach einem 128-Meter-Sprung die Bindung aufging, und der sich auf einem Ski artistisch bis hinter die Sturzlinie balancierte und damit seine hohen Haltungsnoten rettete. Sonst wäre es noch spannender geworden, als es ohnehin schon war.
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Bilder vom packenden Teamspringen
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Nach dem ersten Durchgang fünf Teams eng beieinander
In einem vom ersten bis zum letzten Springer engen Wettkampf hatte das deutsche Team nach dem ersten Durchgang auf dem dritten Platz gelegen, nur einen Punkt hinter Österreich und vier hinter Norwegen. Aber zu den Plätzen vier (Polen) und fünf (Japan) waren es auch nur fünf bzw. sechs Punkte Abstand. Wank war als erster des Quartetts vom Bakken gegangen und hatte windbegünstigt einen 135,5-Meter-Satz rausgehauen. Für die Landung gab es berechtigt hohe Abzüge. Wank sagte, er sei aus zu großer Höhe runter gekommen, deshalb habe er die Landung nicht besser hinbekommen. Es habe aber "Spaß gemacht, über den Hill Size zu springen. Ich denke, das war ein schöner Ansporn für die anderen." Freund fügte bei starkem Rückenwind 122 Meter dazu. Der Bayer war damit Zweiter in seiner Gruppe nur knapp hinter dem Österreicher Fettner. Michael Neumayer sprang nach einer Entscheidung von Bundestrainer Schuster mit verkürztem Anlauf und landete bei 123,5 Meter. Damit hielt er zwar den Polen Kubacki und den Österreicher Morgenstern in Schach, verlor aber auf Bardal trotz nachträglicher Korrektur deutlich. Richard Freitag steuerte 130 Meter bei. Auch er setzte die Landung nicht hundertprozentig und verschenkte damit einige Haltungspunkte.
Jeder ließ ein paar Punkte zuviel liegen
Im zweiten Durchgang eröffnete Wank mit 126,5 Meter und anschließendem Wackler. "Leider hatte es heute irgendwie nicht von der Landung gepasst. Ich bin aber sehr zufrieden mit meinen Sprüngen", meinte der Thüringer. Freund brachte wieder einmal keine zwei gleichwertigen Sprünge herunter. In einer Gruppe mit schwächelnden Springern lag er mit seinen 125 Metern zwar nicht schlecht, verpasste es aber, Punkte herauszuholen. "Ich hätte für Richard Freitag einiges vorlegen können. Dann hätten wir sogar um Gold mitspringen können", sagte Freund. Michael Neumayer verlor mit einem 126-Meter-Sprung erneut gegen seine Konkurrenten aus Österreich und Norwegen. "Ich war ein gutes Stück zu spät, da habe ich mindestens drei Meter liegen lassen", bekannte Neumayer. Vor den letzten Springern hatte sich aber nur Österreich, auch dank eines wiedererstarkten Thomas Morgenstern, entscheidend absetzen können. Dahinter kämpften Polen, Deutschland und Norwegen um die anderen beiden Medaillen.
kos | dpa | sid | Stand: 02.03.2013, 18:37