DSV-Quartett gewinnt Bronze im Mixed-Springen

Ulrike Gräßler, Carina Vogt, Richard Freitag und Severin Freund

Nordische Ski-WM in Val di Fiemme

DSV-Quartett gewinnt Bronze im Mixed-Springen

Die Skispringer haben ihre erste Medaille bei der WM in Val di Fiemme gewonnen. Im Mixed-Wettbewerb sprangen Carina Vogt, Ulrike Gräßler, Richard Freitag und Severin Freund auf den dritten Platz. Gold sicherte sich Japan vor Österreich.

Im erstmals bei einer WM ausgetragenen Mixed-Teamspringen belegte das DSV-Quartett in der Besetzung Carina Vogt (Degenfeld), Ulrike Gräßler (Eilenburg), Richard Freitag (Aue) und Severin Freund (Rastbüchl) den dritten Platz. Nach zwei Durchgängen von der Normalschanze in Predazzo lag das deutsche Team 26,1 Punkte hinter Japan, das mit der WM-Zweiten Sara Takanashi und den beiden Männern Daiki Ito und Taku Takeuchi drei überragende Springer im Team hatte. Zu Silber fehlte Deutschland nur 1,8 Punkte.

Vierkampf um drei Medaillen

Bei dichtem Schneefall entwickelte sich das Springen schnell zu einem Vierkampf. Angetreten waren zwölf Teams, zum Favoritenfeld wurden fünf gezählt. Da die US-Amerikaner wegen der schwachen Leistungen ihrer Männer nicht mitmischen konnten, stritten sich Deutschland, Japan, Norwegen und Österreich um die Medaillen. Ulrike Gräßler gab als erste Springerin des DSV-Teams die Richtung vor. Mit Sprüngen von 96,5 Meter und 97 Meter belegte sie in ihrer Gruppe den zweiten Platz hinter der US-Amerikanerin Jerome. "Ich bin gut durchgekommen", sagte die gebürtige Eilenburgerin. "Ich habe versucht, den Sprung so weit wie möglich zu ziehen und eine gute Haltung hinzubekommen." Richard Freitag, der im ersten Durchgang eine "Granate" (O-Ton Bundestrainer Schuster) auf 102,5 Metern rausgehauen hatte und Deutschland zwischenzeitlich in Führung brachte, konnte wie schon im Einzel im Finale nicht an diese Leistung anknüpfen und fiel mit einem durchschnittlichen Sprung auf 97 Meter auf den dritten Platz zurück. Nachdem Bronze sicher war, überwog aber die Freude: "Diese Medaille ist etwas Besonderes und macht Lust auf mehr. Wir können alle happy sein."

Vogt und Freund mit Nervenstärke

Carina Vogt, die beim einzigen Mixed-Teamspringen dieser Saison in Lillehammer noch den Podestplatz versemmelt hatte, stand vor der schwierigen Aufgabe, nach den beiden Topspringerinnen Sahra Hendrickson (USA) und Sara Takanashi (Japan) antreten zu müssen. Mit 95,5 und 98 Metern zog sie sich achtbar aus der Affäre. Insbesondere im zweiten Durchgang, als Takanashi mit 106,5 Metern über den Hill Size sprang und die Jury vor Vogt den Anlauf um zwei Luken verkürzte, zeigte die 21-Jährige Nervenstärke. "Ich bin froh, dass ich meinen Teil erfüllt habe", sagte Vogt und berichtete von ausgelassener Freude über Bronze: "Die Stimmung war toll - auch in der Umkleidekabine." Severin Freund hatte im ersten Durchgang mit 96,5 Metern als Sechster seiner Gruppe etwas geschwächelt. Im Finaldurchgang sicherte er mit einem 99,5 Meter-Sprung aber die Bronzemedaille ab. "Der dritte Platz ist sehr, sehr schön. Vierter wollte ich nicht nochmal." meinte Freund. Fast hätte es noch zu Silber gereicht, doch Gregor Schlierenzauer sprang für Österreich noch einen halben Meter weiter und holte sich seine zweite Silbermedaille bei dieser Weltmeisterschaft.

Impressionen vom Mixed-Skispringen

Impressionen vom Mixed-Skispringen

Ulrike Gräßler, Carina Vogt, Richard Freitag und Severin Freund

1,8 Punkte dahinter landete das DSV-Team. Alle waren damit zufrieden...

1,8 Punkte dahinter landete das DSV-Team. Alle waren damit zufrieden...

Bundestrainer Schuster: In der Summe eine gute Leistung

Bundestrainer Werner Schuster war begeistert: "Es hat jeder sein Bestes gegeben, in der Summe war das eine gute Leistung unserer Mannschaft." Für die Jungen und Mädchen sei es toll, "dass wir heute diese Bronzemedaille gewonnen haben. Dieser Wettkampf ist spannend, das Niveau steigt von Jahr zu Jahr." Frauen-Bundestrainer Andreas Bauer war nach der packenden Konkurrenz sichtlich angeschlagen: "Das ist unheimlich spannend gewesen, eine echte Zitterpartie, zeitweise ging es sogar um Gold. Jetzt aber ist die Freude riesig. Auf meine Mädels bin ich sehr stolz."

kos | dpa | sid | Stand: 24.02.2013, 18:52

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