Frenzel & Edelmann nach Sturzpech Dritte

Jason Lamy Chappuis

Teamsprint der Kombinierer

Frenzel & Edelmann nach Sturzpech Dritte

Unfassbar: Die deutschen Kombinierer haben beim Teamsprint eine mögliche Goldmedaille verpasst. Tino Edelmann stürzte auf seiner Schlussrunde, Eric Frenzel sicherte wenigstens noch Bronze ab. Den Sieg holte sich Frankreich.

Was für eine Dramatik: Eric Frenzel und Tino Edelmann haben im Teamsprint der Kombinierer die Bronzelmedaille gewonnen. Die beiden Deutschen mussten sich den starken Franzosen und Österreich geschlagen geben. Dabei hatte Edelmann eine mögliche Goldmedaille weggeschenkt, als er auf seiner letzten Runde stürzte. Frenzel sicherte mit einem starken Finnish noch eine Medaille.

Eric Frenzel (li.) und Tino Edelmann Play-Icon

Der Kombinations-Teamsprint | 38:28 min | 02.03.2013 | Sportschau live | Das Erste

Bundestrainer schockiert und glücklich

Hermann Weinbuch war sichtlich gezeichnet nach dem Rennen: "Ich habe es nur schemenhaft gesehen. Er ist auf dem Arsch gelegen. Dann hat er den Rhythmus verloren und da war auch die Motivation weg. Es war die letzte Runde, da sind die Oberschenkel schon übersäuert und es wird schwer. Er musste ja aus dem Stand wieder los. Ich freue mich über Bronze riesig. Die Ausgangsposition hat nach mehr gerochen. Aber die Franzosen hätten wir heute nicht schlagen können."

Vorsprung schnell aufgebraucht

Die Konkurrenz machte gleich zu Beginn der 15 Kilometer - die nach dem Springen führenden Frenzel und Edelmann musste je fünf Mal auf eine 1,5-Kilometer-Schleife - richtig Betrieb. Bereits nach drei Kilometern hatten die Franzosen fast 20 Sekunden aufgeholt, Norwegen kam ebenfalls bis auf 38 Sekunden heran. Davor lagen nach wie vor Japan (+ 10 Sekunden) und Österreich (18).

Die dramatische Entscheidung im Teamsprint

Die dramatische Entscheidung im Teamsprint

Eric Frenzel

Die deutschen Kombinierer gingen mit einem Vorsprung in das Langlauf-Rennen. 2x7,5 Kilometer standen auf dem Programm. Tino Edelmann und Eric Frenzel mussten je fünf Mal auf die 1,5 Kilometer lange Schleife.

Die deutschen Kombinierer gingen mit einem Vorsprung in das Langlauf-Rennen. 2x7,5 Kilometer standen auf dem Programm. Tino Edelmann und Eric Frenzel mussten je fünf Mal auf die 1,5 Kilometer lange Schleife.

Doch die Konkurrenz aus Frankreich, Österreich und Japan kam aber immer näher. Besonders die Franzosen um Jason Lamy Chappuis liefen wie der Teufel und hatten dazu auch noch ein unglaublich gutes Brett.

Noch ist Tino Edelmann vorn, doch schon vor der Hälfte des Rennens bildete sich dann ein Quartett. Dann mussten die Japaner abreißen lassen. Kurz vor dem letzten Wechsel der Schock: Tino Edelmann stürzte und sah den Österreicher und den Franzosen davonfahren.

Letzter Wechsel auf Erik Frenzel. Der musste sich mit den Japanern um den dritten Platz streiten.

Vorn machte Jason Lamy Chappuis den Titelgewinn für Frankreich perfekt.

Dahinter sicherte Frenzel mit einem tollen Zielsprint den dritten Rang.

Noch konnte sich der Einzelweltmeister nicht so recht über Bronze freuen.

Dann aber die faire Gratulation an den überragenden Jason Lamy Chappuis.

Und irgendwann kam auch die Freude über Edelmetall.

An die der beiden Franzosen reichte sie aber nicht heran. Sebastien Lacroix und Jason Lamy Chappui jubeln über die Goldmedaille. Bundestrainer Hermann Weinbuch gestand: "Die hätten wir nicht geholt."

Große Freude auch bei den Österreichern, die sich die Silbermedaille sicherten.

Tino Edelmann

Tino Edelmann

Und die Verfolger drehten weiter auf und schlossen sich zusammen. Frankreich, Österreich und Japan nahmen nach fünf Kilometern gemeinsam die Verfolgung auf. Nach knapp sieben Kilometern war es passiert - Edelmann wurde von dem Trio eingeholt. Damit begann das Rennen um die Medaillen praktisch von vorn. Und auch die Norweger rückten immer näher an das Quartett. "Die Franzosen haben einen sehr schnellen Ski. Wir haben unser Polster verbraucht, aber hoffentlich ein paar Körner gespart", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Edelmann stürzt - Gold futsch

Eric Frenzel und Tino Edelmann

Eric Frenzel und Tino Edelmann

Die Japaner erwischte es dann als erste, nach knapp zehn Kilometern. Und auch Norwegens Magnus Moan hatte jetzt sein Pulver verschossen und fiel zurück. So wurde es vorn jetzt ein Dreikampf zwischen Deutschland, Frankreich und Österreich. Dann passierte es: Tino Edelmann stürzte auf seiner letzten Runde und die Post ging vorn ohne die Deutschen ab. Und der Japaner Kato griff nun auch den Thüringer an. Vorn machte der Franzose Sebastien Lacroix Tempo und schüttelte auch Österreich ab. "Ich bin mit der Skispitze an einem Schneehügel hängengeblieben. es war mein Fehler. In dem Moment brach für mich eine Welt zusammen. Ich wusste, da kommt man nicht mehr hin" ärgerte sich Edelmann. Mit 37 Sekunden Rückstand übergab er auf Frenzel. Der sicherte mit einem tollen Schlussspurt gegen den Japaner Watabe wenigstens noch den dritten Platz ab.

Starke Sprünge des deutschen Doppels

Tino Edelmann

Strahlte nach seinem Sprung - Tino Edelmann

Beim Sprung von der Großschanze hatte sich das deutsche Duo am Vormittag eine komfortable Ausgangsposition geschaffen. Tino Edelmann hatte bei relativ gleichbleibendem Rückenwind 124,5 Meter gestanden, Eric Frenzel setzte mit 127 Metern die Bestweite des Tages drauf. Hinter dem DSV-Team folgten Japan, die mit zwölf Sekunden Rückstand ins Rennen am Nachmittag gehen werden, Österreich (+ 25 Sekunden), Frankreich (43) und Norwegen (52). Besonders Edelmann hatte nach seinem Sprung tief durchgeatmet: "Den Sturz vom Einzel habe ich ausgeblendet. Ich habe hier sehr gute Sprünge gemacht und war nicht zu aggressiv im letzten Drittel", freute sich Edelmann. Auch Sprungtrainer Ronny Ackermann lobte: "Beide haben hervorragende Sprünge gezeigt. Wir sind gut in den Wettkampf gekommen."

Bilder vom Springen der Kombinierer

Bilder vom Springen der Kombinierer

Skistadion Predazzo

Die Schanzen von Predazzo. Gesprungen wurde im Teamsprint der Kombinierer von der Großschanze.

Die Schanzen von Predazzo. Gesprungen wurde im Teamsprint der Kombinierer von der Großschanze.

Bernhard Gruber aus Österreich hatte vor dem Teamsprint eine echte Kampfansage an die beiden Deutschen gesendet. Dann reichte es aber nur zu 123 Metern.

Entsprechend unzufrieden war Gruber.

Wilhelm Denifl schaffte 122 Meter und ließ damit die Österreich im Rennen um die Medaille. Österreich lag damit am Ende 25 Sekunden hinter dem deutschen Team.

Akito Watabe brachte die sprungstarken Japaner mit einem Sprung auf 123,5 Meter auf den zweiten Platz. Die Bedingungen waren diesmal für alle gleich - es herrschte ein leichter Rückenwind.

Auch Taihei Kato überzeugte mit 126 Metern. Der Lohn - Japan geht zwölf Sekunden hinter dem deutschen Team ins Langlaufrennen.

Jason Lamy Chappuis aus Frankreich rechnet sich trotz der 43 Sekunden Rückstand auf das deutsche Team noch etwas aus.

Die Freundinnen von Edelmann und Frenzel, Christin Anschütz und Laura Schwanitz, drückten kräftig die Daumen.

Tino Edelmann war nach seinem Sprung auf 124,5 Meter froh. "Ich sollte in das letzte Drittel nicht so aggressiv gehen, das habe ich beherzigt."

Das müsste doch mit einer Medaille klappen.

Eric Frenzel hatte nach seinem Satz auf 127 Meter gut lachen. Der Oberwiesenthaler verteidigte den ersten Platz. Damit gingen die Deutschen mit einem recht komfortablen Vorsprung in die Langlaufloipe.

Das Teamspringen Play-Icon

Das Kombinations-Teamspringen | 32:08 min | 02.03.2013 | Sportschau live | Das Erste

re / sid | Stand: 02.03.2013, 11:07

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